ehem. Verwaltungsgebäude

Christianstraße 82 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6876
Typ Gebäude-Denkmal
Bezeichnungehem. Verwaltungsgebäude
Adresse Christianstraße 82, 50825 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.06.1993
Stadtteil Ehrenfeld

Um 1900 erbaut; Eckhaus zur Herbrandstraße auf unregelmäßigem Grundriß; 2 Geschosse, EG als hohes Souterraingeschoß angelegt; Walmdach; 5 : 5 Achsen; straßenseitige Fassaden backsteinsichtig mit Gliederungen, ehemals deutlich betontes Dachgesims (teilweise zerstört); axialsymmetrischer Aufbau der Hauptfassade mit Betonung der Mittelachse durch flache Vorlage (oberer Abschluß zerstört) und Hauseingang (um einige Stufen erhöht, unter stichbogiger Wölbung etwas zurückgesetzt); Haustür mit vergitterter Verglasung aus späterer Zeit; stichbogige Fensteröffnungen; Fenster größtenteils erneuert; schmiedeeiserne Zieranker. Rückseite (Ostseite): backsteinsichtig mit Gliederungen (zweifarbig); spitzwinklig vortretender Risalit; stichbogige Fenster- und Türöffnungen, z. T. verändert; Fenster größtenteils erneuert, teilweise original mit Vergitterung. Nordseite: neuere Putzfassade; 4 Fensteröffnungen, davon eine rundbogig; 2 östliche Fenster original mit Vergitterung. Im Innern original erhalten: in Eingangsbereich und Vorraum: Tür der ehemalige Pförtnerloge, ornamentierte Fliesenböden, Treppe (neuer Kunststoffbelag) mit hölzernen Handläufen an den Wänden, hölzerne Wandverkleidungen; Treppenhaus im rückwärtigen Gebäudebereich mit ornamentiertem Fliesenboden, Holztreppe mit Holzgeländer; Grundrißgliederung; teilweise Holzfußböden, Türen, Durchreichen; Toilettenräume mit Türen und ornamentiertem Fliesenboden; im Dachraum Backsteinstützpfeiler, Dachstuhl. Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige, begrünte Grundstücksbereich mit altem Baumbestand (Kastanie und Pappel) und Resten der ehemaligen Einfriedung: backsteinsichtige Mauer mit Lisenengliederung auf der Süd- und Ostseite und schmiedeeisernes Gitter auf der Nordseite. Nicht Bestandteil des Denkmals ist der neuere Schuppen im rückwärtigen Grundstücksbereich.

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Christianstraße, an der sich o. g. Objekt befindet, ist benannt nach Christian Hoppe, der in der dortigen Gegend Ziegeleien besaß. Sie gehört zu den Straßenanlagen des späten 19. Jahrhunderts, die die Lücken zwischen den an der Venloer Straße gelegenen Fabrikanlagen füllen sollten. Das o. g. Gebäude wurde um die Jahrhundertwende als Kontor der Kohlenhandelsgesellschaft EschweilerKöln, Hütten-AG, errichtet, die auch auf der Herbrandstraße Fabrikanlagen besaß. Bezeichnend ist die städtebaulich markante Lage des Eckgebäudes zur Herbrandstraße, die ursprünglich nach Osten fortgesetzt war. Sie bewirkte eine aufwendige Fassadendekoration nach zwei Seiten. Handwerklich qualitätvolle Bearbeitung der Details unter Ausnutzung der vielfältigen Möglichkeiten im Umgang mit dem Backsteinmaterial kennzeichnen den ehemals durch das vollständige Dachgesims noch gesteigerten, repräsentativen Charakter des Hauses. Das Gebäude veranschaulicht in seiner räumlichen Struktur und formalen Gestaltung die Bedürfnisse und den Anspruch seiner ursprünglichen Nutzung als Handelsniederlasung. Seine ehemalige Erscheinung ist in weiten Teilen bewahrt. Es ist von besonderer Bedeutung als Zeugnis der Erstbebauung im heute stark veränderten Straßenbild der Christian- und Herbrandstraße. Als Beispiel des wirtschaftlichen Aufschwungs und der architektonischen Entwicklung des Stadtteils Ehrenfeld ist das o. g. Gebäude ein unverzichtbares Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0