Wohnhaus

Grafenwerthstraße 38 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6877
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Grafenwerthstraße 38, 50937 Köln
Baujahrum 1922
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 05.08.1993
Stadtteil Sülz

Erbaut um 1922, Teil des Wohnblocks Neuenhöfer Allee 10-22, Grafenwerthstr. 38 (z. T. nach Kriegsbeschädigung in den alten Formen wiederaufgebaut), 3 Geschosse und ausgebautes Mansardgeschoß, 3 Achsen, Putzfassade mit wenigen Gliederungselementen, Fenster im EG mit Rundbogenabschluß. Seitenfassade: Eingangsrisalit, Hauseingang mit spitzwinklig auskragender Überdachung (Haustür verändert), Zwerchhaus auf der Achse des Risalits; rechtwinklig anschließender 1 1/2geschossiger Bau mit Satteldach (mit Anschluß zum Nachbargebäude). Rückfront: Risalit mit Giebel und 3geschossigem Erker mit darüberliegendem Balkon, 1 Gaube; eingeschossiger Anbau.

Im Inneren original erhalten: im Eingangsbereich und auf den Etagen Fliesenboden, im Eingangsbereich Wandfliesen, Terrazzotreppe mit Holzgeländer und Antrittspfosten.

Vorgarten, spätere Einfriedung.

Die Wohnbebauung in dem seit 1888 eingemeindeten Vorort Sülz setzte ab 1845 ein. Die zweite Entwicklungsstufe begann kurz nach der Jahrhundertwende, als die Kölner Neustadt nahezu erschlossen war und somit weitere Gebiete für ein stadtzentrumnahes Wohnen erschlossen werden mußten. In den 20er Jahren fand eine weitere Ausdehnung über den Sülzgürtel in Richtung Militärring statt, wobei vorrangig Wohnblöcke bzw. Miethaussiedlungen entstanden. Dokument dieser Entwicklungsphase ist auch o. g. Objekt, welches als Bestandteil des Wohnblocks Neuenhöfer Allee 10-12/Grafenwerthstr. 38, in der parallel zum Sülzgürtel verlaufenden Neuenhöfer Allee an der Ecke zur Grafenwerthstraße erbaut wurde. Der 3-4geschossige Gebäudekomplex hat als Eckgebäude eine vermittelnde Funktion zur Anschlußbebauung beider Straßen: der 4geschossige mit zeittypischen expressionistischen Schmuckmotiven versehene Teil an der Neuenhöfer Allee fügt sich in die Zeilenbebauung dieser Straße ein, wogegen der o. g. Bau - 3geschossig, mit Mansarddach - zur insgesamt niedrigeren Straßenbebauung der Grafenwerthstraße vermittelt. Vor allem der o. g. Teil des Wohnkomplexes wurde im Krieg stark beschädigt. Beim Wiederaufbau 1949 orientierte man sich am historischen Zustand, so daß die städtebauliche Funktion des Eckhauses heute in gleicher Weise wirksam ist. Auch als Zeugnis der historischen Entwicklung von Sülz und als Dokument der Architekturentwicklung hin zur Moderne ist der Gebäudekomplex Neuenhöfer Allee 10-12/Grafenwerthstraße 38 unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0