Wohnhaus
Würzburger Straße 5a · Vingst
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6938 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Würzburger Straße 5a, 51103 Köln |
| Baujahr | 1953 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.10.1993 |
| Stadtteil | Vingst |
1953 erbaut; Architekt: Jan Werner Starck; als eines von insgesamt 9 Häusern der Siedlung im Typ des Laubenganghauses mit 24 Wohnungen errichtet; 3 Geschosse; Putzfassaden; Flachdach mit leichtem Gefälle; langgestreckter Zeilenbau mit flach risalitartig vortretendem mittleren Treppenhaus, beidseitigen Laubengängen mit spiegelsymmetrisch aufeinander bezogenen Wohnungen und bis zur Fluchtlinie vorgezogenen Kopfwohnungen; Laubengangstützen aus Stahlrohr und Brüstungsgitter original, Fenster original, Hauseingang über 4-stufiger Treppe mit Stahlrohrgeländer, Haustür und Eta- gentüren aus Eisen original, Wohnungstüren original. Rückseite mit originaler Verglasung des mittleren Treppenhauses (Metallrahmen mit Drahtglasfüllungen), originale Wohnungsfenster, eiserne Kellertür, Treppe mit Stahlrohrgeländer und eiserne Kellerfenster original. Im Innern original erhalten: Wohnungsgrundrisse weitgehend, Zimmertüren (z. T. Metallzargen), Fußleisten; Treppenhaus mit Betonboden und Betontreppe mit Metallgeländer, halbhoher Wandanstrich.
Das ursprünglich dörfliche Vingst war gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit Ausrichtung auf den industriell sich rasch entwickelnden Nachbarort Kalk zu einem Arbeiterwohnort geworden und wurde mit diesem 1910 nach Köln eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde besonders in den stark beschädigten Industrievororten Kölns genossenschaftlicher Wohnsiedlungsbau in Fortsetzung der Tradition der 20er Jahre betrieben. Im Rahmen des Entbunkerungsprogramms der Stadt Köln wurde durch die "Grund & Boden GmbH" zu Beginn der 50er Jahre u. a. in Vingst an der Würzburger Straße eine der ersten Siedlungen im sozialen Wohnungsbau erstellt, um einkommensschwachen Bevölkerungsschichten zumutbaren, wenn auch einfachen Wohnstandard zu ermöglichen. Bezeichnend für diese kostengünstige Bebauung ist der Haustyp des Laubenganghauses in mehrgeschossiger Zeilenbauweise mit mittlerem Treppenhaus zur Erschließung einer Vielzahl von Wohnungen, sehr flachem Pultdach und Verwendung robuster Baumaterialien und seriell gefertigter Bauteile. Entsprechend schlicht ist die Ausstattung sowohl im Äußeren wie im Inneren. Die 30-40 m2 kleinen Wohnungen boten andererseits an den Verhältnissen der Entstehungszeit gemessen durchaus Qualitäten (z. B. abgeschlossene Wohneinheiten mit eigenem WC sowie Koch- und Waschgelegenheit, Möglichkeit der Querlüftung und Austritt ins Freie), die wohnreformerische Forderungen der 20er Jahre erfüllten. Darin wie in gestalterischer Hinsicht knüpfen die Laubenganghäuser an Prinzipien des "Neuen Bauens" aus der Vorkriegszeit an. Charakteristisch ist die kubische Grundform der Gebäude, mit symmetrisch strukturierten Fassaden und Betonung der Horizontalen. Bezeichnend für die u. a. von namhaften Architekten entworfenen Häuser ist aber auch eine ausgewogene Proportionalität der Bauglieder und eine sich sparsam im Detail äußernde Differenzierung der einfachen Bauelemente (z. B. Abtreppungen im Profil der Vorderkanten des Daches und der Laubengangböden, flache Abstufungen der Fensterrahmen, im unteren Bereich leicht nach außen gestellte Brüstungsgitter der Laubengänge). Das o. g. Objekt Würzburger Straße 5a stellt innerhalb des Siedlungskomplexes ein im Originalzustand erhaltenes Gebäude dar, das in seiner einfachen und funktionalen Architektur zum einen seine Entstehungsbedingungen widerspiegelt, zum anderen hinsichtlich seiner bautypischen Gestaltungsform auch von bauhistorischer Bedeutung ist. Als Dokument der städtebaulichen Entwicklung Kölns in der Nachkriegszeit ist es deshalb ein unverzichtbares Denkmal und exemplarisch für die gesamte Siedlung unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0