Wohnhaus

Floriansgasse 13 · Weidenpesch

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7029
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Floriansgasse 13, 50737 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.01.1994
Stadtteil Weidenpesch

Um 1900 erbaut; 2 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß (2 originale Gauben); 3 Achsen, Betonung der linken, im OG flach vortretenden Achse durch Giebel; Fassade in OG und Giebel backsteinsichtig mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an die Renaissance, im EG Fugenschnitt; Haustür original, Oberlicht mit Bleiverglasung; unterschiedliche Fensteröffnungsformen, Fenster original mit originalen Rolläden. Rückseite: Fassade zweifarbig backsteinsichtig mit Dachgesimsgliederung; Treppenhaus flach vortretend; 2 originale Dachgauben; Fenster und Hoftür original; durch die Bedachung mit dem Wohnhaus verbundenes verputztes Wirtschaftsgebäude, eingeschossig mit Pultdach, dieses traufseitig über hölzerner Pergola vorgezogen, 2 rundbogige Türöffnungen mit originalen Türen; allseitige Einfriedungsmauern, backsteinsichtig, teilweise verputzt. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich ornamentierter Fliesenboden, Deckenstuck, hölzerne Wandleisten, Terrazzotreppe; im Treppenhaus ornamentierter Fliesenboden, hölzerne Wandleisten, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, teilweise Aborttüren, Wohnungsabschlußtüren; im Keller Holztreppe, Ziegelsteinboden, stichbogige Türöffnungen mit Türen; Holztreppe zum Spitzboden, Dachstuhl; in den Wohnungen Zimmertüren, Holzdielenböden, Deckenstuck.

Die Ortsbezeichnung Weidenpesch erhielt das frühere Merheim erst 1952 zur Vermeidung einer Verwechslung mit dem rechtsrheinischen Merheim. Der urkundlich auf das Mittelalter zurückgehende Ort gehörte seit 1794 zur Bürgermeisterei Longerich und wurde 1888 nach Köln eingemeindet. Von der ursprünglich ländlich geprägten Siedlung haben sich außer der Straßenführung im ehemaligen Ortskern östlich der Neusser Straße nur Reste der dörflichen Bebauung erhalten. Nach der Eingemeindung nach Köln und nachdem durch die Anlage der Pferderennbahn im Bereich des ortsbezeichnenden Weidenpescher Hofes 1898 das ehemals feuchte Gelände östlich der Neusser Straße erschlossen worden war, begann der Ausbau zum vorstädtischen Wohnort. Aus dieser Zeit um die Jahrhundertwende und kurz danach stammen einige noch erhaltene Mietwohnhäuser entlang der Neusser Straße. Die beiden Häuser Floriansgasse Nr. 13 und 17 dokumentieren ebenfalls diese Phase der Ortsentwicklung. Der Bautypus der mit zwei bis drei Geschossen relativ niedrig gehaltenen Häuser verdeutlicht die Herkunft vom Einfamilienhaus kleinmaßstäbigen Charakters. Die Fassade des Hauses Nr. 13, die individuell in repräsentativen, der Renaissance entlehnten Formen gestaltet ist, verleiht diesem auch in baukünstlerischer Hinsicht Bedeutung. Darüber hinaus ist das Gebäude insgesamt durch weitgehend originale Substanz der inneren Ausstattung und der Fassade einschließlich der Haustür und der Mehrheit der Fenster sowie der rückwärtigen Garteneinfriedung ausgezeichnet. Das o. g. Objekt ist deshalb ein unverzichtbares Zeugnis für das historische Erscheinungsbild der Straße und des gesamten Ortsteils, für das es heute nur noch wenige Beispiele gibt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0