Hofanlage Heckhof
Heckgasse 7 · Widdersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7044 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Hofanlage Heckhof |
| Adresse | Heckgasse 7, 50859 Köln |
| Baujahr | 1875 bis 1885 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.02.1994 |
| Stadtteil | Widdersdorf |
Erbaut um 1880; geschlossene Hofanlage bestehend aus Herrenhaus, Nebengebäuden (z. T. in den 50er Jahren neu errichtet) und Scheune.
Herrenhaus: 2 Geschosse, 5 Achsen; Backsteinfassade mit Gliederungen (Klötzchen-, Spitzbogen- und Zahnschnittfriese), Sohlbänke in Werkstein; axialsymmetrischer Aufbau mit mittigem Hauseingang (Basaltstufen; neuere Haustür), Fenster- und Türöffnungen mit leichtem Stichbogenabschluß, Walmdach; Fenster erneuert. Rückfront: mittiger Hintereingang, Fensteröffnungen im EG z. T. verändert; neuere Terrassenanlage. Im Inneren original erhalten: Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer.
An das Herrenhaus westlich anschließendes Gebäude: 1 Geschoß, Backsteinfassade, Satteldach, Hauseingang mit leichtem Stichbogenabschluß (Haustür verändert); an der Rückfront Tür- und Fensteröffnungen verändert (Tür und Fenster verändert.) Ostflügel (Garagen): erbaut in den 50er Jahren. Scheune (z. T. verändert): 1 Geschoß; Backsteinfassade und östliche Giebelwand in Fachwerk; neue Ständerkonstruktion in Holz, Satteldach (Dacheindeckung in Welleternit); ehemalige Toreinfahrt an der Straßenseite geschlossen. Westflügel: 1 Geschoß, Backsteinfassade, Satteldach, Zuganker; Türöffnung an der Außenseite geschlossen, Toröffnungen an der Innenhofseite verändert; ehem. anschließender Torbogen (mit Korbbogen) heute nicht mehr vorhanden.
Bestandteil des Denkmals ist auch der Innenhof, der seitliche Einfahrtsbereich sowie ein Teil des an das Herrenhaus rückwärtig anschließenden Gartens (ca. 15 m). Nicht Bestandteil des Denkmals ist der in den 50er Jahren erbaute Westflügel (Garagen) mit rückwärtigem Anbau.
Der um 1080 erstmalig erwähnte Vorort Widdersdorf wurde erst im Jahre 1975 zu Köln eingemeindet. Noch heute läßt sich hier deutlich die Geschichtlichkeit eines Dorfes in der Umgebung von Köln nacherleben, seine seit dem Mittelalter überlieferte Bedeutung für Kirche und Adel als auch seine Sozialgeschichte. Die in einem Nachfolgebau von 1745 inmitten des historischen Dorffriedhofes erhaltene Pfarrkirche bildet zusammen mit den fünf Großhöfen den mittelalterlichen und heute noch ablesbaren Ortskern als typischen "Haufendorfes" Widdersdorf. Kirche, Friedhof und Pfarrhof sind der Mittelpunkt, um den sich, teilweise in engen Gassen liegend, die Höfe und andere Kleingehöfte gruppieren. Obengenanntes Objekt, der sogenannte Heckhof, liegt an der Heckgasse, einer alten Gasse, die vom Dorfmittelpunkt aus westlich verläuft. Es handelt sich um eine vierseitig geschlossene Hofanlage fränkischen Typs mit einem 2geschossigen Wohnhaus
- die Backsteinfassaden wurden hier mit Friesen geglie
dert -, der gegenüberliegenden Scheune - deren östliche Giebelwand weist Fachwerk auf - und den niedrigen Wirtschaftsflügeln. Der Ostflügel wurde in den 50er Jahren neu errichtet, andere Teile der Anlage, wie der Torbogen oder die westlichen Flügelbauten, wurden leider in jüngster Zeit 'verfremdet'. Trotz dieser Veränderungen bildet der Heckhof - auch im Ensemble mit der gegenüberliegenden Anlage, Heckgasse Nr. 10 - im Rahmen des Ortsbildes einen Gebäudekomplex von hohem denkmalpflegerischen Stellenwert. Von Bedeutung ist die in einer lang tradierten Maßstäblichkeit und Materialtradition errichtete Anlage aber auch als Dokument der ländlichen Bebauung und Nutzung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0