Wohnhaus
Ferdinand-Schmitz-Straße 1 · Zollstock
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7059 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ferdinand-Schmitz-Straße 1, 50969 Köln |
| Baujahr | 1927 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.03.1994 |
| Stadtteil | Zollstock |
Erbaut 1927 von dem Architekt Emil Mewes (Anfang der 50er Jahre z. T. nach Kriegsbeschädigung entsprechend dem Originalzustand wiederaufgebaut); Bestandteil des nahezu dreieckig angelegten, 3 Straßenzüge umfassenden Wohnblocks mit integrierten Ladenlokalen und gemeinsam begrüntem Innenhof (Ferdinand-Schmitz-Str. 1 - 5/Gottesweg 1 - 13/Zollstockweg 2 - 18). 3 Geschosse, 4 Achsen, traufständig, Putzfassade, mittiger Hauseingang (Rundbogenabschluß) mit Werksteinrahmung, 2 Gauben; Haustür (Holz/Glas) original; Fenster verändert. Rückfront: über die Traufe reichende Treppenhausachse, Garage im UG (Einfahrt mit seitlicher Bruchsteinmauer), 1 Gaube. Im Inneren original erhalten: Terrazzoboden im Eingangsbereich und auf den Etagen, Terrazzotreppe und Geländer (Metallstäbe und Holzhandlauf). Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit Bruchsteinmäuerchen und Bruchsteinplatten im Eingangsbereich (Gestaltung der 50er Jahre).
Zollstock - ein Gebiet, das ursprünglich fast ausschließlich aus Feldern, Ziegeleien, Sand- und Kiesgruben bestand - wurde 1889 nach Köln eingemeindet. Das heutige Erscheinungsbild wird im wesentlichen durch Siedlungsbauten bestimmt, die hier wie in keinem anderen Stadtteil die Bautendenzen dieses Architekturzweiges erkennen lassen und somit auch die mit ihnen verknüpften sozialkundlichen Aspekte verdeutlichen. Während die ersten Siedlungen aus Eigen- und Einfamilienheimen bestanden, setzte sich ab 1925 die Mehrfamilienhaus-Siedlung durch. Ein Beispiel dieser Art ist der um 1930 von der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Köln-Süd errichtete Wohnblock zwischen Ferdinand-Schmitz-Straße, Gottesweg und Zollstockweg, dem o. g. Gebäude als integraler Bestandteil angehört. Die nahezu dreieckige Grundrißform ist bedingt durch den Verlauf der Begrenzungsstraßen und stellt eine optimale Ausnützung des Baugrundes dar. Mit seinen durch Erker und Balkone akzentuierten Eckbauten ist der an den 3 Straßenzügen differenziert gestaltete und in den Höhen abgestufte Gebäudeblock von besonderer städtebaulicher Bedeutung. Die Siedlung gibt ein typisches Bild für die von funktionalen Gesichtspunkten bestimmte Bauweise der späten 20er bzw. Anfang der 30er Jahre - lediglich die Hauseingänge werden durch Rundbögen und plastischen Dekor betont. Gewissermaßen als "Schaufassade" wurden die Hausfronten zur Vorgebirgsstraße ausgebildet: hier befinden sich ebenerdig Ladeneinbauten; das darüberliegende Geschoß wird durch Balkone und mit Tierdarstellungen geschmückte Fenstergiebel besonders hervorgehoben. Zudem überragt diese Blockseite die beiden anderen um 1 bzw. 2 Geschosse. Zu bedauern ist der Verlust der originalen gleichmäßig sprossierten Fenster, die wesentlich zum Charakter der Siedlung beitrugen.
Aus sozialhistorischer Sicht liegt die Bedeutung schließlich darin, daß in Zeiten der Wohnungsknappheit gerade für minderbemittelte Bevölkerungsschichten Wohnraum unter optimaler Ausnutzung des Baugrundes geschaffen wurde, wobei den Bedürfnissen der Mieter durch integrierte Ladenlokale, Spielplatz und Grünfläche im Innenhof sowie optimale Licht- und Luftzufuhr Rechnung getragen wurde. Als Beleg für die sozialgeschichtliche und architektonische Entwicklung Zollstocks, in städtebaulicher Hinsicht und - nicht zuletzt - auch als Schaffenswerk des bekannten Kölner Architekten Emil Mewes wird die o. g. Siedlung zum unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0