Wohnhaus
Berliner Straße 85 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7097 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Berliner Straße 85, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1870 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.04.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1870 erbaut; 2 1/2 Geschosse; 3 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Klassizismus, EG rustiziert; stichbogige Tür- und Fensteröffnungen, im 2. OG (Drempelgeschoß) rechteckig mit mittleren Pfeilern; Haustür und Fenster erneuert; im 2. OG zwei Hauszeichen (Adlerdarstellung) mit Bezug auf alte Ortstradition; im 1. OG originale Halterung der Straßenbahnoberleitung. Rückseite: backsteinsichtig; Hoftür und Fenster erneuert; zweigeschossiger backsteinsichtiger Anbau mit erneuerten Fenstern; daran anschließender neuerer Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich und Treppenhaus ornamentierter Fliesenboden; Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten (Stufen und Absätze neu belegt); teilweise Wohnungstüren, Zimmertüren und Tür zum Anbau.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Die Berliner Straße, früher Wermelskirchener Straße, besaß als wichtiger alter Handelsweg in Richtung Dünnwald und das Bergische Land im 19. Jahrhundert als verkehrsreiche Ausfallstraße besondere Bedeutung. Das o. g. Objekt entstand im Zuge der Erstbebauung in gemischter Nutzung mit Wohn- und Geschäftshäusern. Innerhalb der noch in großer Dichte erhaltenen historischen Bausubstanz der Straße trägt das o. g. Objekt als älteres Beispiel eines spätklassizistisch geprägten Hauses, das in der Zweigeschossigkeit mit zusätzlichem Halbgeschoß die Tradition des ehemals für Köln typischen sog. Dreifensterhauses fortsetzt, zur Charakterisierung der baulichen Entwicklung des Straßenzuges bei und dokumentiert dessen historisches Erscheinungsbild.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0