Wohn- u. Geschäftshaus

Flittarder Hauptstraße 2 · Flittard

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7127
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Flittarder Hauptstraße 2, 51061 Köln
Baujahr1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.04.1994
Stadtteil Flittard

1905 erbaut; Eckhaus zur Evergerstraße; 2 Geschosse und ausgebautes Mansarddachgeschoß (Schieferdachdeckung); 3 : 2 Achsen und abgeschrägte Ecke; Betonung der Ecke durch Giebel mit bekrönender schmiedeeiserner Wetterfahne, je ein weiterer Giebel zu beiden Straßen hin; im Eckbereich ursprünglich Balkon im OG; Putzfassaden mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil; Hauseingang mit originaler Haustür an der Flittarder Hauptstraße, Eingang zum Laden an der Ecke, Tür erneuert; Schaufenster mit Rolläden im EG; Fenster in OG und Dachgeschoß erneuert. Rückseite: Fassade neu verputzt; stichbogige Fensteröffnungen, Fenster original. Die rückwärtige eingeschossige Bebauung, die veränderte ehemalige Anbauten einbezieht, ist nicht Bestandteil des Denkmals. Im Inneren original erhalten: In Eingangsbereich und Treppenhaus Terrazzoboden (ornamentiert), Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, Holzdielenboden auf den Treppenabsätzen, Zimmertüren, Holzdielenböden, Deckenstuck im OG.

Der Name der im Mittelalter entstandenen Ortschaft Flittard, abgeleitet von "vlitterde" (fließende Erde), deutet auf deren Lage im Überschwemmungsgebiet des Rheins hin. Ursprünglich zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg gehörig, kam Flittard im 19. Jahrhundert zur Bürgermeisterei Merheim und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Nachdem durch den Deichbau im Jahre 1895 die Hochwassergefahr gebannt war, ist seit der Jahrhundertwende, auch infolge der Niederlassung chemischer Fabriken im heutigen Leverkusen, ein Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen, der auch eine verstärkte Bautätigkeit zur Folge hatte. Vom gründerzeitlichen Ausbau Flittards haben sich als Bautenensemble in nahezu geschlossener Zeile auf der Nordseite der Evergerstraße, die seit 1901 bebaut wurde und noch bis 1914 Bahnhofstraße hieß, die Häuser Nr. 9 - 17 und 21 - 27 erhalten, die als dreigeschossige Putz- und Backsteinbauten die Erstbebauung dokumentieren. Im Eckbereich zur Flittarder Hauptstraße gehört auch das o. g. Objekt (Haus Nr. 2) zu diesen Häusern, die das ehemals dörflich-ländlich geprägte Erscheinungsbild des alten Flittarder Ortskerns am Beginn der vorstädtischen Ausbauphase kennzeichnen. Als Eckhaus mit drei Giebeln, deren mittlerer in figürlichem Relief einer Fuchsdarstellung auf den Namen des Bauherrn hinweist, ist das 1905 errichtete Gebäude als charakteristischer Bestandteil der ursprünglichen Straßenbebauung ein unverzichtbares Dokument und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0