Wohn- u. Geschäftshaus

Darmstädter Straße 6 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7166
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Darmstädter Straße 6, 50678 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 05.07.1994
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut: um 1905; 4 Geschosse, ausgebautes Dach- und Giebelgeschoß, 3 Achsen, Mittelachse durch Erker mit Balkon auf rechteckigem Grundriß und hohen Ziergiebel besonders betont, Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil; Erdgeschoß verändert (Gaststätte). Fenster und Haustür (in rechter Achse) erneuert. Rückseite backsteinsichtig, Fenster bis auf Treppenhausfenster erneuert, WC-Fensteröffnungen des Haupthauses und Erdgechoßfenster der Hofbebauung verändert. Nicht zum Denkmal gehört der eingeschossige Anbau im Osten des Grundstücks. Im Innern original: Terrazzoboden, sparsamer Deckenstuck, Terrazzotreppe, schlichtes hölzernes Treppengeländer mit Antrittspfosten.

Die von Hermann Joseph Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen). Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen (z. B. das Oberlandesgericht im "Gerichtsviertel") aufwendiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurde u. a. auch die Darmstädter Straße im Universitätsviertel, einem gutbürgerlichen Wohnquartier zwischen Rhein und Bonner Straße angelegt. Das nach wie vor als Wohn- und Geschäftshaus genutzte Objekt Darmstädter Str. 6 gehört zu einem Restbestand einer noch historisierenden Bebauung in der Darmstädter Straße, die über den Zweiten Weltkrieg hinaus erhalten geblieben ist. Mit seiner Geschoßanzahl und Bebauungsweise (eingefriedeter Hof und Hofbebauung) bewahrt das Wohn- und Geschäftshaus, trotz Veränderungen, das ursprüngliche Erscheinungsbild des Straßenzuges, in dem um die Jahrhundertwende eine mittelständische Bewohnerschaft dominierte. Dies ist auch an dem genannten Objekt ablesbar: Die Hauseingänge und Fensteröffnungen im Erdgeschoß sind nur wenig vom Straßenniveau erhöht. Die mit unterschiedlichen Putzstrukturen gestaltete Fassade ist reichhaltig mit Jugendstilmotiven dekoriert (ein Motiv an der Erkerfront deutet darauf hin, daß in dem Objekt ursprünglich eine Bäckerei untergebracht war). Erker und Ziergiebel unterstreichen den repräsentativen Anspruch. Das genannte Objekt besitzt neben seiner sozialgeschichtlichen und architekturhistorischen auch eine städtebauliche und stadtbildprägende Bedeutung: es dokumentiert im Zusammenhang mit der Straßenführung die überregional bedeutende Stübbensche Stadterweiterung Anfang des 20. Jahrhunderts. Das Gebäude befindet sich nahe einem Platz in der Bonner Straße, auf den die umliegenden Straßen sternförmig zulaufen. Das Wohn- und Geschäftshaus im Westen der Darmstädter Straße ist ein Bestandteil des planerischen Gesamtkonzepts der Kölner Neustadt. Innerhalb des Ensembles Neustadt-Süd ist es ein unverzichtbares Element und unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0