Wohnhaus
Enggasse 21 · Zündorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7260 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Enggasse 21, 51143 Köln |
| Baujahr | Ende 17. Jahrhundert |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.11.1994 |
| Stadtteil | Zündorf |
Ende 17. Jh. erbaut; 2geschossiges Fachwerkhaus, giebelständig mit Satteldach; OG auf der nordwestlichen Traufseite in voller Länge über Bügen vorkragend und auf der nördlichen Giebelseite zur Straße hin von der östlichen Ecke an über Balkenkopf und Bügen zunehmend bis zur westlichen Ecke vorkragend; Hauseingang auf der nordwestlichen Traufseite im äußersten straßenseitig gelegenen Gefach über 3 erneuerten Treppenstufen; Haustür und Fenster erneuert (Fensteröffnungen im EG z. T. vergrößert); nordwestlich anschließende verputzte Einfriedungsmauer des Hofes mit erneuertem Tor; eingeschossiger, nach Südwesten anschließender rückwärtiger Anbau mit Pultdach, Backstein (?) verputzt, Maueranker im Sokkel der Ostseite; im Inneren original erhaltene Raumaufteilung und Holztreppe, Zimmertüren erneuert.
Wirtschafts- und siedlungsgeschichtlich geht die Bedeutung Niederzündorfs bereits auf das Mittelalter zurück. Entscheidenden Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung des Ortes seit dem 13. Jahrhundert hatte die Umgehung des Kölner Stapelrechts durch die Verlagerung des Warentransportes zwischen Zündorf und Mülheim vom Rhein auf den Landweg. Dadurch entwickelte sich Niederzündorf auch zu einem wichtigen Warenumschlagsort für das Bergische Land, deren Herzöge ab dem 15. Jahrhundert hier den Rheinzoll erhoben. bis ins 18. Jahrhundert prägte der Wohlstand der Handelsleute das Ortsbild und die Bebauung. Durch den anschließend zu verzeichnenden wirtschaftlichen Rückgang wurde in Zündorf die alte Bebauung, die vielfach aus Fachwerkhäusern besteht, zumeist nicht durch neuere ersetzt. Deshalb hat sich innerhalb des Kölner Stadtgebiets mit dem Ortskern von Niederzündorf ein einzigartiges Ensemble erhalten, das die ländlich-kleinstädtische Prägung der Blütezeit der Ortschaft als Handelsplatz bis heute bewahrt hat.
Die mittelalterliche Entstehung Zündorfs ist bis heute auch am unregelmäßigen Verlauf der Straßen und Gassen abzulesen, für den besonders die ihrem Namen gerecht werdende Enggasse bezeichnend ist. Das Haus Nr. 21 liegt am unteren Teil der Enggasse, die dort mit Gefälle zum Rhein hin verläuft. Durch seine der Hanglage angepaßte Konstruktion, die auch die nicht geradlinige Wegeführung berücksichtigt, indem nur das Obergeschoß im Eckbereich in den Straßenraum vorkragt, charakterisiert das Gebäude die ursprüngliche kleinmaßstäbige und verwinkelte Bebauung des altes Ortskerns. Es gehört zu den älteren Fachwerkhäusern Zündorfs aus dem 17. Jahrhundert, die nur noch in wenigen Beispielen erhalten sind. Sowohl in bauhistorischer wie städtebaulicher Hinsicht ist das o. g. Objekt deshalb für das historische Ortsbild ein unverzichtbares Denkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0