Wohnhaus
Münsterer Straße 53 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7280 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Münsterer Straße 53, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.12.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1890 erbaut; 3 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß (3 originale Gauben); 3 Achsen; zweifarbige Backsteinfassade mit Gliederungen, 1. Geschoßgesims und Dachgesims betont durch ornamentierte Fliesenbänder; stichbogiger Hauseingang in rechter Achse, Haustür erneuert; stichbogige Fensteröffnungen, Fenster erneuert; im 1. OG Halterung der ehemaligen Straßenbahnoberleitung.
Rückseite: Fassade backsteinsichtig, stichbogige Fensteröffnungen, Fenster erneuert; dreigeschossiger backsteinsichtiger Anbau, stichbogige Fensteröffnungen, Fenster größtenteils erneuert, Hoftür original (der spätere 1 1/2geschossige Backsteinanbau und der eingeschossige Anbau auf dem Hof sind nicht Bestandteile des Denkmals); seitliche Einfriedungsmauer aus Backstein. Im Inneren original erhalten: In Eingangsbereich und Treppenhaus: Terrazzoboden, Deckenstuck und Unterzug auf Stuckkonsolen, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, Holzdielenboden auf den Etagen, Holzfußleisten, Wohnungstüren und Aborttüren, teilweise spätere Keramikwandfliesen.
Die Entwicklung Mülheims blieb bis in die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts auf das Gebiet zwischen Rhein und Wallstraße mit der Mülheimer Freiheit als Hauptstraße beschränkt. Seit etwa 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. - Die Düsseldorfer Straße war im 18. Jahrhundert als Chaussee vom Ortsausgang an der Mülheimer Freiheit nach Düsseldorf neu angelegt worden. Hier entstand in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Villenviertel - heute zum größten Teil durch Neubauten ersetzt - und im Anschluß daran an der Münsterer und dem oberen Bereich der Düsseldorfer Straße 3- bis 4geschossige Mietwohnbebauung. Charakteristisch für die teilweise noch in geschlossener Zeile erhaltenen Häuser an der Münsterer Straße sind reich mit Stuck dekorierte Fassaden ohne Vorbauten, vielfach in Kombination mit Backsteinmauerwerk. Das Haus Nr. 53 zeichnet sich durch seine reine Backsteinfassade aus, die in den Gliederungsdetails teilweise mit denen des benachbarten Hauses Nr. 55 übereinstimmt. Innerhalb des Ensembles der mit zweieinhalb bis drei Geschossen die Maßstäbigkeit der ehemals für Köln typischen sog. Drei- und Vierfensterhäuser spiegelnden Bauten ist das o. g. Haus Münsterer Str. 53 unverzichtbarer Bestandteil. Insbesondere mit seiner Fassade, mit wesentlichen Teilen der inneren Ausstattung sowie mit rückwärtig erhaltenem ursprünglichen Anbau und originaler Einfriedungsmauer dokumentiert das Gebäude das historische Erscheinungsbild der Straße und ist unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0