Büro- und Geschäftshaus

Neumarkt 39 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7305
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungBüro- und Geschäftshaus
Adresse Neumarkt 39, 50667 Köln
Baujahr1955
Architekt / PlanungHans Koerfer
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.12.1994
Stadtteil Altstadt/Süd

Erbaut 1955; Architekt: Hanns Koerfer; 5 Geschosse; flachgeneigtes Satteldach (hinter der vorgeblendeten Fassade verborgen); Rasterfassade mit Natursteinrahmung und Riemchenverblendung; EG verändert; Fenster erneuert; Fassadengliederung in einen weit geöffneten, durch zwei kräftige Säulen (in der Substanz original) abgefangenen EG-Bereich, den OG-Bereich (1.-3. OG) und das mezzaninartig abgesetzte 4. OG; Rückfront: rasterartige Gliederung entsprechend der Vorderfront; Treppenhausbereich linker Hand mit originalen Fenstern mit mattiertem Glas und Beschlägen; rückwärtig eingeschossige Bebauung um einen Ziergarten gruppiert; Innen original: Grundriß des Kellergeschosses (z. T. Travertin-Bodenplatten); EG-Grundriß incl. Anbau und Ziergartennutzung (Riemchenfassade im Innenhofbereich) weitgehend original; Geschoßaufteilung im 1.-3. OG geringfügig durch neue Flure verändert; 4. OG original; Treppenanlage und Terrazzobelag, Eisengeländer und Mipulamhandlauf; Aufzugsanlage; Wandleuchten im Treppenhaus (ab dem 1. Treppenabsatz); Türen mit Beschlägen, Lichtschalter.

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in den allgemeinen Blick. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet. Ohne einheitlichen Stil repräsentieren sie eine Vielzahl von Tendenzen im Bauschaffen. Das o. g. Objekt wurde 1955 nach Plänen des Architekten Hanns Koerfer, Sohn von Jakob Koerfer, für den Bankverein Westdeutschland AG errichtet. Es ist integraler Bestandteil der in weiten Teilen in den 50er Jahren neugestalteten Südseite des Neumarktes. Die Gebäude der Banken gehören neben Versicherungsbauten mit zu den städtebaulich dominantesten Aufgaben durch die Größe ihrer Bauvolumen, ihre Quantität und ihre Standorte im städtischen Gefüge. Der Mehrzahl der Bankgebäude ist dabei ein repräsentativer Anspruch eigen, der in Verbindung mit einer gewissen Solidität, die sich in der Baumassengliederung ausdrückt, immer auch wirtschaftliche Potenz verdeutlichen soll. Die sehr strenge Wirkung des o. g. Objektes wird diesen Ansprüchen durch eine straffe, fast schon klassizistisch zu nennende Fassadengliederung gerecht. Die Betonung der Vertikalen innerhalb des Fensterrasters läßt an Kolonnaden denken; die durch zwei mächtige Säulen abgefangene Eingangssituation variiert den klassischen Portikus und die Dreiteilung der Fassade in einen EG-, den OG-Bereich und eine Art Mezzaningeschoß hat ihre Vorläufer in den repräsentativen Stadtpalästen der Renaissance. In dieser Umwertung und Vereinfachung historischer Bauformen liegt die architekturhistorische Bedeutung des o. g. Objektes, das somit keiner progressiven, sondern einer traditionell orientierten Strömung der 50erJahre-Architektur zuzuordnen ist. Dieser für die städtebauliche Einfassung des Neumarktes typische Bau dokumentiert ein wesentliches Stück Kölner Nachkriegsgeschichte, die maßgeblich durch die Bauten und stadtplanerischen Aktivitäten im Zuge der Cäcilienstraße/Neumarkt/Hahnenstraße geprägt ist. Aus diesen Gründen ist das o. g. Objekt in seiner jetzigen Gestalt unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0