Wohn- u. Geschäftshaus
Herthastraße 1 · Zollstock
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7312 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Herthastraße 1, 50969 Köln |
| Baujahr | 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.01.1995 |
| Stadtteil | Zollstock |
1906 erbaut (inschriftlich); Eckhaus zur Vorgebirgstraße; 3 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß; 4:2 Achsen, abgeschrägte Ecke mit Betonung durch Giebel und Gaststätteneingang; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Jugendstil, EG verändert, im 1. und 2. OG Fugenschnitt; Hauseingang in rechter Achse zur Herthastraße, Haustür erneuert; Gaststätteneingang an der Ecke, teilweise ältere Tür; späterer Hauseingang in linker Achse zur Vorgebirgstraße; rechteckige Fensteröffnungen, in der Treppenhausachse teilweise verändert, Fenster erneuert. Rückseite: neu verputzte Fassade, stichbogige Fensteröffnungen, Fenster und Hoftür erneuert; eingeschossiger neuerer Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals. Im Inneren original erhalten: In Eingangsbereich und Treppenhaus Terrazzoboden und -treppe (teilweise erneuert) mit erneuertem Geländer und originalem geschwungenen Antrittspfosten aus Holz.
Nicht Bestandteil ist der vom Treppenhaus erschlossene seitlich in gleicher Traufhöhe an der Herthastraße anschließende Gebäudeteil auf winkelförmigem Grundriß (viergeschossiger Nachkriegswiederaufbau auf ursprünglichem Kellergeschoß).
Die Entstehung des Ortes Zollstock, auf dessen Gebiet bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ausschließlich Ackerland lag, hängt eng mit der Errichtung der Kölner Neustadt ab 1881 zusammen. Aufgrund der reichen Lehmvorkommen und des steigenden Bedarfs an Baumaterial entstanden dort damals zahlreiche Ziegeleien. Der bereits 1888 nach Köln eingemeindete kleine Vorort entwickelte sich erst allmählich durch Ausbau von neuen und bestehenden Straßen um einen Kernbereich am Höninger Weg - einem alten Flurweg -, der parallel dazu 1892-1902 zwischen Köln und dem Südfriedhof angelegten Vorgebirgstraße und den quer verlaufenden Straßenzügen Zollstocksweg, Gottesweg und Herthastraße. Während Zollstock heute durch zahlreiche Siedlungen aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg geprägt wird, befindet sich an der Herthastraße die älteste heute noch erhaltene Wohnbebauung, die im ersten Jahrzehnt nach der Jahrhundertwende 1906/07 entstand. Das o. g. Gebäude Herthastr. 1 gehört zu den wenigen Häusern dieser frühen ortsgeschichtlichen Phase, deren schlichte Fassaden ohne Vorbauten durch Stuckdekorationen in Formen des Jugendstils charakterisiert werden. Städtebaulich setzt das Eckhaus zur Vorgebirgstraße, die als Platanenallee gestaltet ist, einen wichtigen Akzent im Kreuzungsbereich. Aufgrund der im wesentlichen erhaltenen Originalsubstanz besonders der Fassade dokumentiert das Gebäude Herthastr. 1 trotz des veränderten Erdgeschosses die Erstbebauung und das ursprüngliche Erscheinungsbild der Straße und ist deshalb als unverzichtbares Denkmal unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0