Wohn- u. Geschäftshaus

Eulenbergstraße 8 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7356
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Eulenbergstraße 8, 51065 Köln
Baujahr1955 bis 1956
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 31.01.1995
Stadtteil Mülheim

1955/56 erbaut, Architekt: Paul Kohlen, Köln-Mülheim; in Baueinheit mit Nr. 4 - 6 errichtet; 5 Geschosse auf rechtekkigem Grundriß, Flachdach; 6 Achsen, axialsymmetrischer Aufbau mit Betonung der mittleren Achsen im 1. bis 3. OG durch engere Abstände und teilweise hervorgehobene Fensterbrüstungen; Putzfassaden mit Putzgliederungen (betonte Fensterrahmungen), Fliesenverkleidung im EG und an Fensterbrüstungen im 2. und 3. OG; EG mit durchgehendem Kragdach und vollständiger Verglasung durch originale Schaufenstervitrinen; mittlerer, leicht aus der Achse nach rechts verschobener Hauseingang passagenartig zurückgesetzt mit Schaufenstervitrinen im Eckbereich, originaler Tür des rechten Ladens, links teilweise verändert) und originaler Fliesenverkleidung der Wände, Haustür erneuert; im 4. OG ursprünglich durchgehende Loggia mit originalem Brüstungsgeländer aus Metall und dünnen runden Metallstützen (verglaster mittlerer Vorbau später); Fensteröffnungen nahezu quadratisch, Fenster weitgehend erneuert. Rückseite: Putzfassade; 5 Achsen; in äußeren Achsen Loggien im 4. OG mit originalen Brüstungsgeländern aus Metall; Fenster weitgehend erneuert, Treppenhaus mit Verglasung durch Glasbausteine.

Die rückwärtige Grundstücksbebauung im Souterrain und EG ist nicht Bestandteil des Denkmals.

Im Inneren original erhalten: Im Treppenhaus Bodenbelag aus hellen Kunststeinfliesen, Treppe mit Kunststeinbelag und grünem Metallgeländer mit schwarzem Mipolamhandlauf, Wandsockel mit Belag aus grünen Keramikfliesen, Aufzugstüren aus Metall, Wohnungsabschlußtüren aus Holz; räumliche Aufteilung und Zimmertüren im 4. OG (im 1. bis 3. OG verändert).

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim, die 1914 nach Köln eingemeindet wurde, hatte sich infolge des industriellen Wachstums bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer Stadt entwickelt und zwischenkriegszeitliche verschiedenartige Gründervorstadtbereiche mit unterschiedlichen Bebauungsstrukturen umgeben war. Die stadträumliche Ausweitung Mülheims auf den Bereich östlich des Clevischen und Bergischen Rings hatte seit Beginn des Jahrhunderts zur Verlagerung des Geschäftszentrums an den Wiener Platz und die Frankfurter Straße geführt. In diesem Bereich bedingten die erheblichen Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs auch eine Neuordnung der Verkehrswege. Der ursprüngliche Anfang der Bergisch-Gladbacher Straße am Wiener Platz wurde nach Norden verlegt und das ehemalige Teilstück dieser Straße in die Eulenbergstraße umbenannt, an der eine für die Nachkriegszeit bezeichnende Neubebauung mit Wohn- und Geschäftshäusern entstand. In einer für die Architektur der Wiederaufbauphase in den 1950er Jahren charakteristischen Form weisen die flachgedeckten Gebäude Eulenbergstr. 4 - 6, 8, 10, 12 - 14 und 5 - 7, zu deren Ensemble auch das o. g. Objekt Nr. 8 gehört, verschiedene bauzeittypische Gestaltungsmerkmale auf, wie z. B. das unter durchlaufendem Kragdach großflächig verglaste Erdgeschoß, das optisch zurücktritt und eine leichte, ansatzweise schwebende Wirkung der Gebäudeobergeschosse bedingt. Die Erscheinung der beiden Häuser Nr. 4 - 6 und Nr. 8, die in baulicher Einheit 1955/56 nach Plänen des Mülheimer Architekten Paul Kohlen errichtet wurden und an denen sich der Architekt des etwas jüngeren anschließenden Hauses Nr. 10 orientierte, wird in der Dominanz der Horizontalen besonders durch die gleichartige Gestaltung der abschließenden obersten Geschosse mit Loggien verstärkt. Der geschoßbetonten Fassadengliederung wirken als belebende Elemente die abweichenden Fensterstrukturen der mittleren Achsen entgegen, wodurch insgesamt eine proportional ausgewogene Gestaltung erzielt wird. Das Haus Eulenbergstr. 8, das auch hinsichtlich der Treppenhausausstattung die originale Substanz weitgehend bewahrt hat, dokumentiert innerhalb des Bautenensembles als qualitätvolles Beispiel die Nachkriegsarchitektur der 1950er Jahre und ist zur Veranschaulichung der baulichen Entwicklung des Straßenbildes unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0