Wohn- u. Geschäftshaus
Marzellenstraße 25 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7360 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Marzellenstraße 25, 50668 Köln |
| Baujahr | 1954 bis 1955 |
| Architekt / Planung | Hans Schilling |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 31.01.1995 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Erbaut 1954/55 von Hans Schilling auf annähernd rechteckigem Grundriß; 4 Geschosse Flachdach (leicht geneigt) mit rückwärtiger Dachterrasse, Vorderfassade: 3 Achsen, Treppenhausachse mit Wohnhauseingang in der Mitte als Symmetrieachse ausgebildet, flankierende Außenachsen mit Balkonen in den oberen Hauptgeschossen und originalen Balkonbrüstungen mit sich wiederholenden Vogelmotiven (Materialien: Beton, Marmorriemchen und Riemchenfragmente, Mosaiksteinchen; Künstler: Willi Strauß). Marmorriemchenfassade mit Glasbausteinfeldern (Zwischengeschosse) und Putzflächen; EG mit Ladenlokalen (rechts mit originalen Natursteinbodenplatten); Fenster (Rahmung und Gliederung aus Stahl) original, Haustür original. Rückseite: verputzt, Fenster erneuert, originale Hoftür, originale Fenstergitter im EG, metallene Fensterbrüstungen im 1. und 2. OG erneuert, originales Dachterrassengeländer (Metall). Zum Denkmal gehört der rückwärtige von überwiegend neueren Backsteinmauern eingefriedete Garten. Im Innern original: Terrazzobodenbelag (im Eingangsbereich erneuert; Grünton), Terrazzotreppe mit geschwungenen Treppenwangen (Grünton), metallenes Treppengeländer (grün) mit Mipolamhandlauf (grau).
In einer der oberen Wohnungen: originale Kunststoff-Bodenplatten, originale hölzerne Treppenstufen zum Zwischengeschoß mit schmiedeeisernem Treppengeländer (urspr. Schnüre), Zwischenwand nach Westen mit Tür aus Glas mit Metallrahmung.
Im 2. Weltkrieg wurde die Kölner Altstadt zu 90 % zerstört. Auch die historische Bebauung der Marzellenstraße, im Kernbereich der Altstadt war von den Kriegseinwirkungen betroffen. Heute kennzeichnet die Marzellenstraße ein heterogenes Erscheinungsbild mit Wohn-, Geschäfts- und Verwaltungshäusern und einem Sakralbau mit unterschiedlichen Baualtern.
Das 1954/55 errichtete Wohn- und Geschäftshaus Marzellenstraße 24 gehört zu den frühen innerstädtischen Nachkriegsbauten. Es zeichnet sich durch eine besonders qualitätvolle Fassadengestaltung aus, die die unterschiedlichsten Baumaterialien miteinander kombiniert: die mittlere Erschließungsachse (Treppenhaus), eine relativ geschlossene Wandfläche, wird von zwei transparenten Außenachsen mit alternierenden Glasbausteinfeldern und Fensteröffnungen flankiert.
Die Balkonbrüstungen schwächen die Transparenz etwas ab. Ihre blaßfarbigen Vogelmotive verleihen dem weitgehend rasterartig strukturierten Bau zusätzliche Leichtigkeit und Spannung, indem sie die sonst dominierenden Rechteckformen verlassen. Die seitlichen Brüstungsecken überlappen die verkleidete Mittelachse und tragen so zu einer organischen Verbindung der kontrastierenden Achsen bei. Die großen Lichtöffnungen spiegeln das für die Nachkriegsarchitektur typische Streben nach "Licht, Luft und Sonne" nieder.
Zu diesem Konzept gehört auch die rückwärtige Dachterrasse und der Aspekt der Grüngestaltung, also die große, rückwärtige Gartenfläche. Das Wohn- und Geschäftshaus im mittleren Abschnitt der Marzellenstraße ist einer der architektonisch bemerkenswerten 50er-Jahre-Bauten im Kölner Stadtgebiet und gleichzeitig ein wichtiger Bau innerhalb des architektonischen Gesamtwerkes des für Köln bedeutenden Architekten Hans Schilling, der seit 1937 im Büro Band mitarbeitete und seit 1955 selbständig tätig war. Das genannte Objekt gehört also zu seinem Frühwerk.
Somit ist das Wohn- und Geschäftshaus Marzellenstr. 25, das die Bautätigkeit nach dem 2. Weltkrieg im Kernbereich der Altstadt belegt, ein unverzichtbares Dokument und unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0