Wohnhaus
Theklastraße 26 · Weidenpesch
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7524 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Theklastraße 26, 50737 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.07.1995 |
| Stadtteil | Weidenpesch |
Erbaut um 1905, Vorderhaus auf rechteckiger Grundfläche mit rückwärtigen Seitenflügeln an den seitlichen Grundstücksgrenzen, 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Mansardgiebeldach, Stuckfassade in Formen des Jugendstils, 4 Achsen, in den äußeren Achsen erkerartige Vorbauten und Ziergiebel. Hauseingang in der Mitte, originale Haustür in Holz, querovale Verglasung, sprossengeteilt, Oberlicht erneuert, Erdgeschoß mit Ladenlokal rechts und Gaststätte links, zum Teil veränderte Fenster (Metall). Fenster der Obergeschosse mit geradem oberen Abschluß, in den äußeren Achsen paarweise zusammengefaßt, Dachgaupenfenster mit segmentbogigem Abschluß in den äußeren Achsen paarweise zusammengefaßt, Dachgaupenfenster mit segmentbogigem Abschluß, Fenster mit sprossengeteilten Oberlichten zum großen Teil original. Rückseite: Backstein, Traufgesims, Vorderhaus dreiachsig, segmentbogig schließende Fensterformen, Fenster mit Oberlichten inklusive der Treppenhausfenster mit gußeiserner Vergitterung zum großen Teil original. Im Innern original erhalten: Vestibül: einheitliche Gestaltung von Wand- und Deckenstuck durch Gurte über Korbbogenwölbung, korbbogiger Durchgang zum Treppenhaus: Terrazzotreppe, Geländer mit Antrittspfosten und Handlauf in Holz, Treppenpodeste in Terrazzo mit Bordure, originale Wohnungseingangstüren in Holz mit sprossengeteilten Oberlichten. Erdgeschoßbereich weitgehend verändert. In den Wohnungen: Holzdielenböden, zum großen Teil originale Gewände und Türen, zum Teil Stuckdecken in den straßenseitigen Räumen.
Im Bauverband der rückwärtigen Seitenflügel je ein eingeschossiger Anbau (zum Teil beschädigt), die Bestandteil des Denkmals sind.
Asphaltierter Hofbereich.
1888 ging mit der Eingemeindung der Bürgermeisterei Longerich auch das auf mittelalterliche Ursprünge zurückreichende Pfarrkirchdorf Merheim (seit 1952 Weidenpesch) nach Köln. Der Ort war im Gegensatz zu der bereits industriell entwikkelten Nachbargemeinde Nippes in Charakter und Erscheinungsbild ländlich geprägt. Der dörfliche Rahmen wurde erst um die Jahrhundertwende, nach der Eröffnung des Nordfriedhofs 1896 und der Pferderennbahn 1898, gesprengt. Seit dieser Zeit entstanden an der Hauptverkehrsachse des Vororts, vorerst im ursprünglichen Ortszentrum westlich der Neusser Straße im Bereich der Schmiedegasse mehrstöckige Miethäuser. Ca. 1910 setzte dort der Siedlungsbau zum Kölner Wohnvorort ein. Es entstanden in einem Zuge der geschlossene Siedlungskomplex des Möbelfabrikanten Pallenberg mit Arbeiterhäusern und zugehörigen Nutzgärten und weitere städtisch geprägte Reihenmietbauten sowie am Ende der 20er Jahre Mietwohnungsblöcke der Wohnungsbaugenossenschaft Nord. Der mittlerweile städtisch geprägte, mehrfach von Grünanlagen (Grüner Hof, Kapelle Schmiedegasse, Roßbachstraße) durchsetzte Ortsteil wurde um die Jahrhundertwende erschlossen und mit Mietwohnblöcken bebaut. Von bedeutenden Bauten aus älterer Vergangenheit hat sich nur wenig erhalten. Lediglich das alte Straßennetz mit einigen bescheidenen, zum Teil veränderten dörflichen Bauten und Wegekreuzen stammt noch aus ländlich geprägter Zeit.
Die Theklastraße ist eine baumbestandene Seitenstraße zu der verkehrsreichen Hauptachse Neusser Straße, die den Vorort Weidenpesch über Nippes mit dem Kölner Innenstadtbereich verbindet. Sie bildet eine Verbindung zum westlich angrenzenden groß angelegten Grünbereich des Nordfriedhofs, auf dessen Eingangsanlage sie direkt zuführt. Das Gebäude Theklastr. 26 erscheint im Kreuzungsbereich zur Merheimer Straße als Teil der ursprünglichen Bebauung um die Jahrhundertwende. Die anschließende Zeilenbebauung der Straße wie auch gegenüberliegende Wohnbebauung sind in den 1920er/30er Jahren anhand eines einheitlichen Konzeptes mit Mietwohnbauten in Siedlungsform entstanden. So erscheint die Nr. 26 als einziges Gebäude aus der Zeit der Erschließung und Parzellierung der Straße um die Jahrhundertwende. Das Gebäude auf breiter Parzelle mit symmetrisch gestalteter, großflächiger Schauseite und mit rückwärtig zwei parallelen, einen dreiseitig geschlossenen Innenhof bildenden Seitenflügeln zeigt aufwendige Jugendstildekorationen an der Fassade, im Entrée und den Interieurs (Schmuckformen: Von Pilastern in Kunststein gerahmter Eingang, die einen gekröpften Balken mit Bogenverdachung tragen, im Bogenfeld von Voluten umgebene Kartusche mit Feston, Obergeschosse mit einheitlicher achsbezogener Fassung der Fenster und erkerartigen Vorbauten in Art der Großordnung, Brüstungsfelder mit Jugendstilreliefs, Überleitung zum Traufgesims durch Konsolen und Keilsteine, Einschluß profilierter Segmentbögen über den Erkervorbauten, Ziergiebel von Bossenquaderimitation gefaßt, gekröpftes, großflächiges Bogenfeld mit Einschluß volutengerahmter Kartuschen). Die repräsentative und großzügige Gestaltung des Mietwohnungsgebäudes knüpft an die städtisch geprägte Baukultur an und ist gebautes Zeugnis für das rapide Anwachsen des ehemals ländlich geprägten Ortsteils. Als Dokument der überlieferten Bebauung und als Rest gründerzeitlicher Architektur in Köln-Weidenpesch ist das Gebäude Theklastr. 26 ein unverzichtbares Beispiel.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0