Wohnhaus
Tiberiusstraße 5 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7633 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Tiberiusstraße 5, 50968 Köln |
| Baujahr | 1950 bis 1951 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 30.08.1995 |
| Stadtteil | Marienburg |
Erbaut 1950/1951 von dem Architekten Hans Schumacher für die britische Besatzungsmacht.
2-geschossiger traufständiger Putzbau auf unregelmäßigem Grundriß mit ziegelgedecktem Satteldach. An der linken Gebäudeseite Garagenanbau.
Die Türöffnungen sind hochrechteckig, die Fensteröffnungen größtenteils nahezu quadratisch ausgebildet und im Ergeschoß mit einfachen Stabgittern versehen. An der Südostecke des Gebäudes liegt eine Terrasse, deren unregelmäßig geschwungene Form der darüberliegende Balkon im 1. OG wieder aufnimmt.
Das Gebäude weist einen Haupteingang an der Westseite in Form einer einfach eingeschnitte-nen Türöffnung auf. Das darüberliegende Obergeschoß wird von vier gleichartigen Fensteröff-nungen belichtet. Der innere Grundriß und ein Großteil der originalen Ausstattungsmerkmale haben sich erhalten.
Der Ursprungsentwurf sieht einen möglichen Umbau des Einfamilienhauses zu einem Zweifamilienhaus durch geringe Veränderungen im Nebentreppenhausbereich vor.
Teil des Denkmals ist auch die Vorgartenzone mit Backsteineinfriedung und Gittertor sowie der Hausgarten.
Begründung der Denkmaleigenschaft gemäß § 2 DSchG NW:
Das Gebäude Tiberiusstr. 5 befindet sich in dem 1888 eingemeindeten Kölner Vorort Marienburg, dessen Entwicklung zu einer "Villen-Colonie" gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Bau erster Straßen und Landhäuser einsetzte.
Trotz erheblicher Kriegsschäden konnte Marienburg seinen Charakter weitgehend bewahren, in dem auch die Bebauung der Nachkriegszeit auf die Einheit eines von Architektur und Grünplanung bestimmten Villengebietes Rücksicht nahm.
Das Gebäude Tiberiusstr. 5 befindet sich zusammen mit den gleichzeitig errichteten Hausnummern 1 und 7 auf dem ehemals ca. 6.000 qm umfassenden Gartengelände der Villa Unter den Ulmen 148. Die 1894 entstandene Villa Vorster wurde nach Kriegsende von den Besatzungsmächten okkupiert und das Grundstück durch Teilung verkleinert. Die so gewonnenen Bauplätze wurden 1951 für britische Besatzungsbauten in Anspruch genommen. Es entstanden drei Villen für ranghohe Armeeangehörige mit Familien und Dienstboten.
Die über 350 qm Wohnraum umfassenden Gebäude wurden von dem Kölner Architekten Hans Schumacher, einem der bedeutendsten Vertreter der Moderne seit den 20er Jahren, als sogenannte Typenbauten entworfen, d. h. Schumacher kannte konkret weder Baugrundstück noch Bauherrn, sondern erfüllte mit seinen Entwürfen die theoretischen Vorgaben seiner Auftraggeber, die verschiedene Punkte umfaßten: so liegen die Wirtschafts- und Personalräume im selben Gebäudeteil übereinander und sind durch eine besondere Treppe miteinander verbunden; das Wohnzimmer ist mit einem offenen Kamin ausgestattet; die Elternschlafräume werden von einem Badezimmer und einem Ankleideraum flankiert. Dieses für englische Verhältnisse typische Bauprogramm hat sich bis heute unverändert erhalten. Zu dem passen sich die unter dem britischen Einfluß gebauten Gebäude mit ihrer qualitätvollen 50er-Jahre-Architektur geprägten Wohnviertel an, das auch schon nach dem 1. Weltkrieg ein bevorzugtes Wohn- und Siedlungsgebiet der britischen Besatzung war.
An der Erhaltung und Nutzung des Gebäudes Tiberiusstr. 5 besteht dementsprechend aus architekturhistorischen, geschichtlichen und städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0