Wohnhaus

Lindenburger Allee 11 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7733
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lindenburger Allee 11, 50931 Köln
Baujahrum 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.01.1996
Stadtteil Lindenthal

Erbaut um 1912; linke Hälfte eines villenartigen Doppelhauses; Architekt: Hermann Pflaume d. J.; 2 Geschosse; ausgebautes Mansardwalmdach; Putzfassaden mit zurückhaltender Stuckgliederung (Kellersockel mit scharriertem Putz); Straßenfront zweiachsig; Betonung der linken Achse durch eingeschossigen konvexen Vorbau und Zwerchhaus mit ornamentiertem Rundgiebel (Früchtekorb); EG-Fenster von kannelierten Viertelsäulen gerahmt (rechtes Fenster rundbogig überfangen mit Früchtekorbornament, profilierte Fensterbrüstung); Horizontalgliederung durch leicht profilierte Sturzlinie, Sohlbankgesims (OG) und Traufgesims; Fenster erneuert; Schlagläden entfernt; seitlich vorgestuft (eine Achse) schließt rückwärtig risalitartiger Seitenflügel (separates Dach) an; im Winkel zwischen beiden Baukörpern der überdachter Eingang (rundbogige, loggia-artige Wandöffnungen) mit originaler Tür; Seitenfront dreiachsig; Rückfront: 3 Achsen, rechts vorgestuft.

Struktur erhalten, jedoch größere Veränderungen:

links: EG mit Wintergarten inkl. aufgesetztem Balkon, au ßerdem Ausbau des Souterrains;

rechts: Türdurchbruch mit Freitreppe.

Fenster und Türen verändert.

Im Inneren erhalten: Marmorboden und -verkleidung in der Diele; Holztreppenhaus; zahlreiche Türen sowie Reste von Deckenstuck, Parkettboden (z. B. im EG).

Das großzügige Wohnhaus - Bestandteil eines ursprünglich bis auf die Eingangsbereiche identisch gestalteten Doppelhauses - ist als Teil der offenen Einzelhausbauweise mit starker Durchgrünung durch Alleebäume und Gärten aussagekräftiges Zeugnis für großbürgerlichen Wohn- und Baustil des erst seit der Jahrhundertmitte allmählich zusammenwachsenden Wohnvorortes Lindenthal, der 1888 nach Köln eingemeindet wurde.

Das Gebäude wurde nach Entwürfen des Architekten Hermann (Eberhard) Pflaume (1869 - 1921) errichtet, der zu seinen Lebzeiten als einer der besten der modern bauenden Kölner Architekten galt.

Wie bereits sein Onkel, Hermann Otto, dessen Büro er 1901 übernahm, versuchte auch der junge Pflaume das Barock der Kölner Stadtpalais des 18. Jahrhunderts wiederaufleben zu lassen. Die breite Lagerung des Gebäudes, dessen markante Dachform, der risalitartige Seitenflügel und Detailformen wie das Zwerchhaus belegen diese Stilanleihen. Die mitlerweile entfernten Originalfenster, Schlagläden und Fledermausgauben unterstrichen die barocke Gesamtwirkung eindringlich. Als zeittypisches Beispiel einer repräsentativen Villenbebauung stellt das o. g. Objekt, das mit dem Haus Nr. 9 eine bauliche Einheit bildet, ein unverzichtbares bauliches Dokument der Entwicklung Lindenthals dar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0