Verwaltungsbau (Esso-Verwaltung)

Neusser Landstraße 16 · Niehl

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7759
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungVerwaltungsbau (Esso-Verwaltung)
Adresse Neusser Landstraße 16, 50735 Köln
Baujahr1958
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 26.01.1996
Stadtteil Niehl

Verwaltungsbau der Esso-Raffinerie, 1958 erbaut, Architekt: A. E. Palme, Düsseldorf.

Straßenseitig gelegenes langgestrecktes Gebäude auf rechteckigem Grundriß; Stahlbetonskelettbau, 3 Geschosse, Flachdach; allseitig Überhang ab 1. OG; straßenseitige Fassade im EG verputzt zwischen Betonpfeilern, im 1. und 2. OG vorgehängte Rasterfassade aus Stahl (weiß gestrichen) mit Brüstungsplatten aus Blech (dunkelrot), originale Stahlfenster mit Wendeflügeln, Hauseingang in Verglasung und Türen erneuert, originales auf 3 Stützen freistehendes flaches Vordach; rückseitige Fassade entsprechend der Vorderseite, Betonung von 2 Treppenhausachsen durch vollständig verglaste Fensterflächen; Seitenfronten geschlossen mit Verkleidung durch gelbe Klinker, im EG der linken Seite durch grünliche Naturbruchsteinplatten. Im Inneren von denkmalpflegerischer Relevanz: In 2 Treppenhäusern originale gegenläufige Treppenanlagen aus Beton mit Belag aus Kunststein und Stabgeländern mit Mipolamhandläufen, Raumstruktur mit Fluren und Büroräumen im wesentlichen erhalten, Zimmertüren mit Metallzargen.

Der bis ins 19. Jahrhundert dörflich-ländlich geprägte Vorort Niehl, der 1888 nach Köln eingemeindet wurde, erhielt durch die Ansiedlung von Fabriken, besonders der Fordwerke im Jahre 1930, im Norden des Ortskerns neue Impulse als Industrieort. Das Gebiet zwischen Rhein und Neusser Landstraße wurde nach dem Zweiten Weltkrieg großflächig für industrielle Nutzung ausgebaut. Das o. g. Objekt gehört zu der Ende der 50er Jahre von der ESSO AG auf dem weiträumigen Gelände errichteten Raffinerie. Es ist ebenso wie die im folgenden noch erwähnten Kantinengebäude, das Umkleidehaus und das Pförtnerhäuschen ein Dokument dieser, die wirtschaftliche Entwicklung Niehls prägenden Nachkriegsphase. Die genannten Gebäude besaßen zentrale Funktionen innerhalb des Werks und bildeten gewissermaßen den "Kern" des Betriebes. Die unterschiedlichen Nutzungen der jeweiligen Bauten wurden durch deren wechselnde äußere Erscheinung veranschaulicht.

Das hier zur Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Köln gemäß § 3 Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (DSchG NW) anstehende straßenseitige Verwaltungsgebäude spiegelt mit seiner breiten Front eindeutig repräsentative Ansprüche wieder. In der zur Erbauungszeit modernen architektonischen Konstruktionsweise und Formensprache wird auch die Fortschrittlichkeit des Unternehmens zum Ausdruck gebracht. Der flachgedeckte Stahlbetonskelettbau mit vorgehängter Rasterfassade aus Stahl und Glas charakterisiert in seiner klaren kubischen Form eine amerikanisch beeinflußte zeittypische Architekturrichtung der 50er Jahre. Die vorgehängte Obergeschoßfassade ist in ihrer Substanz weitgehend reduziert auf eine Rahmenkonstruktion aus Stahl mit leichten Blech- und durchsichtigen Glasfüllungen, so daß sie in ihrer optischen Wirkung aufgelöst erscheint in ein Netz aus schmalen vertikalen Stegen und horizontalen Brüstungs- und Fensterbändern. Diese Leichtigkeit der Erscheinung erfährt zusätzliche Betonung durch das als Schattenzone zurückgesetzte Erdgeschoß.

Dem Verwaltungsgebäude sind aus der Erbauungszeit der Gesamtanlage ein nicht in die Unterschutzstellung einbezogenes Kantinengebäude und ein ebenfalls nicht in die Unterschutzstellung einbezogenes Umkleidehaus sowie ein Pförtnerhäuschen und ein Verbindungsgang zugeordnet. Es handelt sich hier um höchst originell gestaltete, ihrer jeweiligen Funktion angepaßte Nutzbauten. Dieses "Ensemble" besitzt in orts- und bauhistorischer Hinsicht einen erheblichen dokumentarischen Wert. Das Verwaltungsgebäude besitzt darüberhinaus eindeutigen Denkmalwert und ist unbedingt zu erhalten. Der Erhalt der drei übrigen genannten Gebäude wird denkmalrechtlich nicht gefordert, aber auch im Sinne der Dokumentation der Firmengeschichte von ESSO AG und Deutsche EXXON Chemical GmbH dringend empfohlen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0