Wohnhaus

Wichterichstraße 26 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7816
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Wichterichstraße 26, 50937 Köln
Baujahr1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.03.1996
Stadtteil Sülz

Inschr. bez. und dat. "A. Penner, 1925". 3 Geschosse, Souterrain, 3 Achsen; ausgebautes Dachgeschoß mit mittigem Giebelhaus und zwei Gauben; zweigeschossiger Erker in der Mittelachse; Rundfenster als Oberlicht über der Haustür, korrespondierend dazu Rundfenster in der rechten Achse. Putzfassade mit sparsamen barockisierenden und expressionistischen Gliederungen. Haustür original, Fenster verändert. Rückseite: verputzt, mit sparsamen Gliederungen an Fenstern und Türen sowie Profil zum obersten Geschoß, oberstes Geschoß teilweise zurückgesetzt; je ein Balkon pro Geschoß.

Fenster verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Marmorboden sowie -treppenaufgang; bis zur Unterkante des Haustür-Oberlichtes reichende Natursteinwandtäfelung, beidseitig Messinghandlauf für den o. g. Treppenaufgang; im oberen verputzten Wandbereich beidseitig dekorative Stuckelemente (lagernde weibliche Gestalten sowie florale Motive); Decke mit sparsamen umlaufenden Stuckprofilen; runder, mit expressionistischen Stuckdekorationen versehener Stützbogen zum Treppenhaus; hinab zur Gartentür führende Terrazzotreppe, dort ebenfalls Messinghandlauf; Boden vor der Gartentür sowie vor der Haupttreppe mit Schwarz/Weiß-Fliesen; Haupttreppe in Terrazzo, Zwischenpodeste mit Schwarz/Weiß-Fliesen; Geländer mit gedrechselten Stäben, Holzhandlauf sowie aufwendigem Antrittspfosten; Kellertür, Hoftür; Holzbriefkästen; fast alle Wohnungseingangstüren (zwei Türen wurden verändert) inkl. Oberlichter, die aufgrund der abgehängten Decken in den Fluren jedoch nicht zur Belichtung dienen.

In den Wohnungen sind zum großen Teil die Grundrisse, Türen inkl. der gläsernen Flügeltür in der Diele, Deckenstuck in Form von Profilen und Hohlkehlen am Wandansatz sowie ein Stuck-Mittelmotiv in der Diele erhalten.

Die Herrlichkeit Sülz war bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts eine kleine Ansammlung von Höfen und ländlichen Wohnbauten, die erst mit der Entwicklung von Ehrenfeld und Lindenthal in das Interesse der Kölner Bürger geriet. Sehr schnell wuchs Sülz zu einem zusammenhängenden Stadtraum heran, der 1888 in die Stadt Köln eingemeindet wurde. Das Gebiet, in dem sich das o. g. Gebäude befindet, entstand wesentlich in der zweiten Besiedlungsphase von Sülz, in der entlang der wichtigen Ausfallstraßen weitere Bereiche für stadtzentrumnahes Wohnen erschlossen wurden. Die relativ spät bebaute Wichterichstraße verbindet den Sülzgürtel mit der Sülzburgstraße. Hier bildet das Objekt einen wichtigen Bestandteil eines noch in großen Teilen vorhandenen Ensembles.

Eigentümer sowie für den Entwurf verantwortlich war der Architekt Arthur Penner, der in dem heute stark veränderten Nachbarhaus Nr. 28 wohnte. Das o. g. Gebäude, dessen qualitätvolle Innenausstattung ebenfalls weitgehend original erhalten ist, gibt Aufschluß über die gehobene Architektur der 20er Jahre im Kölner Stadtteil Sülz, die hier, im Einzugsgebiet des Manderscheider Platzes, ein abwechslungsreiches Bild bietet. Mit seinen sparsamen neobarocken Dekorationselementen präsentiert es eine seltener gewählte Gestaltungsvariante der Kölner 20er-Jahre-Architektur.

Als Beispiel für die architektur- und sozialgeschichtliche Entwicklung dieses Wohnbereiches wird das Haus Wichterichstr. 26 somit zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0