Schloßanlage Röttgen / Gestütsmeisterhaus

Eiler Straße 10 · Rath/Heumar

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7834
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSchloßanlage Röttgen / Gestütsmeisterhaus
Adresse Eiler Straße 10, 51107 Köln
Baujahr1866
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.03.1996
Stadtteil Rath/Heumar

1. SCHLOßANLAGE UND ÄLTERER GUTSBEREICH

1.1 SCHLOß

1.1.1 Kapelle

1.1.2 Nebengebäude der Schloßanlage

1.1.2.1 Umkleidehäuschen

1.1.2.2 Pumpenhäuschen

1.1.2.3 Pavillon mit Kegelbahn

1.1.3 Parkanlage

1.2 HOFANLAGE

2. GESTÜTSANLAGE

2.1 STALL- UND WIRTSCHAFTSGEBÄUDE

2.1.1 Heumarer Rennstall

2.1.1.1 Doppelstall (Quarantänestall)

2.1.1.2 Hengststall

2.1.2 Mutterstutenstall

2.1.3 Scheunenhof mit Stallgebäuden

2.1.3.1 Scheune

2.1.3.2 Stallgebäude

2.1.3.3 Torbau

2.1.3.4 Remisengebäude

2.1.4 Eiler Rennstall

2.1.4.1 Reithalle

2.1.4.2 Turm

2.1.4.3 Stallgebäude

2.1.4.4 Wohnhäuser

2.1.5 Burgstall

2.2 UMFASSUNGSMAUER MIT TOREN UND TORGEBÄUDEN

2.2.1 Mauer

2.2.2 Häuschen und Tore

2.2.3 Torhaus mit Rentamt, Eiler Str. 10

2.2.4 Gestütsmeisterhaus, Eiler Str. 2

2.2.5 Torhaus in Eil, Heumarer Str. 108 - 114

2.2.6 Torhaus, Mauspfad 1

2.3 WEITERE WOHNHÄUSER

2.3.1 Gestütsleiterhaus

2.3.2 Wohnhaus, Eiler Str. 14

2.3.3 Forsthaus

3. GRÜNRAUM UND WEITERE DARIN EINGEBUNDENE BAULICHE ANLAGEN

3.1 GRÜNANLAGEN

3.2 BAULICHE ANLAGEN

3.2.1 Aussichtsturm (Teeturm)

3.2.2 Andachtsstätte, sogenannte Bastei

3.2.3 Stützmauer und Rundbau

3.2.4 Aussichtsbastion

3.2.5 Unterführung

3.2.6 Brücke

1. SCHLOßANLAGE UND ÄLTERER GUTSBEREICH

1.1 SCHLOß

1866 erbaut; 1920/21 umgebaut (Erneuerung des oberen Turmbereichs und des Daches, Anbau des Ostflügels), Architekt: Ludwig Paffendorf; zwei Geschosse auf verwinkeltem Grundriß, schiefergedeckte Walmdächer, Gauben mit Walmdächern; geschlämmte Backsteinfassaden mit Gliederungen in stilistischen Anklängen an Neugotik (Bauteile des 19. Jh.) und Renaissance (Bauteile von 1920/21), Treppengiebel, spitzbogige Wandblenden, kleine schlitzartige Spitzbogenöffnungen, Dachgesims als Spitzbogenblendfries auf Konsolen bzw. als Rundbogenfries am Turm, Geschoßgesims als Zahnfries, eiserne Ziermaueranker, Werksteingesimse, Kreuzstockfenster aus Werkstein; auf der westlichen Eingangsseite viergeschossiger Turm auf rechteckigem Grundriß, hohes Walmdach mit Schornstein und Gauben, davon eine mit geschweiftem Giebel; südlich des Turms späterer zweigeschossiger Anbau von 1961 auf rechteckigem Grundriß mit Walmdach für einen Aufzug, in Anpassung an die historische Substanz aus geschlämmten Backstein; auf der südlichen Gartenseite an der Südostecke des älteren Gebäudeteils zweigeschossiger polygonaler Eckturm mit Zeltdach und Rundfenstern; auf der Nordseite des älteren Teils zwei auf rechteckigem Grundriß vortretende Risalite mit Walmdächern, in der Ecke zum Ostflügel mit Zinnenbekrönung; auf der Nordseite des Ostflügels oberhalb des Daches aufsteigender hoher Schornstein aus geschlämmtem Backstein mit kleiner dreieckig geschlossener Öffnung im breiteren unteren Teil und flächigem Rautenornament aus Backstein; Fensteröffnungen hochrechteckig, teilweise mit Rahmungen aus Werkstein, teilweise mit Klappläden, teilweise historische Fenster; auf Konsolen vorkragende Balkone mit erneuerten schmiedeeisernen Geländern; Eingang auf der Westseite mit historischer Tür von 1920/21, oberhalb einer Werksteintreppe mit neuerer Balustrade, überdacht durch einen Verbindungsgang zur benachbarten Hofanlage, dieser mit Satteldach auf einer Säule zur südlichen Gartenseite hin offen, auf der Nordseite geschlossen durch geschlämmte Backsteinmauer mit stichbogiger Toröffnung und neuerem schmiedeeisernen Gittertor; teilweise Rinnen und Fallrohre der Dachentwässerung von 1920/21; auf der Südseite zwei Terrassen von 1920/21, vor dem westlichen älteren Gebäudeteil auf halbovalem Grundriß vortretend mit querovalen original vergitterten Sockelfenstern und zwei seitlichen geschwungenen Freitreppen in den Garten, Werksteinbalustraden erneuert, vor dem Ostflügel auf winkelförmigen Grundriß mit Freitreppe und originaler Werksteinbalustrade, neuere offene pergolaartige Überdachung.

Auf der Westseite des Schlosses an den Turm anschließende 1.1.1 Kapelle, 1902 erbaut, 1905 geweiht; dreiachsiger Saalbau mit über dreiseitigem Chorschluß im Norden abgewalmtem schiefergedecktem Satteldach mit Dachreiter und Firstglocke; geschlämmte Backsteinfassaden mit Gliederungen in Anklängen an die Gotik, Strebepfeiler mit Wasserabschlägen aus Werkstein, Dach- und Kaffgesims aus Werkstein; spitzbogige Fensteröffnungen mit Sohlbänken und Dreipaßmaßwerk aus Werkstein, Fenster mit heller Bleiverglasung; auf der Südseite neben dem Schloßeingang historische Tür.

1.1.2 Nebengebäude der Schloßanlage, Anfang der 1920er Jahre erbaut.

Südwestlich der Gärtnereieinfriedung der Hofanlage gelegenes 1.1.2.1 Umkleidehäuschen für den ehemaligen Tennisplatz; ein Geschoß auf langgestrecktem, in Nord-Süd-Richtung querrechteckigem Grundriß, ziegelgedecktes Walmdach mit verschiefertem Dachreiter zur Belüftung des Inneren; geschlämmte Backsteinfassaden; im nördlichen rechten Gebäudeteil leicht vortretende, dreieckig mit offenem Holzfachwerk übergiebelter Eingang aus Bruchsteinmauerwerk mit Doppelflügeltür; südlicher linker Gebäudeteil axialsymmetrisch gegliedert, durchgehende Fensterbänder in Holzrahmungen mit zwei integrierten Eingängen, Sprossenfenster und Türen mit schmiedeeisernen Gitterstäben original.

Östlich des Umkleidehäuschens gelegenes 1.1.2.2 Pumpenhäuschen in Form eines klassizistischen Tempelchens; ein Geschoß auf querrechteckigem Grundriß mit flachem Satteldach; auf Vorder- und Rückseite je ein dreieckiger Giebel mit abgesetztem Feld, vorkragend über zwei freistehenden Pfeilern an den Ecken; Fassaden verputzt; zwei originale Türen.

Südöstlich des Schlosses im Park gelegener 1.1.2.3 Pavillon mit Kegelbahn; ein Geschoß; westlicher Teil auf polygonalem Grundriß vortretend, Zeltdach mit bekrönendem Knauf auf hölzernen Säulen als unterseitig kassettierter Umgang vorkragend; östlicher Teil auf schmalem langgestreckten Grundriß mit Satteldach, beidseitig je vier Fensterachsen, östlich vortretende Eingangsachse; Türen und Sprossenfenster original, im Polygon als Fensterband in Holzrahmungen; im Inneren Holzbalkendecke über der Kegelbahn, Radleuchter, Kachelofen original.

1.1.3 Parkanlage

Vor dem Eingang auf der Nordseite des Schlosses drei von Norden, Nordwesten und Nordosten aufeinandertreffende und eine axiale Auffahrt zum Vorplatz bildende Wege, seitliche Rasenflächen mit teilweise exotischen Büschen und Bäumen verschiedener Arten; auf der Ost- und Südseite des Schlosses vom Wald gesäumter Park, in der Randzone lockerer Laub- und Nadelbaumbestand bzw. alte Rhododendronbüsche im nördlich gelegenen Teil, mittlere große, mit Rasen bewachsene Freiflächen, unregelmäßige lockere Anordnung verschiedener Gehölze und großer alter Solitärbäume (Trauerbuchen), leicht geschwungene kurvige Wegeführung im Randbereich des südlich gelegenen Teils, nach Westen abzweigender Weg zum Bereich des ehemaligen Tennisplatzes mit schmiedeeisernem Gittertor; unmittelbar auf der Südseite des Schlosses angrenzender Ziergarten in erneuerter, die historische Anlage aufgreifender Gestaltung mit kleinteiliger geometrischer Gliederung in Wege und Beete (von Rosenrabatten gesäumter Rasen), mit historisierenden Kleinarchitekturen (von Mäuerchen mit Treppenstufen und Vasen begrenzt, in der Mitte Rondell mit Brunnen).

1.2 HOFANLAGE

Um 1866 erbaut, um 1920/21 und nach 1945 teilweise umgebaut; vierseitig geschlossen; auf der Ostseite nördlich gelegenes zweigeschossiges Herrenhaus, traufständig mit Satteldach und Treppengiebeln, geschlämmte Backsteinfassaden mit Backsteingliederungen (Dachgesims als Konsolfries, Geschoßgesims als Zahnfries), Hauseingang auf der Ostseite gegenüber dem Schloßeingang, ehemals stichbogig, heute rundbogig mit Tür von 1920/21, stichbogige Fensteröffnungen, Fenster erneuert, teilweise Klappläden; eineinhalb- bis zweigeschossige ehemalige Wirtschaftsgebäude mit Satteldächern, auf der Südseite des Westflügels mit Schopfwalmdach, geschlämmte Backsteinfassaden mit Geschoßgesims als Zahnfries und eisernen Ziermauerankern, zwei auf den Hofseiten flach vortretende Risalite mit Giebeln, später ausgebaute Dachgeschosse mit teilweise historischen Gaubenbändern um 1920/21, stichbogige Tür- und Fensteröffnungen teilweise verändert, teilweise historische Türen und Gaubenfenster, Fenster größtenteils erneuert, Garagentore nach 1945; auf der Nordseite schmiedeeisernes, zweiflügeliges Gittertor von 1920/21; auf dem Hof um eine Linde runde Einfassungsmauer aus Bruchstein von 1920/21; Einfriedungsmauer des südwestlich gelegenen Gärtnereibetriebs, auf der Nordseite verputzt mit Pfeilervorlagen und pfeilerflankierter Toröffnung mit schmiedeeisernem Gittertor von 1920/21.

2. GESTÜTSANLAGE, 1921 - 1925 erbaut, Architekt: Ludwig Paffendorf

2.1 STALL- UND WIRTSCHAFTSGEBÄUDE

2.1.1 Heumarer Rennstall

1925 erbaut; ein Geschoß auf langgestrecktem querrechtekkigen Grundriß; ziegelgedecktes Satteldach, teilweise ausgebautes Dachgeschoß mit originalen verschieferten Gauben; axialsymmetrische Anlage mit je einem runden eingeschossigen Turm mit schiefergedecktem Kegeldach an beiden südöstlichen Gebäudeecken und drei Zwerchhäusern mit Dreiecksgiebeln, mittleres betont durch höher liegenden First; geschlämmte Backsteinfassaden mit Gliederungen, teilweise aus Werkstein, auf der südlichen Rückseite durchgehende Reihe von stichbogigen Wandblenden auf Pfeilervorlagen mit Werksteingesimsen; stichbogige Tor-, Tür- und Lukenöffnungen in den Zwerchhäusern; Fensteröffnungen auf der nördlichen Vorderseite leicht stichbogig, auf der südlichen Rückseite rund, in den Ecktürmen rechteckig mit Werksteinrahmungen, im Giebel des mittleren Zwerchhauses vier gekuppelte rechteckige Fensteröffnungen mit Werksteinpfeilern, darüber in der Giebelspitze eine Uhr und eine spitzbogige Schallöffnung mit originalem Ziergitter; auf der Vorderseite zwei Kellerabgänge mit Bruchsteinsichtmauerwerk und originalen schmiedeeisernen Brüstungsgittern; Türen, Holztore und Sprossenfenster original; hohe Eckabweiser, Schornsteine mit Aufsätzen, Kranbalken, profilierte Dachgesimse, Dachrinnen und Fallrohre, schmiedeeiserne Wandlaternen, bewegliche Rundhölzer an den Torgewänden (Abweiser zum Schutz der Pferde) original; an die Ecktürme anschließend je eine Toröffnung mit runden Pfeilern aus geschlämmtem Backstein und originalem schmiedeeisernen Gittertor mit Reitersymbolen (Kappe und Stock, Hufeisen und Steigbügel); im Inneren original erhalten: Raumstruktur, Treppe, Türen, Holzböden; südwestlich des Gebäudes in einer Ecke der Umfassungsmauer gelegene große ummauerte Miste.

Nördlich gegenüber dem Eingang des Heumarer Rennstalls gelegener 2.1.1.1 Doppelstall (Quarantänestall); ein Geschoß auf querrechteckigem Grundriß mit verschiefertem Walmdach; axialsymmetrische Anlage mit jeweils auf der Vorder- und Rückseite vortretendem Mittelteil; rauh verputzte Fassaden mit gerundeten Gebäudeecken und Gliederungen durch glatt verputzte Wandvorlagen mit Basis- und Deckplattenprofilen; mittlerer rundbogiger Eingang mit originaler Tür, in den Seitenteilen querrechteckige Fensteröffnungen mit originalen Sprossenfenstern; profilierte Dachgesimse, schmiedeeiserne Wandlaternen und bewegliche Rundhölzer am Türgewände original.

Östlich des Heumarer Rennstalls an der nördlichen Umfassungsmauer gelegener 2.1.1.2 Hengststall; ein bis zwei Geschosse auf verwinkeltem Grundriß; axialsymmetrische Anlage aus mittlerem zweigeschossigem Wohntrakt mit Walmdach und querliegendem rückwärtigem Trakt mit zwei seitlich vortretenden eineinhalbgeschossigen Ställen mit Schopfwalmdächern; rückseitig in der Mitte auf polygonalem Grundriß vortretender zweigeschossiger Turm mit verschieferter Dachhaube mit bekrönendem Knauf; in der nordwestlichen Gebäudeecke niedriger, viertelkreisförmig vortretender Bauteil mit Kegeldach; geschlämmte Backsteinfassaden mit Bruchsteinsockel und Gliederungen in stilistischen Anklängen an Expressionismus und Renaissance; nördliche Vorderseite mit mittlerem Hauseingang über zwei Außenstufen, mit Gewände und reliefverziertem Sturz aus Werkstein (Hufeisen mit Ehrenzweig); wechselnde Fensteröffnungsformen, hochrechteckig gekuppelt mit Werksteinrahmungen im EG, im OG in der Mitte achteckig und seitlich hochrechteckig mit um die pfeilerartigen Gebäudeekken verkröpften Sohlbank- und Sturzgesimsen aus Werkstein; Stirnseiten der Ställe mit jeweils einer seitlichen rechteckigen Toröffnung mit segmentbogigem Oberlicht und bis zu den Gebäudeecken mit Radabweisern fortgesetzten Werksteingewände, im OG je eine rundbogige Fenster- bzw. Lukenöffnung; sonstige Fensteröffnungen querrechteckig mit Werksteinrahmungen; Haustür, Tore und Sprossenfenster original; profilierte Dachgesimse, schmiedeeiserne Wandlaternen, bewegliche Rundhölzer an den Torgewänden original; in der nordöstlichen Gebäudeecke Kellerabgang mit originalem schmiedeeisernen Brüstungsgitter.

2.1.2 Mutterstutenstall

1925 erbaut, Architekt: Ludwig Paffendorf; ein hohes Geschoß auf rechteckigem Grundriß mit ziegelgedecktem Walmdach, zwei niedrige Seitentrakte mit Pultdächern hinter abgetreppt vorgezogenen Mauern der östlichen Vorder- und westlichen Rückfront, nordwestlich und südwestlich vortretend; geschlämmte Backsteinfassaden mit Gliederungen in stilistischen Anklängen an die Renaissance; auf der westlichen Rückseite zur Eiler Straße hin Dachgaube mit rundbogiger Lukenöffnung in geschweiftem Ziergiebel mit bekrönender Skulptur eines Pferdekopfes; auf der östlichen Vorderseite mittlere korbbogige Toröffnung mit rechteckiger Werksteinrahmung und Radabweisern, querrechteckige Fensteröffnungen mit Werksteinrahmungen, auf der Vorderseite mit konvexbogig geformten Leibungen; Holztor und Sprossenfenster original; oberhalb des Portals Werksteinrelief mit Röttgener Wappen; profiliertes Dachgesims, geschwungene Schornsteinaufsätze als Firstbekrönungen und schmiedeeiserne Wandlaternen original; im Inneren original erhaltene Ausstattung: In den Seitentrakten Pferdeboxen mit halbhohen hölzernen Wandverkleidungen, netzartig mit Eisenstreifen in Rautenmuster beschlagen; im hohen Mittelraum hölzerne Boxenverkleidungen und -türen mit Beschlägen, Fachwerk im oberen Wandbereich, stichbogige Luken, hölzerne Dielendecke auf Balkenunterzügen mit Eckverstrebungen, Deckenlampen.

2.1.3 Scheunenhof mit Stallgebäuden, an der westlichen Umfassungsmauer gegenüber dem Maarhäuser Hof gelegen.

2.1.3.1 Scheune, 2. Hälfte 19. Jh. erbaut, 1923 umgebaut und erweitert; ein hohes Geschoß auf rechteckigem Grundriß, ziegelgedecktes Satteldach, auf der Nordseite schopfgewalmt und mit Verschalung aus Holzlatten über offenem Bereich auf Stahlkonstruktion, geschlämmte Backsteinfassaden mit Pfeilervorlagen auf der westlichen Langseite; auf der Südseite niedrigerer, westlich zurückspringender eingeschossiger Anbau mit abgeschlepptem Fußwalmdach, Dachreiter zur Belüftung des Inneren und westlichem Zwerchhaus mit Fachwerkgiebel, geschlämmte Backsteinfassaden; auf der östlichen Langseite in voller Länge offener eingeschossiger Anbau mit eigenem Satteldach auf Pfeilern aus geschlämmtem Backstein, Holzbalkendecke, Giebel aus Fachwerk bzw. mit Verschalung aus Holzlatten, Einbau neuerer Pferdeboxen aus Holz; Tore, Radabweiser an den Ecken, umfangreiche hölzerne Binderkonstruktion im Inneren der großen Scheune original.

Östlich und südlich der Scheune gelegene winkelförmige 2.1.3.2 Stallgebäude, 1922 erbaut; je ein Geschoß auf langgestrecktem Grundriß mit ziegelgedecktem Satteldach, hofseitig auf runden Stahlstützen vorkragend, neuere Pferdeboxen; nördlich an den Ostflügel quer anschließender 2.1.3.3 Torbau mit Satteldach, verputzt, rundbogige Toröffnungen in ädikulaartig auf Pfeilern vorkragenden Giebelfronten, originales Holztor; weiter nördlich anschließendes 2.1.3.4 Remisengebäude, ein Geschoß auf rechteckigem Grundriß, ziegelgedecktes Walmdach mit Fledermausgaube, auf der Südseite zweigeschossiges Rundtürmchen mit schiefergedecktem Kegeldach und bekrönendem Knauf, geschlämmte Backsteinfassaden, auf der Westseite breite Toröffnung mit originalen Schiebetoren, halbkreisförmige und kleine quadratische Fensteröffnungen mit betonten Sohlbänken und originalen Sprossenfenstern.

2.1.4 Eiler Rennstall

1925 erbauter Gebäudekomplex aus zentraler Reithalle und zwei versetzt auf der Nord- und Südseite anschließenden Trakten mit Stall- und Wohngebäuden, geschlämmte Backsteinfassaden mit Bruchsteinsockeln und Gliederungen in stilistischen Anklängen an die Renaissance.

2.1.4.1 Reithalle; ein Geschoß auf rechteckigem Grundriß; ziegelgedecktes Walmdach; auf der Nord- und Südseite Ausbildung von axialsymmetrischen Giebelfassaden unter schopfwalmartigen Dachflächen mit zwerchhausartig erhöhten Mittelachsen mit verschieferten Walmdächern; auf der nördlichen Vorderseite rechteckiges Werksteinportal mit reicher architektonischer Rahmung durch Gebälk auf Pilastern, reliefverzierten Zwickelfeldern, Röttgener Wappen und rundbogiger Toröffnung, oberhalb drei korbbogige gekuppelte Fensterbahnen in Werksteinrahmung, gleichartige Fensteröffnung in der Mitte der südlichen Rückseite, sonstige Fensteröffnungen rechteckig gekuppelt in Werksteinrahmungen; auf der Ostseite rechteckig vortretender Eingangsbereich mit fünf abgewalmten Querdächern, fünf Achsen, davon die drei nördlichen durch Pfeilervorlagen getrennt, die beiden südlichen als rundbogige Doppelarkadenöffnungen einer Vorhalle auf einem Werksteinpfeiler und zwei -säulen; Vorhalle vierjochig mit Kreuzgratgewölben, vier Rundfenstern und oberhalb einer Treppe aus rotem Sandstein mit Brüstungsmauer gelegenem rechteckigem Eingang in reliefierter Werksteinrahmung mit inschriftlicher Jahreszahl "1925" auf dem Sturz; Tore, Türen und Fenster mit Bleiverglasung original; Werksteingliederungen (Eckquaderungen, Gesimse, Giebelgesimse mit Volutenzier), Dachrinnen und Fallrohre, schmiedeeiserne Wandlaternen original.

Auf der Westseite der Reithalle in deren nördlicher Flucht anschließender dreigeschossiger 2.1.4.2 Turm auf quadratischem Grundriß; verschieferte Dachhaube mit bekrönender Laterne mit Uhr und Glockenspiel; auf der Südseite mittlerer runder Treppenturm mit verschiefertem Kegeldach und korbbogiger werksteingerahmter Türöffnung über gerundeten Außenstufen; östlich an diesen zur Reithalle hin anschließender Vorbau mit stichbogiger Toröffnung; rechteckige Fensteröffnungen, teilweise gekuppelt und werksteingerahmt; Tor, Tür und Sprossenfenster original; Dachgesims auf Konsolen aus Werkstein, Dachrinnen und Fallrohre, schmiedeeiserne Wandlaternen original.

Auf der Nordseite des Turms und der Südseite der Reithallenvorhalle anschließende 2.1.4.3 Stallgebäude, je ein Geschoß auf langgestrecktem Grundriß, ziegelgedeckte Satteldächer mit originalen kleinen Gauben; jeweils auf beiden Seiten axialsymmetrische Anlagen mit einem mittleren bzw. zwei seitlichen Zwerchhäusern mit Dreiecksgiebeln; korbbogige Tor- und Lukenöffnungen in den Zwerchhäusern; querrechtekkige zurückgeblendete Fensteröffnungen mit Sohlbänken aus Werkstein; Holztore, Lukentüren und Sprossenfenster original; Schornsteine mit Aufsätzen, Kranbalken, profilierte Dachgesimse, Dachrinnen und Fallrohre, schmiedeeiserne Wandlaternen und hölzerne Stalltüren im Inneren original; südlich der Reithalle gelegene rechteckige Miste mit zwei längsseitigen niedrigen Begrenzungsmauern.

Im nördlichen und südlichen Anschluß an die Stallgebäude zwei 2.1.4.4 Wohnhäuser, je zwei Geschosse auf rechteckigem Grundriß, ziegelgedeckte Walmdächer mit originalen Gauben und flachen Dreiecksgiebeln über den jeweils westlich gelegenen vorderseitigen Mittelachsen mit Hauseingängen; östliche Rückseiten jeweils im OG in voller Länge auf profilierten Werksteinkonsolen vorkragend; vor den Eingängen Außentreppen mit Brüstungsmauern aus Bruchstein; rechtekkige werksteingerahmte Türöffnungen, auf der Nordseite des nördlichen Hauses zusätzlich korbbogige Öffnung über Außenstufen; wechselnde korbbogige, runde zumeist rechtekkige Fensteröffnungen, teilweise gekuppelt mit Werksteinrahmungen, teilweise mit Klappläden; Türen und teilweise Sprossenfenster original; profilierte Dachgesimse, hoher Schornstein aus geschlämmtem Backstein auf der Südseite des nördlichen Hauses, Dachrinnen und Fallrohre, schmiedeeiserne Wandlaternen und Fenstergitter original; an die Nordwestecke des nördlichen Hauses anschließende Einfriedungsmauer aus geschlämmtem Backstein mit Zinnenbekrönung, breiter spitzbogiger Toröffnung und kleinerem korbbogigem Durchgang; an die Nordostecke des Hauses anschließende Einfriedungsmauer aus Bruchstein mit pfeilerflankierter Toröffnung an der Auffahrt zur Reithalle mit originalem zweiflügeligem schmiedeeisernem Gittertor und von zwei Hundeskulpturen flankierter Öffnung zur nach Osten führenden Allee.

2.1.5 Burgstall (ehemaliges Sägewerk)

1922 erbaut; eingeschossige Gebäudetrakte aus Fachwerk mit verputzten Sockeln auf verwinkeltem Grundriß, Walmdächer; vorder- und rückseitig offene Überdachungen auf Holzstützen mit Kopfstreben; rechteckige Toröffnungen und Fensteröffnungen; Holztore, -türen und Sprossenfenster original; an die Nordwestecke anschließendes offenes Hallengebäude mit Satteldach auf Eckpfeilern aus geschlämmtem Backstein und Holzstützen mit Kopfstreben.

2.2 UMFASSUNGSMAUER MIT TOREN UND TORGEBÄUDEN

Nahezu allseitig die Anlage abschirmende 2.2.1 Mauer, westlich entlang der Eiler und der Heumarer Straße, nördlich entlang der Eisenbahnlinie, östlich entlang des Heumarer Mauspfads, südlich entlang des Hirschgrabens; 1921 ff. erbaut; ca. 2 m hoch; größtenteils aus Betonquadern mit Deckgesims und schrägen strebepfeilerartigen Vorlagen ehemals geschlämmt; teilweise auf der Innenseite anschließende Mauern gleicher Bauart zur Einfriedung bestimmter Bereiche um einzelne Gebäude; Mauerabschnitte im Nahbereich der Torgebäude jeweils als deren Einfriedungen in Stil und Material angepaßt, verputzt, aus geschlämmtem Backstein und aus Bruchstein.

Auf der Westseite in die Mauer eingebundene 2.2.2 Häuschen und Tore; nördlich der Auffahrt zum Torhaus mit Rentamt eingeschossiges traufständiges Fachwerkhäuschen mit ziegelgedecktem Satteldach, Dachhäuschen und originalen Luken; südlich des Torhauses mit Rentamt weiteres eingeschossiges Fachwerkhäuschen mit ziegelgedecktem Satteldach, Dachhäuschen und originalen Luken, giebelständig eingebunden in Mauerabschnitt aus geschlämmtem Backstein mit musterbuchartig angebrachter Ziegelornamentik; auf der Südseite des Scheunenhofes an die Stallgebäude quer anschließendes eingeschossiges Häuschen mit Durchfahrt zum Mutterstutenstall, ziegelgedecktes Satteldach, Fassaden mit Schultergiebeln aus geschlämmtem Backstein, Maueranker, rundbogige Toröffnungen mit originalen Holztoren, auf der traufseitig eingebundenen Westseite zwei werksteingerahmte Ochsenaugen mit originalen schmiedeeisernen Gittern; zwei Tore zum Scheunenhof, nördliches Tor gegenüber dem an die östlichen Stallgebäude anschließenden Torhaus in entsprechender Gestaltung, verputzt, rundbogige Toröffnung mit Scheitelagraffe in ädikulaartig auf Pfeilern vorkragender Giebelfront, originales Holztor, Radabweiser; südliches Tor in schräg zurückspringender Mauer aus Betonquadern mit Resten der ursprünglichen Schlämme, zwei die Öffnung flankierende Pfeiler mit kugelbekrönten pyramidalen Abdeckungen aus Werkstein und Radabweisern, links davon rundbogiger Durchgang mit originaler Tür, auf der Innenseite zwei freistehende glockenförmige Radabweiser aus Basalt; südlich des Gestütsmeistertorhauses zwei weitere gleichartige Toröffnungen zwischen verputzten Pfeilern mit Eckabweisern.

2.2.3 Torhaus mit Rentamt, Eiler Str. 10

1922 erbaut; ein Geschoß auf unregelmäßigem, mehrfach gewinkeltem Grundriß; backsteinsichtige Fassaden mit Werksteinsockeln und Werksteingliederungen in stilistischen Anklängen an die Renaissance; nordöstlich gelegener Trakt (Rentamt) mit verschiefertem Satteldach; südwestlich gelegener Trakt (Wohnungen) mit verschiefertem Mansardwalmdach mit originalen Gauben und rechteckigen gekuppelten Mansardfensteröffnungen; an der nordwestlichen Gebäudeecke runder Turm mit verschiefertem Kegeldach und bekrönendem Knauf; zwischen beiden Gebäudetrakten gelegener zentraler dreigeschossiger Torturm auf rechteckigem Grundriß, verschieferte Dachhaube mit originalen Gauben und bekrönendem polygonalen Türmchen mit Knauf, im EG rundbogige Tordurchfahrt mit Werksteinrahmung, Radabweisern, originalem schmiedeeisernen Gittertor und innerer seitlicher Werksteinbalustrade, oberhalb der Toröffnung straßenseitig Werksteinrelief mit Röttgener Wappen, rückseitig mittlere korbbogige Öffnung eines Austritts mit Werksteinrahmung und Balkon auf Werksteinkonsolen mit originalem schmiedeeisernen Brüstungsgeländer; korbbogige Türöffnungen mit Werksteinrahmungen; straßenseitig Eingang zum Rentamt über Außentreppe mit gerundeten Stufen, Eingang zum Eckturm über Außentreppe mit Brüstungsmauer aus Backstein und Antrittspfeiler aus Werkstein mit bekrönender Kugel; quadratische und hochrechteckige Fensteröffnungen, größtenteils gekuppelt mit Werksteinrahmungen; Türen und Sprossenfenster original; profilierte Dachgesimse, Dachrinnen und Fallrohre, schmiedeeiserne Wandlaternen und Fenstergitter original; rückseitig südlich des Torturms anschließende Einfriedungsmauer des Gartens mit rundbogigem Durchgang und gerundeten Stützmauern aus Bruchstein an den Böschungen seitlich der Straßenauffahrt.

2.2.4 Gestütsmeisterhaus, Eiler Str. 2

1925 erbaut; zwei Geschosse auf verwinkeltem Grundriß, verschiefertes Walmdach; geschlämmte Backsteinfassaden mit Bruchsteinsockeln und Werksteingliederungen; nördlich gelegene spitzbogige Tordurchfahrt mit Werksteinpfeilern, Radabweisern und originalem schmiedeeisernem Gittertor; oberhalb an der nordwestlichen Gebäudeecke halbgeschossiger polygonaler Dachaufbau mit Zeltdach und bekrönendem Knauf; rechteckige gekuppelte Fensteröffnungen in Werksteinrahmungen; Sprossenfenster, profilierte Dachgesimse, Dachrinnen und Fallrohre original; an der südwestlichen Gebäudeecke im OG in einer mit dem benachbarten Fenster gekuppelten Nische aus Werkstein Hubertusfigur mit Hirsch; straßenseitig jeweils auf der Nord- und Südseite anschließend ein in die Einfriedungsmauer eingebundener eingeschossiger Schuppen mit verschiefertem Satteldach und geschlämmten Backsteinfassaden; straßenseitig nördlich und südlich an die westliche Umfassungsmauer angebundene und gegenüber dieser bogenförmig zurückspringende Einfriedungsmauer aus geschlämmtem Backstein mit rundbogigem Durchgang mit originaler Tür und pfeilerflankierter Toröffnung mit Radabweisern; im Inneren original erhalten: Raumstruktur, Holztreppe, Türen.

2.2.5 Torhaus in Eil, Heumarer Str. 108 - 114

1925 erbaut; zwei Geschosse auf rechteckigem, stumpfwinklig gebrochenen Grundriß; verschiefertes Walmdach; Fassaden im EG aus Bruchstein, im leicht vorkragenden OG aus Fachwerk; straßenseitig Betonung des nahezu mittigen Gebäudeknicks durch zwerchhausartigen Dreiecksgiebel aus Fachwerk; rückseitig in der Mitte dreigeschossiger runder Turm aus Bruchstein mit verschiefertem Kegeldach; Hauseingang auf der Rückseite, Türöffnung mit geschwungenem Abschluß und Basaltrahmung; rechteckige Fensteröffnungen, teilweise gekuppelt, im EG mit Basaltrahmungen; Haustür original, Sprossenfenster erneuert; Geschoß- und Dachgesims, Dachrinnen und Fallrohre, schmiedeeiserne Wandlaterne original; rückseitig auf der Südseite anschließender eingeschossiger Anbau aus Bruchstein mit verschiefertem Walmdach; rückseitig an die nordöstliche Gebäudeecke anschließende Einfriedungsmauer des Gartens aus Bruchstein; straßenseitig an die westliche Umfassungsmauer angebundene und gegenüber dieser schräg zurückspringende Einfriedungsmauer aus Bruchstein mit Basaltabdeckung, Toröffnung mit Radabweisern und originalem zweiflügeligem Bronzetor mit figürlichem Dekor (Motive von Jagdtieren) und rundbogigem Durchgang mit originaler Bronzetür.

2.2.6 Torhaus, Mauspfad 1

1921 erbaut; ein Geschoß auf nahezu quadratischem Grundriß; verschiefertes Mansardwalmdach mit originalen Fledermausgauben; verputzte Fassaden mit Werksteinsockeln und Gliederungen durch Pfeilervorlagen aus Werkstein an den Ecken; mittlerer Hauseingang mit Werksteinrahmung auf der Nordseite, darüber kleine rechteckige und seitlich kleine runde Fensteröffnung mit Werksteinrahmungen; auf der östlichen Straßen- und der gegenüberliegenden Seite je zwei Fensterachsen, werksteingerahmte hochrechteckige, im Dachgeschoß querrechteckige Fensteröffnungen mit Klappläden, kleine querrechtekkige Kellerfensteröffnungen; Haustür und Sprossenfenster im EG original; Dachgeschoßfenster erneuert; Dachgesims, Dachrinnen und Fallrohre original; im Inneren original erhaltene Raumstruktur, Holztreppe und Türen; straßenseitig nördlich und südlich an die östliche Umfassungsmauer angebundene und gegenüber dieser bogenförmig zurückspringende verputzte Einfriedungsmauer mit Werksteinsockel und -abdeckung, korbbogigem Durchgang und originaler Tür, querovaler fensterartiger Öffnung mit originalem schmiedeeisernem Gitter und werksteingerahmter korbbogiger Toröffnung mit originalem schmiedeeisernen Gittertor, Radabweisern und Giebelaufsatz mit Kartuschenzier und flankierenden Vasen aus Werkstein; auf der Südseite freistehendes eingeschossiges Wirtschaftsgebäude mit ziegelgedecktem Walmdach, verputzten Fassaden und originalen Türen und Fenstern.

2.3 WEITERE WOHNHÄUSER

2.3.1 Gestütsleiterhaus

1925 erbaut; ein Geschoß auf rechteckigem Grundriß; ziegelgedecktes Schopfwalmdach; Fassaden im EG aus geschlämmtem Backstein mit Bruchsteinsockeln, auf den nördlichen und südlichen Giebelseiten im Dachgeschoß aus Fachwerk; originale hölzerne Dachgauben, östlich und westlich je ein dreieckiges Dachhaus mit Fachwerkgiebel; EG traufseitig unter dem Dach auf Holzstützen mit Kopfstreben und Werksteinbasen zurückgesetzt, auf der Ostseite in voller Länge Terrasse aus Bruchstein; Hauseingang in der Südwestecke über Bruchsteintreppe zurückgesetzt, stichbogige Türöffnung; hochrechteckige teilweise auch im EG in Holzrahmungen gekuppelte Fensteröffnungen, traufseitig stichbogig bzw. mit rundbogigen Oberlichtern auf der Terrassenseite, teilweise Klappläden; Haustür original, Fenster teilweise erneuert; teilweise originale schmiedeeiserne Fenstergitter; auf der Südseite vor dem zweiten Dachgeschoßfenster von Osten kleiner halbkreisförmig vorkragender hölzerner Balkon mit gedrechseltem Stabgeländer; auf der Nordseite Kellerabgang mit originalem schmiedeeisernen Brüstungsgitter.

2.3.2 Wohnhaus, Eiler Str. 14

1. Hälfte der 1920er Jahre erbaut; zwei Geschosse auf winkelförmigem Grundriß; ziegelgedecktes Walmdach mit südlich einer, straßenseitig drei originalen Gauben mit Walmdächern; geschlämmte Backsteinfassaden mit verputztem Sockel; straßenseitige Gliederung in ungleichwertige Achsen, mit Bezug auf die Gebäudemitte leicht nach links versetzte Eingangsachse, Betonung des linken Gebäudeteils durch gekuppelte Fenster; rechteckiger Hauseingang über einer Außenstufe und hochrechteckige Fensteröffnungen mit Putzrahmungen, querrechteckige Kellerfensteröffnungen; Sprossenfenster, profiliertes Dachgesims, Dachrinnen und Fallrohre original; auf der östlichen Rückseite über den ansteigenden Gelände Anbau einer vom OG aus begehbaren Terrasse aus geschlämmtem Backstein; östlich anschließend eingeschossige Garage aus geschlämmtem Backstein mit Walmdach, Zufahrt auf der Ostseite, querrechteckige Fensteröffnungen.

2.3.3 Forsthaus

Um 1900 erbaut; ein Geschoß auf rechteckigem Grundriß; ziegelgedecktes Satteldach; Fassaden aus Fachwerk mit verputztem Sockel; traufseitige Vorderfront axialsymmetrisch in drei Achsen gegliedert, Betonung der Mittelachse durch Zwerchhausgiebel mit vorkragendem Quersatteldach und gestuft vortretendem Mittelrisalit; darin mittlerer Hauseingang über Außentreppe zurückgesetzt hinter offener Veranda mit originalen durchbrochenen Holzbrüstungen; hochrechteckige Fensteröffnungen in Putzrahmungen, Klappläden, historische Fenster; rückseitig teilweise vortretend; östlich des Hauses gelegenes kleines Wirtschaftsgebäude, eingeschossig mit Satteldach, verputzt.

3. GRÜNRAUM UND WEITERE DARIN EINGEBUNDENE BAULICHE ANLAGEN

3.1 GRÜNRAUM

Land- und forstwirtschaftlich genutztes Weiden- und Waldareal, für die Nutzung durch das Gestüt angelegt und gestaltet unter Einbeziehung des vorhandenen natürlichen Geländes; etwa die östlichen zwei Drittel des Geländes einnehmender Bestand an Laub- und Mischwald, in der nördlichen Hälfte den Schloß- und älteren Gutsbereich umgebend, forstwirtschaftlich und für den Ausritt der Pferde genutzt, durchzogen von unregelmäßigen, unterschiedlich breiten und mehr oder weniger ausgebauten Haupt- und Nebenwegen, in Höhe des Schlosses von Osten her auf das Gelände fließender Giesbach, nach Norden abknickend und einen Weiher am Nordrand des Geländes speisend, westlich von diesem versickernd; das westliche Drittel des Geländes einnehmender Gestütsbereich mit Weideflächen, durch rechtwinkliges rasterartiges, von der Oberflächengestaltung unabhängiges Wegesystem erschlossen und an die Gestütsgebäude entlang der westlichen und nördlichen Umfassungsmauer und das östlich angrenzende Waldgebiet angebunden unter Einbeziehung älterer Zufahrtswege zum Schloß, Säumung der Wege durch Hecken (z. B. Buche, Tanne) oder Gestaltung als Alleen mit Bäumen verschiedener Arten (z. B. Linde, Ahorn, Eberesche), teilweise Stütz- und Böschungsmauern, Pferdekoppeln jeweils mit zentralen Pflanzungen von Baumgruppen und Einfriedungen aus an den Ecken gerundeten Holzzäunen; teilweise landschaftsparkähnliche Gestaltung mit abwechslungsreichen Ausblicken unter weitgehender Berücksichtigung der natürlichen Geländemodellierung, besonders im Bereich der auf der Westseite verlaufenden Senke eine ehemaligen Rheinarms, im Süden endend in einem von einer Mauer begrenzten ehemaligen Teich; häufige Betonung bestimmter markanter Bereiche in der Nähe von Gebäuden durch die Vegetation als regelmäßige Anpflanzungen von Laubbäumen vor Eingängen, z. B. einzeln flankierend vor dem Schloßeingang oder hinter dem Haupttor zum Scheunenhof, sowie entlang von Einfriedungsmauern, z. B. in Reihen am Eiler Rennstall oder vor der Nordmauer der Gärtnerei.

3.2 BAULICHE ANLAGEN

3.2.1 Aussichtsturm (Teeturm)

1924 erbaut; zweigeschossiges turmartiges Gebäude auf querovalem Grundriß; auf den Schmalseiten dreiseitig gebrochenes verschiefertes Walmdach mit zwei bekrönenden Knäufen auf dem First; Fassaden aus Bruchstein; auf der westlichen Vorderseite über dem hohen Sockel zurückgesetzter Mittelteil mit dreieckigem Zwerchhausgiebel aus Fachwerk; spitzbogiger Eingang mit originaler Holztür mit kleinem Oberlicht oberhalb einer in den Sockel integrierten Basalttreppe und zwei weiteren halbkreisförmigen Basaltstufen; im OG Balkon mit erneuerter Brüstung aus Brettern; auf der östlichen Rückseite im EG mittlere Rundbogenblende zwischen je einem seitlichen Rundfenster, im OG erkerartig auf Konsolen flach vortretender Mittelteil mit drei kleinen Rechteckfensterchen, seitlich in den Gebäuderundungen je eine rechteckige Fensteröffnung.

In die westliche Umfassungsmauer eingebundene 3.2.2 Andachtsstätte, sogenannte Bastei; auf der Außenseite leicht zurückspringende Bruchsteinmauer mit Basaltabdeckung und stufenförmig erhöhtem, von Rundbogenzinnen bekröntem Mittelteil, darin querrechteckiges Blendfeld mit mittlerer Rechtecköffnung; auf der Innenseite entsprechende Gestaltung der Mauer, oberhalb der Öffnung Skulptur einer sitzenden Madonna mit Kind (Marienkopf fehlt) und Inschrift "ORA PRO NOBIS" unterhalb der Konsole; innenseitig im Verhältnis zur Umgebung erhöhte, von einer Stützmauer aus Bruchstein umgebene bastionsartige Anlage, an den Ecken auf gerundetem Grundriß vortretend, auf der Ostseite höher gestufter Mittelteil mit Rundbogenöffnung über integriertem Treppenaufgang; auf der erhöhten Ebene vor dem Andachtsbild in den seitlichen Bereichen symmetrische Anpflanzung von acht Platanen.

Nordöstlich des Torhauses in Eil am Südrand einer tiefen, ehemals mit Wasser gefüllten Geländesenke gelegene 3.2.3 Stützmauer aus Bruchstein mit großen Rundbogenblenden; Zugang zum unterhalb gelegenen Absatz über eine Bruchsteintreppe, rund geführt um einen bastionsartigen runden Bruchsteinvorbau mit Ochsenaugen und rundbogigem Eingang auf der unteren Ebene; den Rundbau mit Astwerk überfangende Trauerweide.

Etwa in der Mitte der in diesem Bereich einspringenden nördlichen Umfassungsmauer südlich des Weges gelegene 3.2.4 Aussichtsbastion am Nordrand eines sicht weit nach Süden erstreckenden, vom Wald gesäumten Weihers; mit gerundeten Ecken vortretende Mauer, im Mittelteil nochmals vorspringend; parallel verlaufende Anpflanzung einer Reihe von vier Buchen.

Östlich des Gestütsmeistertorhauses gelegene tunnelartige 3.2.5 Unterführung des in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Weges unter der nach Osten führenden Zufahrtsstraße zum Schloß.

Nordöstlich des Schlosses gelegene, die Zufahrtsstraße vom Torhaus am Mauspfad zum Schloß über den Giesbach führende 3.2.6 Brücke aus Bruchstein mit gerundeten Enden der Brüstungsmauern.

Bei den meisten Gebäuden im Inneren größtenteils erhaltene Raumstrukturen, Treppen und Türen.

Nicht Bestandteile des Denkmals sind das östlich des Schlosses gelegene neuere Bad, der westlich des Burgstalls gelegene neuere Gebäudekomplex und die südlich des Eiler Rennstalls gelegenen neueren Gebäude, das überdachte Strohlager am Waldrand östlich des Eiler Stalls, der verdachte Komplex nordöstlich des Heumarer Rennstalls sowie der hölzerne Schuppen im rückwärtigen Bereich des Forsthauses.

Neben der Burg Rath, dem Durchhäuser und dem Maarhäuser Hof gehört Schloß Röttgen zu den größten und ältesten Gütern des heutigen Ortes Rath/Heumar und ist als wichtiges Siedlungsdenkmal deshalb von besonderer ortsgeschichtlicher Bedeutung. Im Ensemble mit den beiden erwähnten Hofanlagen in unmittelbarer Nähe prägt das Röttgener Anwesen den südlichen Heumarer Ortsbereich ganz entscheidend. Allein durch seine große Ausdehnung war und ist Röttgen unter städtebaulichen Aspekten außerordentlich dominant. Die Entwicklung des heute von der Eisenbahnlinie im Norden, vom Heumarer Mauspfad im Osten, dem Hirschgraben im Süden und der Heumarer und Eiler Straße im Westen begrenzten Areals läßt sich über Jahrhunderte zurückverfolgen. Wenn auch über die Ursprünge wenig bekannt ist, kann auf die Existenz eines befestigten Hofes im Mittelalter mit dem Namen "Rodegin", abgeleitet von einer Rodungsfläche im Wald, geschlossen werden. Eine Karte des 18. Jahrhunderts zeigt "Rötchen" nördlich einer freien Fläche als vierseitig geschlossene Anlage inmitten eines Waldgebiets. Diese grundsätzliche topographische Situation ist seither unverändert geblieben. Röttgen liegt am Rande einer Bruchlandschaft, die im Niederungsgebiet eines ehemaligen breiten Rheinarms mit Wald, Sümpfen und Tümpeln entstanden war und östlich von einem geschlossenen Waldgebiet, dem heutigen Königsforst, begrenzt wird. Zwei von Norden nach Süden verlaufende Senken kennzeichnen das Röttgener Gelände; die eine westlich des Waldrandes zwischen diesem und der Straße nach Eil gelegen, die andere mitten im Wald gelegen und die Ansiedlung kreuzend, so daß Röttgen ursprünglich als wasserumwehrte Burg denkbar ist. Seit 1698 ist das Gut Röttgen urkundlich im wechselnden Besitz nachzuweisen. Seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert gehörte es der Familie von Geyr zu Schweppenburg. Diese veranlaßte 1866 den Neubau des Hofes in seiner bis heute bestehenden Anlage als vierseitigem Wirtschaftshof und separatem schloßartig in neugotischen Formen gestaltetem Herrenhaus, dem 1902 eine Kapelle angefügt wurde.

Die eigentliche Bedeutung, die den Denkmalwert des heutigen Anwesens in seiner Gesamtheit ausmacht, geht jedoch erst auf den im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts erfolgten Ausbau zur geschlossenen Gestütanlage zurück, bei dem bereits bestehende ältere Gebäude wie die Scheune gegenüber dem Maarhäuser Hof und das Forsthaus einbezogen wurden. 1909 zog der Kölner Fabrikant Peter Mülhens (1875 - 1945) in das Schloß und bemühte sich um die Erweiterung der Besitzungen, die er zunächst gepachtet und 1918 erworben hatte. Damit gehörte Schloß Röttgen zum Besitz einer alten rheinischen Familie, die durch die 1792 von Wilhelm Mülhens in der Glokkengasse Nr. 4711 in Köln gegründete Kölnisch-Wasser-Fabrik berühmt geworden und zu Reichtum gelangt war. Seit 1920 wurde zunächst das Schloß als Kern der Anlage umgebaut und durch den Turm, den Ostflügel und zwei Terrassen erweitert. Der benachbarte Gutshof erhielt mit der Einfriedung des südwestlich angrenzenden Bereichs neue Nutzung als Gärtnerei. Architekt war Ludwig Paffendorf (1872, Köln - 1949, Porz), der als einer der bedeutendsten Kölner Jugendstilarchitekten gilt. Er ist auch der für den Entwurf der gesamten Gestütsanlage mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Einzelgebäuden verantwortliche Architekt. 1921 - 1925 wurden die für das neu gegründete Gestüt notwendigen Gebäude und die das gesamte Areal umschließende Mauer errichtet. Der bis dahin als Niederungszone mit der Senke eines ehemaligen Rheinarms parallel zur Straße zwischen Heumar und Eil verlaufende, westlich des Waldes gelegene Geländestreifen stand als Freifläche für die Pferdekoppeln zur Verfügung. Entlang der westlichen Umfassungsmauer an der Eiler Straße wurden die Stall- und Wirtschaftsbauten und die zum Teil repräsentativen Torbauten, die zugleich Wohnungen für die Beschäftigten des Gestüts boten, errichtet. Ohne einschneidende Eingriffe in die vorgegebene natürliche Modellierung und die landschaftliche Prägung des Geländes entstand unter Ausnutzung der naturräumlichen Voraussetzungen und durch die vorbildliche bauliche Erschließung eine mustergültige Anlage für die Zucht von Vollblütern und Rennpferden. Röttgen zählte bereits 1930 zu den größten und erfolgreichsten deutschen Gestüten. Die Rennfarben entsprechend den Farben der Firma 4711: Türkisblau, Altgold und Rot.

Die Einbindung der Gebäude in die Landschaft war von Paffendorf als notwendig erachtet worden, um eine harmonische Wirkung zu erzeugen. Bei der Anlage von Röttgen berücksichtigte er auch die spezielle topographische Geländesituation. Kartographisch ist vom 18. bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts die Vertiefung eines alten Rheinarms nachzuweisen, die vom Heumarer Ortskern aus zunächst westlich der Eiler Straße nach Süden verläuft, sich in Höhe der Wegeabzweigung zum Durchhäuser Hof gegenüber dem Torhaus mit Rentamt gabelt und von dort aus zum einen nach Westen abbiegt, wo sie die Niederungen des dortigen Maars übergeht, zum anderen an dieser Stelle die hier leicht abknickende Eiler Straße kreuzt und sich östlich von dieser parallel nach Süden fortsetzt. Noch heute zu erkennen und nachzuvollziehen ist diese ursprüngliche Situation an dem auf der Ostseite der Eiler Straße nördlich des Torhauses mit Rentamt ansteigenden Gelände (vgl. den rückwärtigen Bereich des Wohnhauses Nr. 14 und den Verlauf der Umfassungsmauer am Vorplatz des Torhauses), während es südlich des Torhauses niedriger liegt und sich kontinuierlich nach Süden weiter absenkt (vgl. den Niveauunterschied zwischen hoch gelegener Straße und parallel verlaufendem tief liegenden Weg im Bereich der sogenannten Bastei unmittelbar an der Umfassungsmauer). Das südliche Ende dieser Rheinarmniederung markiert die nördlich des Eiler Torhauses gelegene, ehemals mit Wasser gefüllte Senke, die auf ihrer Südseite einen eindrucksvollen architektonischen Abschluß erhielt.

Die Bauformen der einzelnen Gebäude werden durch deren jeweilige Nutzung bestimmt. Zweckmäßigkeit war Voraussetzung bei der Umsetzung der architektonischen Aufgabe. Die besondere baukünstlerische Leistung Paffendorfs besteht darin, über die praktischen Anforderungen hinaus individuelle Lösungen gefunden zu haben für die Anordnung der Baukörper, deren Aufbau und Zusammensetzung sowie deren Detailgestaltung. So ist beispielsweise für die langgestreckte Form des Heumarer Rennstalls durch die in Reihen angeordneten inneren Boxen funktionell bedingt. Durch die Ausgewogenheit der Proportionen, die rhythmische Abfolge der Zwerchhausgiebel und vor allem die den Schmalseiten angefügten Rundtürme mit den pfeilerflankierten Toröffnungen erfährt das Stallgebäude jedoch eine Aufwertung der architektonischen Qualität, die durch die Fassadengliederungen, die Anordnung und Form der Öffnungen und die Detailgestaltung bereichert wird.

In stilistischer Hinsicht sind durchgängig Anleihen an die Renaissancebaukunst zu beobachten. Diese wurde von Paffendorf absichtlich als "altüberlieferte" und "volksverbundene" Bauform bevorzugt, um Fortsetzung von Traditionen und Einbindung in historische Zusammenhänge, deren Teil auch die vorgefundene Landschaft war, zum Ausdruck zu bringen. Das Schloß selbst wurde als älteres, durch seinen gotischen Stil mittelalterlich wirkendes Gebäude durch Um- und Anbauten, besonders durch die neuen Terrassen zum Rosengarten hin in seinem repräsentativen Charakter als Herrensitz gesteigert. Am repräsentativen Haupteingang der gesamten Anlage, dem Torhaus mit Rentamt, wird der Anspruch, durch den Baustil an die historische Bedeutung des Anwesens anzuknüpfen, besonders deutlich. Der wehrhaft wirkende Torturm aus Backstein mit Werksteingliederungen und Röttgener Wappen kommt einer illusionistischen Renaissancearchitektur am nächsten. Aber auch andere Gebäude wie die Reithalle im Komplex des Eiler Rennstalls oder der Mutterstutenstall werden durch repräsentativ gestaltete Fronten im Stil der Renaissance und aufwendige Werksteinportale ausgezeichnet. In einer ihm eigenen Formensprache setzt Paffendorf die Renaissanceelemente jedoch zumeist in neue Zusammenhänge, entwickelt sie weiter und kombiniert sie mit regional geprägten Heimatstilelementen und einer entsprechenden Bauweise in Fachwerk oder mit expressionistischen Elementen. Bei vielen der Gebäude treten neben den stets wiederkehrenden Renaissanceformen wie z. B. die meist mit Kantenstab profilierten Werksteinrahmungen der oft gekuppelten Fensteröffnungen, die Eckabweiser und sonstigen Werksteingliederungen auch expressionistisch anmutende formale Lösungen wie z. B. die Eckfenster im Obergeschoß des Hengststalls oder der Giebel des mittleren Zwerchhauses am Heumarer Rennstall mit individuell gestalteten Pfeilern am Fensterband im Obergeschoß und der steilen Spitzbogenöffnung über der Uhr darüber. Traditionelle Formen heimatlicher Architektur mit bauhandwerklicher Prägung wie schiefergedeckte Dächer, kleine Gauben, Bruchsteinsockel und Fachwerkgiebel bestimmen grundsätzlich den Charakter der Bauten, deren ländliche Umgebung und landwirtschaftliche Nutzung darin zugleich Ausdruck finden. Bezeichnend für Paffendorfs Herkunft aus dem Bereich kunstgewerblicher Gestaltung ist die ausgesprochen dekorative Behandlung der Gebäudedetails, insbesondere der hölzernen profilierten Dachgesimse, der schmiedeeisernen Ziergitter, Wandlaternen und Gittertore oder der hölzernen Türen und Tore mit geometrischer Ornamentik.

Ein überaus wesentlicher Bestandteil des Denkmals, über den sich der Gebäudekomplex erst als ein Gesamtkunstwerk definiert, ist der durch die Mauer allseitig umschlossene Grünraum. Er besteht im wesentlichen aus zwei Bereichen. Der das Schloß umgebende Wald ist als weitgehend naturbelassener Landschaftsteil mit alten Wegen und natürlichen Gewässern erhalten und dient dem Gestüt für den Ausritt der Pferde. Westlich des Waldes ist der ausgedehnte Koppelbereich durch ein regelmäßiges Wegenetz erschlossen. Dieser Teil fügt sich zwar in die natürliche Geländemodellierung ein und paßt sich dem Verlauf des beibehaltenen einstigen Waldrandes an, ist aber den Nutzungsanforderungen entsprechend gestaltet. Die Wege sind von Hecken gesäumt, als Alleen mit abwechslungsreichen Baumbestand angelegt und teilweise durch Böschungsmauern aus Bruchstein bereichert. Hölzerne Zäune begrenzen die Koppeln mit abgerundeten Ecken und auf diesen kleine zentrale Busch- und Baumgruppen. Mit Bezug auf einzelne Gebäude und bauliche Anlagen sind Wegeführung und Vegetation beispielsweise als repräsentative Auffahrten oder als Aussichtspunkte gezielt aufeinander abgestimmt. Der letztgenannte Aspekt verdeutlicht, daß für die Gestaltung des Grünraums nicht nur Zweckmäßigkeit ausschlaggebend war, sondern diese auch dem Anspruch nach Beschaulichkeit genügen sollte. Ein prägnantes Beispiel sind die durch eine Allee als Blickachse aufeinander bezogenen "Lustgebäude" des Teeturms und der "Bastei". Der Grünraum von Röttgen besitzt somit den Charakter eines großen Landschaftsparks, in dem die Bereiche der landwirtschaftlichen Nutzung nicht vorrangig bestimmend, sondern harmonisch integriert wirken. Im engeren Bereich um das Schloß kommt ein eher repräsentatives gärtnerisches Erscheinungsbild zum Ausdruck. Vor dem Eingang auf der Nordseite wird die sich platzartig erweiternde axiale Auffahrt von Rasenflächen mit teilweise exotischen Büschen und Bäumen begleitet. Auf der Ost- und Südseite ist der Park in einer auf das 19. Jahrhundert zurückgehenden, typischen Weise als klassische Landschaftsinszenierung angelegt, die die natürlichen Gegebenheiten wie die Waldlichtung mit dem säumenden Baumbestand als Kulisse ausnutzt sowie alte Solitärbäume einbezieht. Kennzeichnend ist die großzügige Hauptblickachse über das mit Rasen bewachsene Gelände mit lockerer unregelmäßiger Anordnung verschiedener Gehölze und leicht geschwungener kurviger Wegeführung. Der im Nahbereich des Gebäudes liegende, als Schmuckpartie aufzufassende Rosengarten entstand in den 1920er Jahren. Er bereichert den Park um eine heute nachempfundene, geometrisch kleinteilig gegliederte Gartenanlage mit klar umgrenzten Beeten und neu eingebrachtem historisierenden zentralen Brunnen. Der Pavillon mit Kegelbahn, das etwas abseits liegende Umkleidehäuschen für den Tennisplatz und das durch seine Tempelform architektonisch aufgewertete Pumpenhäuschen stehen in der Tradition kleiner Lusthäuschen.

Da das Anwesen während des Zweiten Weltkrieges nur geringe Schäden erlitt und in der Folgezeit von der an der Tradition des Familienerbes sehr interessierten Tochter des Gründers Maria Mülhens weiterbetrieben und gepflegt wurde, ist der Originalzustand insgesamt weitestgehend erhalten geblieben. Auch die Nachkriegsphase der Beschlagnahme des Schlosses durch die englische Besatzungsmacht zwischen 1945 und 1953 hinterließ außer geringen Umbauten von Teilen des alten Gutshofes kaum Spuren einer nachteiligen Beeinträchtigung der Substanz. In historischer Hinsicht war diese Zeit für Schloß Röttgen sogar von besonderer Bedeutung. Da es Sitz des britischen Hohen Kommissars für Westdeutschland war und dort wichtige Begegnungen und Verhandlungen auf politischer Ebene stattfanden, kommt ihm als bedeutsame Stätte für die deutsche Nachkriegspolitik eine nennenswerte Rolle zu.

Die gesamte Anlage "Schloß Röttgen" ist als historisch gewachsener Komplex, bestehend aus Bauwerken verschiedener Entstehungszeiten vor der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum ersten Viertel des 20. Jahrhunderts und umgebendem Grünraum, sowohl in städtebaulicher wie orts-, architektur- und gartengeschichtlicher Hinsicht ein unverzichtbares Denkmal, das in seiner Geschlossenheit unbedingt zu erhalten ist. Die in den 1920er Jahren entstandenen, mit dem Ausbau zum Gestüt zusammenhängenden Gebäude sind darüberhinaus als Beispiele für die architektonische Handschrift des bedeutenden Kölner Architekten Ludwig Paffendorf von einzigartigem Wert. Als ein unvergleichliches Gesamtkunstwerk, das hohen handwerklichen und gestalterischen Ansprüchen genügt und sich in nahezu vollständig erhaltener originaler Substanz präsentiert, besitzt Schloß Röttgen nicht nur für Köln Bedeutung als eines der wichtigsten Denkmäler, sondern stellt auch überregional ein herausragendes Denkmal von europäischem Rang dar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0