Wohnhaus

Gravenreuthstraße 2 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7888
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Gravenreuthstraße 2, 50823 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.06.1996
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut um 1900; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach; 3 Achsen (Eingang Mitte rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung in Kombination neugotischer und klassizistischer Elemente (EG mit Lagerfugen/Bogenquaderung; profilierte Fensterrahmungen im 1./2.OG); Mittenbetonung durch gekoppelte Fenster mit gestalteten Brüstungsfeldern und Verdachungen; Fenster/Eingangstür/Gauben erneuert.

Rückfront: 3 Achsen (Treppenhaus/WCs mittig vorgestuft); backsteinsichtig (EG verputzt); stichbogenförmige Fensteröffnungen, Fenster erneuert (außer Treppenhaus, hier teilweise ausgebessert), Hoftür original; DG-Aufstockung (verkleidet).

Innen original: Treppenhaus: Vorflur/EG mit Terrazzobelag (mit Bordüre und Mittelornament); hölzerne Treppenanlage (Antritts- und Zwischenpfosten, gedrehte Geländerstäbe, Handlauf; Stufen mit PVC-Belag neu belegt); hölzerne Kellerwange und -tür; WCs (Holzverschläge); je 2 Wohnungseingangstüren mit Rahmen im EG/1.OG; Keller: hölzerne Kellertreppe; preußische Kappen; Backsteinboden; Wohnungen: Grundrisse weitgehend original (Küche verändert, Bäder eingebaut); z.T. Dielenböden.

Veränderungen: Spitzbodenausbau/rückwärtige Dachraumerweiterung (nicht Bestandteil des Denkmals).

Die rückwärtige backsteinsichtige Hofmauer (z.T. ausgebessert) mit Pfeilern und Krone ist Bestandteil des Denkmals.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts südlich der Köln-Aachener Bahnlinie, mußte jedoch schon in der ersten Hälfte der 1870er Jahre des letzten Jahrhunderts infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen und daraus resultierender zügiger baulicher Erschließung um Gebiete nördlich der Bahntrasse erweitert werden. Erste Erschließungsansätze lagen an der Otto- und Overbeckstraße, die von der Subbelrather Straße her entwickelt wurden.

Die Gravenreuthstraße, wenig später angelegt, verbindet die Hüttenstraße, die parallel zu den Bahnbögen der Köln-Aachener Bahntrasse verläuft, mit der Subbelrather Straße. Städtebaulich bedeutsam ist das o.g. Objekt, da ein direkter topographische Bezug zur Hüttenstraße mit ihren originalen Fassaden sowie zur benachbarten Schule in der Gravenreuthstraße besteht.

In diesem Zusammenhang bleiben die ursprünglichen städtebaulichen Zusammenhänge zur Zeit der Erstbebauung erleb- und ablesbar, was innerhalb der durch starke Kriegszerstörungen gekennzeichneten Bebauung Ehrenfeldgürtel/ Subbelrather Straße/ Hüttenstraße von besonderer Bedeutung ist.

Das Gebäude ist durch eine für die Fassadengestaltung des sogenannten Historismus - so bezeichnet wegen vielfältiger Rückgriffe auf historische Baustile - typische Kombination von neugotischen (fialenartige Fensterrahmungen; Fensterbrüstungen mit Bogenstellung/Schneuß) und klassizistischen Elementen (hochrechteckige Fenster; Lagerfugen/Bogenquaderung; straffe Fassadengliederung) charakterisiert. Das relativ flache Fassadenrelief und die großen, glatt verputzten Wandflächen weisen darüberhinaus bereits auf eine stilistische Einflußnahme des Jugendstil hin.

Das o.g. Objekt ist daher als integraler Bestandteil der Erstbebauung in diesem Teil Ehrenfelds als bauliches Dokument unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0