Wohnhaus
Everhardstraße 73 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7946 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Everhardstraße 73, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1895 bis 1896 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.09.1996 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut um 1895/96; Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Satteldach (3 in der Substanz originale Gauben); 4 Achsen (Eingang rechts); kombinierte Putz-Backsteinfassade mit reicher Stuckgliederung im Stil der Neo-Renaissance (profilierte Wandgliederungen durch Lagerfugen und Quaderstruktur; profilierte Fensterrahmungen und -verdachungen; unterschiedliche Fensterformen); Fassadenrhythmisierung durch Betonung der seitlichen Achsen (aufgeputzte Quaderstruktur kontrastierend mit backsteinsichtiger Wandfläche der Mittelachsen); Fenster im 1./2.OG original (teilweise leicht beschädigt, fehlende Sprosseneinteilung); Fenster im EG/3.OG erneuert (großflächige Holzfenster mit Oberlichtern); Eingangstür erneuert.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds. Die Everhardstraße bildet die südliche Begrenzung des westlichen, bis zur Gutenbergstraße reichenden, Ensemble-Bereichs.
Das viergeschossige Mietstockwerkgebäude wurde etwa 1895/1996 erbaut und ist durch eine starkplastisch gegliederte Stuckfassade, die eine gestalterische Einheit mit dem Nachbargebäude Nr. 75 bildet, charakterisiert. Von besonderer Wirkung ist dabei der Materialgegensatz von reichprofilierten Stuckoberflächen und den backsteinsichtigen Mittelachsen.
Die Fassade ist deutlich axial gegliedert, wobei in den Obergeschossen die Außenachsen risalitartig betont und mit kräftigen Verdachungen (2./3.OG) und Rundbogenfenstern (1.OG) versehen sind. Die strenge Vertikalität wird durch unterschiedlich stark profilierte Lagerfugen im EG und 1.OG, verkröpfte Geschoß- und Sohlbankgesimse, durchgehende Kämpferprofile (1.OG), breite Fensterverdachungen im 2./3.OG und aufgeputzte, teilweise ornamentierte Putzbänder (1./3.OG) horizontal ausgeglichen. In Kombination von vielgestaltigen Fassadendetails, wie rundbogigen, muschelgeschmückten Giebelaufsätzen, profilierten und teilweise reliefierten Fensterbrüstungen, mit fassadenrhythmisierenden Großformen (Risalitbildungen) wird so eine ausgesprochen repräsentativ wirkende Straßenfront gestaltet.
Städtebaulich ist die nahezu vollständig erhaltene Originalbebauung der Everhardstraße aus der Gründerzeit ein wichtiges Dokument der Maßstäbe und der Vielfalt historisierenden Bauens. Das o.g. Gebäude bildet mit dem daneben stehenden, gleichartigen Haus Nr. 75 einen (allein schon durch die Geschossigkeit) dominierenden Akzent der Straßenzeile, der für das Gesamtbild und die Erlebbarkeit der Erstbebauung unverzichtbar und daher unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0