Wohnhaus
Nüssenberger Straße 7 · Bocklemünd/Mengenich
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8013 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Nüssenberger Straße 7, 50829 Köln |
| Baujahr | 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.11.1996 |
| Stadtteil | Bocklemünd/Mengenich |
Erbaut 1903; Fassade: 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit 2 originalen Dachhäuschen (links) und einem originalem Dacherker (rechts); 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederung in Kombination von Neo-Renaissance- (hochrechteckige Fenster, Fensterverdachungen, portalartige Eingangsrahmung), Jugendstil- (flächig angelegte Fassadenstruktur; überformte Ornamente) und neugotischen Elementen (Maßwerk in Schneuß-Form an den Fensterbrüstungen im OG rechts); Betonung der rechten Gebäudeachse durch gekoppelte Fenster (im OG mt Schweifgiebel) und Dacherker; Fenster mit Beschlägen/Eingangstür/Rolläden (im EG) original.
Rückfront: backsteinsichtig; 4 Achsen (rechts WCs/Treppenhaus leicht vorgestuft); getrepptes Traufgesims (Backsteinkonsolen); stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster mit Beschlägen/Hoftür original; freistehende Giebelseite nachträglich verkleidet.
Innen original: Treppenhaus: ornamentierte Bodenfliesen im Vorflur/Treppenhaus EG/Hofzugang; doppelte Stuckdeckenleiste, Mittelornament und Terrazzostufen im Vorflur; rundbogiger, profilierter Durchgang auf Kämpfern zum Treppenhaus mit Schriftzug (SALVE); hölzerne Treppenanlage (Kellerwange und -tür, profilierte Lichtwange, Stufen, gedrehte Geländerstäbe, Handlauf, Fußleiste); WC-Türen; Wohnungseingangstüren (im EG vermutlich außen nur verkleidet, im OG mit z.T. geschliffenem, farbigem Glas); Wohnungen: EG/OG: Grundrisse; Zimmertüren mit Rahmen; Dielenböden; Fußleisten; Wandschrank in der Küche; DG: 4 Kammertüren (drei mit originalen Beschlägen); Dielenböden; Holztreppe zum Speicher; Speichertür.
Bestandteile des Denkmals sind auch das kleine backsteingemauerte Gartenhäuschen mit Satteldach, die rückwärtige Gartenmauer am Parzellenende und der Garten. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die straßenseitig rechts errichtete verputzte Mauer mit Toreinfahrt (errichtet Ende der 60er Jahre).
Bocklemünd sowie der nördlich gelegene Weiler Mengenich gehörten ehemals zur Bürgermeisterei Müngersdorf und wurden 1888, wie zahlreiche andere Vororte, zur Stadt Köln eingemeindet. Da der städtische Einfluß auf die dörfliche Bebauung mit zunehmender Entfernung zum Kölner Stadtkern geringer wird, ist das Ortsbild auch heute noch im Wesentlichen von vollständig oder teilweise erhaltenen Hofanlagen sowie von ein- bis zweieinhalbgeschossigen kleineren, sogenannten Hausmannshäusern geprägt.
Dennoch übte die am Historismus orientierte Architektursprache der neustädtischen Stadterweiterung Kölns einen Einfluß auf die bis dahin weitgehend dörflich geprägte Bebauung der weiter abgelegenen Vororte aus, was an einigen wenigen erhaltenen Bauten ablesbar geblieben ist. Für diese Entwicklungsphase des äußeren Vorortgürtels ist das o.g. Objekt ein herausragendes Beispiel, weil es aufgrund seiner zeittypischen Fassadengestaltung und dem in Köln seltenen Erhalt nahezu aller Baudetails - hingewiesen sei auf die Ausgestaltung der Dachhäuschen mit bekrönenden Knäufen - einen anschaulichen Eindruck der in der Grundstruktur dörflich gebliebenen Bebauung mit Einsprengseln vorstädtisch geprägten Bauens vermitteln kann.
Die qualitätvolle Stuckfassade ist durch ausgewogene Asymmetrien - ein typisches Merkmal des Jugendstil - gekennzeichnet. Auffälligstes Merkmal ist die Betonung der rechten Gebäudeachse mit den gekoppelten und verdachten Fenster und dem hochaufragenden Dachaufbau, die wirkungsvoll auf die Einmündung der Fliesteder Straße hin orientiert ist und somit als Blickfang nicht nur eine straßenbildprägende Funktion entlang der Nüssenberger Straße hat.
Als integraler Bestandteil der einem historischen Wandel unterworfenen Dorfstruktur wird das o.g. Objekt somit zu einem unverzichtbaren Dokument für die Bebauung im äußeren Kölner Randgebiet und ihrer spezifische Ausprägung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0