Wohnhaus
Marsiliusstraße 76 · Sülz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8029 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Marsiliusstraße 76, 50937 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.01.1997 |
| Stadtteil | Sülz |
Erbaut um 1905; Architekt: Adam Buhs (?); Fassade: 3 Geschosse; ausgebautes Mansarddach (mittiges Zwerchhaus, seitlich je ein originales Dachhäuschen mit Knickgiebel); 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit reicher Stuckgliederung des Jugendstil (stilisierte Quaderstruktur im EG/1.OG; floral ornamentierte Fensterbrüstungen und -rahmungen; floral ornamentierter Schweifgiebel); Fassadenrhythmisierung durch zweigeschossigen Mittelerker mit Balkon und Zwerchhaus mit Schweifgiebel; zeittypisch asymmetrische Fassadenkomposition; Fenster mit Beschlägen original (Sprossen der Oberlichter fehlen im EG/1.OG); originale hölzerne Rolläden im EG; originale Eingangstür mit floralem Schnitzwerk und geschliffenem Glas.
Rückfront: 4 Achsen; backsteinsichtig; Stichbögen und Horizontalgliederung in gelbem Backstein; Balkone (originale Metallgeländer) im 1./2.OG; Fenster/Fenstertüren mit Beschlägen original (außer DG-Fenster); 2 in der Substanz originale Gauben; Hoftür erneuert.
Innen original: Eingangsflur: Terrazzoboden mit Jugendstil-Intarsien (floral-geschwungene, mehrfarbige Ranken); blau glasierte Wandfliesen (teilweise mit floralem Ornament) mit profilierter Abschlußleiste; aufgeputzte vertikale Wandgliederung/Gurtbögen; floraler Wandfries; florale Ornamente in den Scheitelpunkten; rundbogiger, profilierter Durchgang zum Treppenhaus; Treppenhaus: Terrazzobelag und -treppe mit Podesten; schmiedeeisernes Geländer mit Ornamenten; Holzhandlauf; profilierte hölzerne Wandleisten; Fensterbänke aus belgischem Granit; Wohnungstüren (außer DG; im 1.OG fehlt Sprossierung), im EG/2.OG mit Messingbeschlägen; Kellertür; Wohnungen: Grundrisse; Dielenböden; Zimmertüren (im EG Füllungen nachträglich durch Glas ersetzt, jedoch mit Originalanstrich, teils mit originalen Ornamenten) mit Rahmen und Laibungen (außer EG-Küchentür: erneuert); EG: 2 Stuckrosetten und doppelte profilierte Deckenleiste im großen Straßenzimmer (nachträglich vergrößert); 1./2.OG: teilweise Stuck.
Bestandteile des Denkmals sind auch die rückwärtige dreiseitige Einfriedungsmauer (backsteinsichtig; mit Vorlagen und Krone) und der Garten.
Während es bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Sülz eher ländlich geprägte Siedlungsansätze gab, fällt die Entstehungszeit des o. g. Objektes in eine zweite, städtebaulich bedeutende Entwicklungsphase des 1888 nach Köln eingemeindeten Sülz. Hierbei orientierte sich sowohl die stadtplanerische Gestaltung als auch die architektonische Ausformung der neuerrichteten Bauten deutlich an der Entwicklung der Kölner Neustadt. So ist auch die Marsiliusstraße zwischen Zülpicher und Luxemburger Straße Teil dieser Bebauungsphase, die die epochale Neustadtplanung fortsetzt.
Der Einfluß des Jugendstil führt bei dem o. g. Objekt zu einer insgesamt flächig angelegten Fassadengestaltung, die durch die Kontrastierung von glatter und strukturierter Putzoberfläche in Kombination mit reich gestalteten Ornamentfeldern zu einer malerischen Wirkung im Sinne des Jugendstil gelangt. Als typisch für den reifen Jugendstil darf auch die bewußt eingesetzte Asymmetrie angesehen werden.
Der breitgelagerte, in nahezu allen Details erhaltene Bau wird durch das hohen Zwerchhaus und den Erker mit qualitätvollen Stukkaturen straßenbildprägend akzentuiert und bildet mit dem Nachbarhaus Nr.78, dem Eckhaus zur Zülpicher Straße und den gegenüberliegenden Häusern Marsiliusstr. 91 und 95 ein eindrucksvolles und gestalterisch qualitätvolles Ensembles, das die ursprüngliche Bebauung und Wohnform in Sülz anschaulich dokumentiert und auch heute noch erlebbar macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0