Wohnhaus
Scherfginstraße 14 · Sülz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8037 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Scherfginstraße 14, 50937 Köln |
| Baujahr | 1899 bis 1901 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.01.1997 |
| Stadtteil | Sülz |
Erbaut 1899-1901; Architekt: Eduard Endler; Bauherr: Arbeiterwohnungsgenossenschaft Köln-Süd; Bestandteil einer einheitlich angelegten Reihenhausbebauung.
Fassade: 2 Geschosse , ausgebautes Dachgeschoß mit Drempel (links); 2 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Backsteingliederung im Heimatstil; Fassadenrhythmisierung durch Materialwechsel (Backstein und Putz), gekoppelte Fenster (rechte Gebäudeachse) und Ziergiebel (rechts); Eingangstür erneuert; Fenster erneuert (großflächig, Kunststoff).
Rückfront: 2 Achsen; verputzt; Anbau von Wintergärten (mit Kunststoffenstern; innen erneuerte Holzfenster); Keller erweitert (unterhalb der Wintergärten); Hoftür erneuert.
Veränderungen: im Inneren kompletter Wiederaufbau nach dem Krieg auf den alten Grundrissen; neue Betondecken; erneuerte Betontreppe mit Terrazzobelag; komplett neue Zimmertüren (Türöffnungen verkleinert).
Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten.
Zur Verbesserung der Wohnverhältnisse von Arbeiterfamilien wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Köln nach dem Vorbild anderer Städte Genossenschaften gegründet. Unterstützt wurden die Genossenschaften seitens der Stadt Köln durch Preisnachlässe beim Erwerb von Grundstücken sowie durch die Übernahme von Bürgschaften und Hypotheken.
Die Arbeiter-Wohnungsgenossenschaft Köln-Süd wurde 1899 gegründet und arbeitete mehrere Jahre lang mit dem Architekten des o.g. Objektes, Eduard Endler (1860 Hannover-1932 Köln), zusammen. Bis 1903 plante und baute Endler für die Genossenschaft insgesamt 61 Wohnhäuser, außer an der Scherfginstraße auch in der Schulze-Delitzsch-Straße in Raderberg. Diese Siedlungen - in Sülz bestehend aus 25 (ehem.) Zweifamilienhäusern - sind typische Beispiele für den genossenschaftlichen Arbeiterwohnungsbau in Köln, charakterisiert durch ihre qualitätvolle Gestaltung in Kombination von Putz und Backstein.
Es handelte sich, wie auch bei dem o.g. Objekt, hauptsächlich um Zweifamilien-Reihenhäuser, die zweigeschossig ausgeführt wurden und deren Grundrisse im Wechsel spiegelsymmetisch angelegt waren. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der einheitlichen Straßenbebauung von stilistisch gleichartigen, in Einzelformen jedoch individuell gestalteten Häusern. So ist das o. g. Objekt in seiner Fassadengestaltung durch eine markante Backsteingliederung charakterisiert. Die Innenraumaufteilung war ursprünglich in beiden Geschossen gleich (1 Küche mit besonderem Spülraum, 2 Zimmer, Diele und WC), so daß die Möglichkeit bestand, eine Etage als gesonderte Wohnung zu vermieten, um die monatlichen Belastungen für den Kaufanwärter zu reduzieren.
Trotz einer in allen Häusern gleichartigen Grundrißlösung, gelingt es dem Architekten und seinen Mitarbeitern dem gesamten Straßenzug eine durch individuell gestaltete Wohnhäuser abwechslungsreiche und dennoch zusammenhängende Prägung zu geben. Für diese historisch und städtebaulich bedeutende Planung erhielt er 1902 auf der Düsseldorfer Ausstellung die Goldene Medaille für das Arbeiterwohnhaus in der Gruppe Wohlfahrtseinrichtungen. Diese bereits frühe Würdigung der Siedlung markiert einerseits einen Höhepunkt der gestalterischen Bemühungen des Architekten Endler und seiner Mitarbeiter im preiswerten und dennoch qualitätvollen Wohnraum und andererseits die Frühphase der Kölner Siedlungsbaugeschichte als deren Bestandteil das o.g. Objekt unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0