Wohn- u. Geschäftshaus

Rondorfer Hauptstraße 22 · Rondorf

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8072
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Rondorfer Hauptstraße 22, 50997 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.03.1997
Stadtteil Rondorf

Erbaut um 1905; zweigeschossiges Eckgebäude; doppelte flache walmdachartige Verdachung.

Straßenfront: Sechs zu einer zu drei zu zwei Fensterachsen; horizontale Gliederung durch dreigeteilten Fassadenaufbau, profilierte Gesimse und Stuckbänder; im Erdgeschoß über Sockel rustikaartig gestalteter Stuck, Stuckblenden über Eingängen und Fenstern (diamantquaderartige Schlußsteine); Sohlbänke aus Werkstein; Fenster und Türen erneuert (zwei Fenster u. eine Tür auf der Nordseite zugemauert); Obergeschoß: verputzt; Fenster (erneuert, originale Oberlichteinteilung teilweise beibehalten) mit profilierter Stuckrahmung mit Ohren, Fensterbekrönung mit Stuckgirlanden; Hofbebauung: an die südwestl. Rückfront angebaute Kegelbahn in ostwestl. Richtung, nördl. an diese anschließend Garagen; Im Inneren original erhalten: Holztreppe mit hölzernem Geländer; teilweise Dielen im Obergeschoß; tragende Wände zum Teil erhalten.

Das Eckgebäude "Rondorfer Hauptstr. 22" liegt an der Wegegabelung Kapellenstraße/Rondorfer Hauptstraße im ältesten Siedlungsbereich von Rondorf. Die Rondorfer Hauptstraße ist eine alte Verbindungsstraße, die südlich nach Immendorf und nordöstlich nach Hochkirchen und Rodenkirchen führt. Die Siedlungsentwicklung in Rondorf nahm ihren Ausgang im Umkreis der großen geistlichen bzw. ritterlichen Hofgüter an der Kapellenstraße. Die Kapellenstraße sowie ein relativ kurzes Stück nördlich und südlich ihrer Einmündung in die Rondorfer Hauptstraße bildete noch um 1800 den einzig bebauten Dorfbereich. In der Mitte dieser für Rondorf wichtigsten Wegegabelung (Kapellenstraße/Rondorfer Hauptstraße) wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts denn auch die Dorfeiche gepfanzt, die heute noch erhalten ist. Die Rolle der Kapellenstraße als zentrale Dorfstraße übernahm um die Jahrhundertwende die Rondorfer Hauptstraße, nachdem sich hier im südlichen Bereich die Bebauung verdichtet und sich mit dem Bau der neuen Kapelle und späteren Pfarrkirche (1898/99) ein neuer Siedlungsschwerpunkt gebildet hatte. Die Wegegabelung Rondorfer Hauptstraße/Kapellenstraße wurde hierdurch zentraler Verbindungsbereich zwischen altem und neuem Siedlungskern. Die besondere Lage dieses Areals innerhalb des Ortes führte dann wohl auch um 1905 zum Neubau der "Rondorfer Hauptstraße 22", die als Restaurationsbetrieb eingerichtet wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft (Kapellenstr. 3) befand sich noch eine weitere Restauration, was die Attraktivität des Terrains bezeugt.

Das Eckgebäude "Rondorfer Hauptstraße 22" zeichnet durch den polygonal gebrochenen Fassadenverlauf den ehemaligen Flurwegverlauf nach und präsentiert zu allen Seiten (Rondorfer Hauptstraße / Gabelungsbereich / Kapellenstraße) eine gleichmäßig und qualitätvoll gestaltete Stuckfassade. Als typisches Beispiel ländlicher Bauweise (wenige Geschosse, dafür große Grundfläche), als eines der wenigen noch erhaltenen Gebäude mit Stuckfassaden in Rondorf und als Zeugnis der Ortsveränderungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie als das Ortserscheinungsbild prägender Blickfang an der wichtigsten Wegegabelung von Rondorf ist das Gebäude "Rondorfer Hauptstraße 22" ein unbedingt zu erhaltendes Baudenkmal.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0