Wohn- u. Geschäftshaus
Bergisch Gladbacher Straße 453 · Holweide
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8080 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Bergisch Gladbacher Straße 453, 51067 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.04.1997 |
| Stadtteil | Holweide |
Erbaut um 1910 auf rechteckiger Grundfläche mit nur wenig späterem, rückwärtigem, eingeschossigem Anbau.
Fassade: 3 Geschosse und Giebelgeschoß, Satteldach, 2 Achsen, Erker im 2. und 3. Geschoß in linker Achse auf trapezförmiger Grundfläche, im Giebelgeschoß rechts bündig mit Fassade abschließender Balkon mit Balusterbrüstung, die linke Achse von leicht geschweiftem Giebel mit ovaler Öffnung bekrönt. Fensteröffnungen mit geradem bzw. segmentbogenförmigem oberen Abschluß (Kunststoffenster, Oberlicht verkleidet). Stuckfassade mit zurückhaltenden Elementen des Historismus / Neorenaissance, stuckierte Köpfe an der Erkerbrüstung des 2. OG.. (Erdgeschoß verändert und gefliest, Ladeneinbau u.U. erst wenige Jahre nach Fertigstellung mit rückwärtigem Anbau eingefügt; kleine Dachgaube später.)
Rückseite: Backstein, 3 achsig, Traufgesims, ursprüngliche Gaube im Dach, darüber spätere Gaube. Anbau springt weit in den Garten vor. Fenster teilweise alt, teilweise erneuert (Holz, ohne Sprossen).
Im Inneren original erhalten: Terrazzoboden mit Rahmung im Vestibül, Terrazzotreppe zum 1. OG., dann Holztreppe, Holzhandlauf. Aufwendige dreiflügelige Wohnungstüren, Zimmertüren im 1. OG..
Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten.
Der heutige Stadtteil Holweide entstand 1910 durch die Zusammenlegung der Dörfer Holweide, Schweinheim, Wichheim und Schnellweide und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit ca. 1885 ließen sich am Rande der bis dahin bäuerlich geprägten Ortschaften Industriearbeiter aus Mülheim und Kalk nieder, die bald die Freiräume zu Seiten der Bergisch Gladbacher Straße besiedelten (Beispiele der schlichten Arbeiterwohnhäuser in der Ringenstraße). Das Objekt ist ein Beispiel für die etwas bessere Wohnbebauung des Mittelstandes zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der sich - zum Teil mit Geschäften im EG - entlang der Hauptstraße (Berg. Gladbacher Str.) ansiedelte. Künstlerisch bedeutsam ist das Haus durch die variierten Elemente der Fassadengliederung: Erker, Balkon, betonter Giebel, wobei besonders der zurückspringende Balkon mit Balusterbrüstung auffällt. Auch die Stuckgliederung mit Köpfen ist ein selteneres Motiv. Das Gebäude ist darüberhinaus unverzichtbarer Bestandteil einer fast vollständig erhaltenen Straßenfront gründerzeitlicher Bebauung zwischen Ringen- und Severingstraße, die sich bis zur Buschfeldstraße hinzieht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0