Villa
Wolfgang-Müller-Straße 12 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8116 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Villa |
| Adresse | Wolfgang-Müller-Straße 12, 50968 Köln |
| Baujahr | 1924 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.06.1997 |
| Stadtteil | Marienburg |
Erbaut: 1924; Architekt: Johannes Weiler; Bauherr: Siegfried Schürmann (Prokurist); zweigeschossige Villa durch abfallendes Gelände auf der Rückseite mit Souterrain über fast quadratischem Grundriß; weit von der Straßenflucht abgerückt im Garten liegend; verputzt; steiles Walmdach mit Gauben (teilweise originale hölzerne Sprossenfenster, Fensterläden, profiliertes Gesims, Segmentgiebel); profiliertes Dachgesims; durchlaufende Sohlbankgesimse; größtenteils hölzerne Sprossenfenster (rekonstruiert) tief in die Fassade eingeschnitten: EG: profilierter Fenstersturz, OG: Fensterläden (Fenstersturz = Dachgesims).
Straßenseite = südöstl. Front und nordwestl. Front: zwei Achsen; Lisenen; Schmalseiten des nordöst. Vorbaus ohne Fenster;
Nordöstl. Front: drei Achsen; Vorbau mit Austritt (Souterrain: mittiger Vorraum (Korbbogen) mit Portal, vergitterte Kellerfenster in flachen Nischen; EG: mittige Loggia (Korbbogen) mit leicht vorgewölbter Brüstung, flankiert von dreiteiligen Fenstern mit Oberlicht (Sprossen));
Südwestl. Front: turmartiger Treppenhausrisalit; originale hölzerne Eingangstür mit polygonalem Oberlicht;
Im Inneren original erhalten: größtenteils die Holztüren mit profilierten Rahmen; teilweise Stuckdecken; Eingangshalle: hölzerne Treppe mit Holzgeländer, Bodenbelag durch Marmorplatten ersetzt; Schiebetür zur Bibliothek; Bodenfliesen in der Küche (schwarz/weiß im Wechsel) und auf der Loggia (wabenförmig).
Der Garten mit nach Nord/Nordwesten hin abfallendem Gelände (überwiegend Rasenfläche, Büsche, alter Baumbestand) ist Bestandteil des Denkmals.
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im 2. Weltkrieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. In den 1870er Jahren wurde auf Initiative von Ernst Leybold in Marienburg mit der Villenbebauung begonnen. Dank der unterschiedlichsten hier wirkenden Kräfte ist Marienburg nicht nur eine "englische Gartenstadt", sondern vielmehr auch so etwas wie ein "lebendiges Architekturmuseum", in dem auserlesene Beispiele die verschiedensten Strömungen einer über 100jährigen Architekturgeschichte erläutern.
Das 1930 mit einem Foto in der Ausstellung "Stadt und Land" gezeigte Haus Schürmann wurde aus Gründen eines einheitlichen städtebaulichen Gesamtkonzeptes gestalterisch den benachbarten Häusern der Professorensiedlung angepaßt. Mit ihrer klaren Grundrißbildung und ihrer sowohl moderne als auch traditionelle Elemente verbindenden architektonischen Haltung, die sich in die Richtung der Heimatschutzarchitektur einordnen läßt, ist die Villa "Wolfgang-Müller-Str. 12" ein typischer Vertreter des modernen sachlichen Villenbaus der 1920er Jahre. Gegenüber den anderen Bauten in der Wolfgang-Müller-Straße wirkt das Haus Schürmann durch seine kleinteiligen, vertikal akzentuierten Sprossenfenster "filigraner". Die Hauptwohnräume des Hauses sind - bedingt durch das städtebauliche Gesamtkonzept - nach Osten orientiert. Die Villa Schürmann ist als wichtiges Werk innerhalb des Oeuvres Johannes Weilers, als typische 1920er Jahre Villa und als Gebäude, das sich mit gestalterischer Rücksichtnahme in die benachbarte Architektur integriert und damit eine Besiedlungsstruktur eines Bereichs von Marienburg dokumentiert, ein unbedingt zu erhaltenes Baudenkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0