Wohnhaus
Paffrather Straße 16 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8134 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Paffrather Straße 16, 51069 Köln |
| Baujahr | um 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.08.1997 |
| Stadtteil | Dellbrück |
Erbaut um 1906; linke Hälfte einer zweigeschossigen Doppelvilla mit ausgebautem Dachgeschoß, traufständiges Gebäude mit zur Straße übergiebeltem nördlichen Bauteil, Dachdeckung mit aufwendigen Firstziegeln (Schornstein erneuert); Fenster größtenteils original.
Straßenfront: zweiachsige Putzfassade; Sockel mit Fugenschnitt (Kellerfenster nachträglich vergittert); in linker Achse Parterreerker mit abgeschrägten Seiten, Diamantquaderung an der Sohlbank, profilierten Fenstergewänden und Walmdach (Dachdeckung erneuert), darüber Fenster und Oberlicht in ornamentierter Holzrahmung und Fachwerkgiebel (nachträglich durchfenstert) mit Firstbekrönung; rechts rundbogiges dreiteiliges EG-Fenster und Putzstreifen mit Stuckaturen, darüber Dreiergruppe rundbogiger Fenster mit 3 aufstuckierten Fenstersäulen, Dachhäuschen (Fenster erneuert).
Seitenfront: linkes und mittleres Drittel der Front als Giebelwand gestaltet, rechtes Drittel durch Traufe des straßenseitig übergiebelten Bauteils gebildet; mittig rundbogiger Eingang mit Außentreppe, originale Haustür (Fenster erneuert) und Oberlicht, darüber 2 segmentbogige Treppenhausfenster; geschweifter Giebel mit 2 Kugelbekrönungen.
Rückseite mit 4 Achsen: links Kellertür (erneuert) und Kellerfenster (Glasbausteine), Terrasse mit originaler Außentreppe und darüber Balkon, ihre Türen und Fenster original (Terrasse und Balkon nachträglich verglast), Dachhäuschen (Fenster vergrößert); mittig Tür (erneuert, Glasbausteine im Oberlicht) und originalem OG-Fenster; seitlich Toiletten-Anbau mit 2 schmalen originalen Fenstern; rechts eingeschossiger Anbau mit Tür (Treppe erneuert), darüber originales OGFenster.
Innen original: Keller mit Holzstiege und Betonkappendecke; in den beiden straßenseitigen Zimmern im EG und OG Fußleisten und Deckenstuckaturen (Wandabschlußleiste, Voute, Dekkenleiste und Mittelrosette, stellenweise durch Elektroinstallation beschädigt) im EG 4 Türverkleidungen (Türblätter erneuert), im OG Dielenboden (verdeckt) und 4 Türen (2 Badezimmer nachträglich eingebaut); im DG 3 Zimmer mit zugehörigen Türen (2 Räume nachträglich abgetrennt).
Garten: erhalten hat sich die zugehörige rückwärtige Rasenfläche mit zum Teil alten Baumbestand sowie der ehemalige Vorgarten als Freifläche.
Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Dellbrück. Er wurde 1914 zusammen mit Mülheim nach Köln eingemeindet.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Mülheim und Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg zur Chaussee ausgebaut worden. Im Bereich der ehemaligen Poststation Dellbrück zweigt von dieser Straße ein ebenfalls alter, nach Paffrath führender Weg ab (Paffrather Straße).
Am östlichen Ende der Bergisch Gladbacher Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Mülheims bzw. Kölns entwickelte. Zeitgleich mit den ältesten Villen an der Bergisch Gladbacher Straße wurden auch am Anfang der Paffrather Straße Doppelvillen errichtet (Nr. 14-20, 28-32, 36-42). Sie spiegelen die gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Entstehungszeit und veranschaulichen das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen.
Das Haus Paffrather Str. 16 ist ein typisches Beispiel für den Rückbezug auf regionale und historische Bautraditionen (Erker, Fachwerkgiebel, profilierte Fenstergewände, geschweifter Giebel). In der Wahl der von Grün eingerahmten Bauform "Villa" kommt der repräsentativen Anspruch des Bauherrn zum Ausdruck. Verstärkt wird diese Wirkung durch die außen und innen angebrachten Schmuckformen (Stuckaturen, aufwendige First- und Giebelgestaltung). Die hier gewählte Form des Doppelhauses ist als preigünstigere Variante auch im Kerngebiet des Villenviertels häufig genutzt worden (Bergisch Gladbacher Str. 1143-51, 1163-65, 1173-75 und 1190-92).
Die heutige Erscheinung des Hauses wird durch die veränderte Vorgarten- und Hofsituation beeinträchtigt. Doch die weitgehend erhaltene Straßen- und Seitenfassade mit größtenteils originaler Befensterung und die vor allem in den straßenseitigen Zimmern erhaltene Innenausstattung zeichnen das Haus aus.
Aufgrund seiner orts-, sozial- und architekturgeschichtlichen Bedeutung ist das o. g. Objekt unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0