ehem. Sendehaus des WDR
Hitzelerstraße 125 · Raderthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8150 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | ehem. Sendehaus des WDR |
| Adresse | Hitzelerstraße 125, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1927 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.09.1997 |
| Stadtteil | Raderthal |
Erbaut: um 1927; Architekt: Theo Willkens; dreiflügelige, symmetrische Anlage, die einen ehrenhofartigen Eingangsbereich umschließt, im Formengut des "Neuen Bauens"; von Grünflächen umgeben; weit vorkragende Flachdächer; verputzter Sockel; verschiedene Fensterformen (lochfassadenartig eingeschnitten, erneuert (Kunststoff)) als Gliederungelemente;
Vorderfront (Pingsdorfer Str.): Eingänge mit Werksteinumrahmung; zurückliegender eingeschossiger Mittelbau: mittiger Eingang (Holzeingangstür mit schmalen, hochrechteckigen Glasstreifen), flankiert von jeweils fünf schmalen, hochrechteckigen Fenstern (etwa in halber Höhe unterteilt), einheitlich rauh verputzt; Flügel identisch gegliedert: im Anschluß an Mittelbau zweigeschossig in Traufhöhe des Mittelbaus, Kopfteil der Flügelbauten jeweils eingeschossig, im Erdgeschoß jeweils drei dreiteilige Fenster, im Obergeschoß jeweils ein dreiteiliges Fenster, zum Eingangshof hin: jeweils mittiger Eingang mit flankierenden zweiteiligen Fenstern, im Obergeschoß jeweils zwei zweiteilige Fenster mit mittigem dreiteiligen Fenster (dies im nördlichen Flügel zugesetzt); streng horizontal gegliedert: Fensterebene mit glattem Putz; Wandebene mit rauhem Putz;
Rückfront (Hitzelerstr.): Mittelbau: 18 hochrechteckige Fenster (oberer Fensterbereich zugesetzt; südliche Vorbauten: 1951 bzw. 1965); zurückliegende Flügel: im Erdgeschoß jeweils vier kleine, quadratische Fenster (durch horizontale Metallstangen zu einem "Fensterband" zusammengefaßt) und ein zweiteiliges Fenster; im Obergeschoß je ein dreiteiliges Fenster;
Seitenfront (Eckdorfer Str.): zurückliegender Mittelbau: acht hochrechteckige Fenster (teilweise zugesetzt); Flügel: zwei Achsen (zweiteilige Fenster);
Seitenfront (Swisttalstr.): wie Eckdorfer Str., nur: Mittelbau: Eingänge wohl später eingebrochen, Fenster größtenteils zugesetzt;
Im Inneren original erhalten: größtenteils Grundriß (neue Sanitäranlagen; neue Unterteilung des Saalgebäudes durch leichte Zwischenwände, ohne Eingriff in die Originalsubstanz); hölzernes Treppenhaus; Treppenaufgänge; teilweise hölzerne Türen mit Glasfüllung;
Die Grünflächen (überwiegend Rasen) sind Bestandteil des Denkmals.
1926 wurde die Zentraldirektion des Westdeutschen Rundfunks von Münster nach Köln verlegt. Das Funkhaus richtete man in der Dagobertstr. 38 ein. Der Hauptsender lag zwar in Langenberg (bei Essen), aber im Zuge des Direktionsumzugs erhielt auch Köln einen Sender, der im o. g. Objekt in Raderthal errichtet wurde. Mit diesem und dem Aachener Nebensender hoffte man 1928, die Hörerzahl derart steigern zu können, daß der Westdeutsche Rundfunk zahlenmäßig nicht mehr an zweiter, sondern bald an erster Stelle in Deutschland stehen würde. Städtebaulich bezog sich die Anlage auf den 1923 - 1924 errichteten Volkspark Raderthal. Die Dreiflügelanlage mit ihren Zufahrtswegen orientierte sich am Achsensystem des Volksparks, korrespondiert mit ihm und wurde somit in die Parkanlage integriert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das unzerstört gebliebene Sendehaus in die britische Besatzungssiedlung Volkspark mit einbezogen. 1951 errichtete man eine Trafo-Station am Sendehaus, die zur Stromversorgung der umliegenden Wohngebäude sowie des Sendehauses, das für die britische Besatzungsmacht zum Clubhaus umgebaut werden sollte, diente.
Das neue Kölner Sendehaus des expandierenden Westdeutschen Rundfunks erhielt vom Architekten Theo Willkens eine expressionistische, moderne Architektur. Die in ihrer Höhen- und Tiefenstaffelung (attikageschoßartiger Aufbau; drei Flügel) wohlproportionierte Anlage ist mit ihrer sorgfältigen Komposition (z.B. Fassade zur Pingsdorfer Straße: Erd- und Obergeschoßfenster liegen in einer Achse, Putzstreifen führt die Dachkante optisch weiter) und ihrer strengen Horizontalität (Putzstreifen, weitvorkragende Flachdächer) ein äußerst qualitätvoller Vertreter des "Neuen Bauens" in Köln. Im Werk von Willkens, der in Köln in den 1920er Jahren vorwiegend im Siedlungsbau und in den 1950er Jahren im Wiederaufbau Marienburg/Bayenthals tätig war, nimmt das Sendehaus eine zentrale Stellung ein. Aufgrund der Bedeutung des ehemaligen Sendehauses für die Geschichte des WDR, für die Kölner Moderne Architektur der 1920er Jahre und für das Oeuvre Theo Willkens ist das Gebäude Hitzelerstr. 125 ein unbedingt zu erhaltendes Baudenkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0