Villa u. Park
Eilendorfer Straße 5 · Müngersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8159 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Villa u. Park |
| Adresse | Eilendorfer Straße 5, 50933 Köln |
| Baujahr | 1960 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.09.1997 |
| Stadtteil | Müngersdorf |
Geplant 1959/60; erbaut 1960, Architekten: Hanns Koerfer (1909-1994) mit Hans Menne (1908-1997) und Horst Mathow (Architekturbüro Koerfer und Menne); Bauherr: Franz Benno Wolff-Limper, Sidol-Werke, Siegel und Co. GmbH.
Eingeschossiger, unterkellerter Mauerwerksbau mit Stahlbetondecken, frei tragendes Sparrendach in Holzkonstruktion; z. T. ausgebautes Dachgeschoß (Einliegerwohnung ursprünglich für Personal).
Freistehendes Einfamilienhaus auf zweifach abgewinkelter, asymmetrischer Grundfläche; nach Südwesten zum weitläufigen Park orientierte Wohnräume; schiefergedecktes Sattel- bzw. Walmdach, nach Nordost Schleppgaube.
Landschaftspark: Der Park im Stil des englischen Landschaftsgartens wurde zu Beginn der 1960er Jahre vermutlich von dem Landschafts- und Gartenarchitekten Victor Calles (1901- 1969) geschaffen. Den besonderen Wert des Parks begründet u. a. der Bestand an kostbaren, nicht heimischen Bäumen und Gewächsen.
Charakteristische und zeittypische Gestaltungselemente sind gerahmte Blickachsen, asymmetrische Formationen der Pflanzengruppen; Stauden-, Gehölz- und Blumeninseln sowie Zierbeete; umlaufende Wegeführung; in der Fläche modelliertes Rasengrün; eine originale Brunnenschale in farbigem Mosaik; Bruchsteinmauern, Natursteintreppe.
Fassaden: Sockel z. T. in Naturstein; Klinkerfassaden, hell ocker; umlaufende vorkragende Dachkante in Holz, innerhalb der Unterseite der Dachkante umlaufendes Lichtband.
Nordfassade: fünf Achsen, rechts Eingang, originale, verglaste Haustür mit flankierenden Seitenlichten in Metall, originaler Türknauf in Metall; links quadratische Einscheibenfenster (Doppelscheiben) in Holz, Fenstergitter in geschmiedetem Stahl;
rechts (Fassade des Winkelbaus nach Osten): vier Achsen, links drei quadratische Einscheibenfenster (Doppelscheiben) in Holz, ein querrechteckiges Holzfenster mit Dreiteilung, Fenstergitter in geschmiedetem Stahl.
Souterraingarage nach Norden mit zwei Einstellplätzen, die über eine Rampe erreicht werden.
Nordostfassade: vier Achsen, Nebeneingang, Tür in Metall mit Seiten- und Oberlicht; Holzfenster (z. T. Doppelscheiben) mit Mittelteilung; Tür- und Fenstergitter in geschmiedetem Stahl.
Der Fassade parallel vorgelagerter Kellereingang/-schacht.
Westfassade: Souterrain: fünf Achsen, hochrechteckige Einscheibenfenster in Metall, Fenstergitter in geschmiedetem Stahl (z. T. erneuert);
Erdgeschoß: weitgehend geschlossen, links ein Querrechteckfenster in Holz.
Südfassade (Gartenfassade): drei Achsen, Querrechteckfenster in Holz.
Südwestfassade: geschoßhohes, einteiliges Metallfenster (versenkbar).
Südostfassade: geschoßhohes, einteiliges Metallfenster (versenkbar); links überdachter Kaminplatz, flach gedeckt, Belichtung durch Glasbausteine.
Der Südostfassade vorgelagerte große Terrasse mit Natursteinbodenbelag (z. T. in Backstein erneuert).
Vorplatz nach Nordwesten mit Bodenbelag in Ziegelstein 1983 erneuert, geometrische Muster; vor dem Eingangsbereich Kopfsteinpflaster.
Grundriß: auf zweifach abgewinkelter Grundfläche; nach Süd bzw. Südost orientierte großzügig dimensionierte Wohn- und Schlafräume; nach Norden bildet die große zentrale Eingangshalle den Ausgangspunkt, um den sich erschließende Flure und die Haupträume gruppieren. Wohnraum um zwei Treppenstufen (Natursteinplatten) abgesenkt.
Grundriß unwesentlich verändert durch Entfernung einer Trennwand der ehemaligen Kinderzimmer, sowie einer Wand in der Dachgeschoßwohnung.
Im Inneren:
Eingangsdiele: Natursteinbodenplatten; Treppe zum Dachgeschoß: der leicht gerundeten innenliegenden Wand folgend; im oberen Wandbereich zwei horizontale Reihen Glasbausteine zur Belichtung von Flur und Treppe; originaler Treppenbelag in Kunststoff (unter Teppichboden), Rundstäbe in Metall, Handlauf in Mipolam.
Wohnraum: umlaufende Deckenstuckprofile; Veränderungen: offener Kamin in der ehemals gerundeten Wand nach Nordost, Einbau eines historischen marmornen Kaminvorsatzes aus anderem Zusammenhang; die zum Garten bzw. zum außen liegenden Kaminplatz führende Glastür nach Südosten heute geschlossen.
Eßzimmer: Natursteinbodenplatten, kniehohe Sockelverblendung in Holz. Türen und Gewände der Wohnbereiche in Holz mit Profilierungen; Fensterbänke mit Marmorplatten belegt.
Ankleideraum: originale Wandschränke in Holz.
Küche: Boden- und Wandfliesen, weiß, erneuert.
Bad: originale Kunststeinbodenplatten, Wandverkleidung durch Mosaikverband von Glassteinen, grau, eingebaute Waschtische. Schwimmbad (im Keller, Zugang vom Badezimmer): geometrisch geschnittene Travertinbodenplatten, Wandverkleidung durch Verband rechteckiger Glassteine, in die Wand eingelassene mehrfarbige figürliche Reliefarbeit in Mosaik, originale Fensterbänke in Travertin.
Dachgeschoßwohnung: originale Türen und Gewände in Holz; im Badezimmer originale Bodenfliesen in Mosaik, gelb; originale Wandfliesen, gelb/weiß.
Die das Grundstück umgebende Einfriedungsmauer in Backstein ist Bestandteil des Denkmals.
Das Villengebäude einschließlich der weiträumigen Parkanlage ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Ortsgeschichte:
Die Siedlungsentwicklung des stadtauswärtigen Geländes westlich des Gürtels, nördlich des Stadtwaldes und zwischen der in Ost-West-Erstreckung verlaufenden Aachener- und der Stolberger Straße vollzog sich seit der unmittelbaren Vorkriegszeit um 1910/15. Die Architekten Karl Alsdorff (1866-1924), Fritz Klein, Goswin Baumhögger (* 1904) und Heinrich Feill führten hier um den Pauliplatz und an der Pauli- und Eupener Straße zahlreiche villenartige Bauten aus. Eine systematische Bebauung im Bereich zwischen Stadtwald und Aachener Straße und im Bereich Malmedyer-/Eschweiler Straße mit Villen, gehobener Wohnbebauung mit überwiegend Einfamilien- und vornehmen Mehrfamilienhäusern setzte während der Zwischenkriegszeit ein. Der Architekt Otto Müller-Jena (1875-1958) sowie die Baugesellschaft Barbarossa erschlossen in den 1920er und 1930er Jahren das Gebiet parallel nördlich der Aachener Straße. Dieses vorwiegend durch Wohnnutzung geprägte, durch Grün aufgelockerte Wohnviertel im näheren Bereich zum Stadtwald erfuhr durch Ausgreifen des industriell geprägten Ortsbereichs Ehrenfeld/Bickendorf nach Süden und Südwesten und des Industriegeländes östlich des Maarhofviertels eine allmähliche Strukturveränderung. An der Nahtstelle Eupener-/Eschweiler Straße ist die differenzierte Entwicklung der unabhängig gewachsenen und unterschiedlich geprägten Bereiche noch heute deutlich nachvollziehbar.
Nach starken Kriegszerstörungen und anschließender Neu- und Wiederaufbautätigkeit erstreckt sich heute das gesamte Ehrenfeld-Braunsfelder Industriegebiet zwischen den Wohngebieten Aachener- und Venloer Straße.
Das Gelände, auf dem Villa und Park Eilendorfer Str. 5 anstehen, war bis zu Ende der 1920er Jahre - hier befanden sich Sand- und Kiesgruben - weitgehend nicht erschlossen. Nach Norden hin erstreckte sich seit dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Orivit A.G., Produktionsstätte für kunstgewerbliche Metallwaren (Eupener Str. 57) und seit 1911 die Fabrik chemisch-technischer Präparate Siegel und Cie., Eupener Str. 59 (vormals - 1904 - Eifelstr. 21 und (ab 1909) Franziskastr. 6). Von 1926 bis 1928 errichtete Otto MüllerJena, nachdem das benachbarte Gelände der Orivit aufgekauft worden war, für die Firma Siegel und Co. einen Neubau mit Hauptgebäude, Kessel- und Maschinenhaus, Wachsschmelze und Wasserturm in moderner, der Architektur des Bauhauses verpflichteter Formensprache.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem südlich angrenzenden Freigelände ein firmeneigener Sportplatz mit Gärtnerei angelegt.
Zwischen der Eilendorfer- und Herbesthaler Straße im Ortsbereich Braunsfeld liegt auf dem Gelände des ehemaligen werkseigenen Sportplatzes der Sidol-Werke, eingebettet in ausgedehnter parkartiger Landschaft und umgeben von hohen, das Anwesen abschirmende Mauern das eingeschossige Villengebäude. Der Eigentümer der chemischen Fabrik Sidol, Franz Benno Wolff-Limper, ließ zu Ende der 1950er Jahre die - erst in unmittelbarer Nachkriegszeit geschaffene und von der Farbrikbelegschaft bespielte - Sportanlage räumen und beauftragte das Architekturbüro Koerfer, Menne und Mathow mit dem Bau eines Wohnhauses für seine Familie.
Das große und unbebaute Sportplatzgelände bot ideale Voraussetzungen für den Neubau der Fabrikantenvilla innerhalb eines weitläufigen Grünbereichs, dessen Grundlage in Gestalt gärtnerischer Zieranlagen mit ausgewähltem wertvollen Baumbestand bereits Jahre früher geschaffen worden war.
Mit der Wahl des Standortes für seinen Wohnsitz, der nach Süden hin unmittelbar an das große Fabrikgelände der SidolWerke an der Eupener Straße angrenzt, knüpfte der Bauherr darüber hinaus an eine überkommene Tradition des Industriellenwohnsitzes an.
In der Kombination Fabrikanlage-Unternehmervilla offenbart sich die enge Verbindung von Person und Werk nicht nur räumlich, sondern auch anhand der Architektur. Die Direktorenvilla weist einerseits über die Funktion als Wohnsitz hinaus, indem sie auch als repräsentativer Bestandteil der Fabrikanlage (Firmenrepräsentanz, Empfangsräume für Geschäftspartner) fungierte, andererseits symbolisiert sie sowohl Erfolg und Solidität wie auch ständige Anwesenheit und Aufmerksamkeit des Firmeninhabers.
Offenbarten sich Villengebäude bis in die Zwischenkriegszeit hinein ohne umgebende Mauern und Sichtschutzanlagen ihrer Umgebung, um durch den Aufwand kostbarer architektonischer und gärtnerischer Gestaltung Erfolg und Wohlstand des Fabrikanten zu repräsentieren, zeigt das hinter hohen Mauern gelegene Gebäude Eilendorfer Str. 5, der Tendenz der Nachkriegszeit entsprechend, das Bedürfnis der Bewohner nach individueller Privat- und Sicherheit. Die Repräsentation von Architektur und Park zielt hier nicht mehr auf eine Öffentlichkeit, sie erschließt sich nur noch dem das Grundstück betretenden bzw. in das Gebäude eintretenden Gast. Dem introvertierten Wohnanspruch folgend, erreichte der Villenbewohner und Fabrikherr der Nachkriegszeit seinen Arbeitsplatz im benachbarten eigenen Unternehmen mittels eines beide Bereiche verbindenden, nichtöffentlichen Zugangs.
Neben den gestalterischen Anforderungen an äußere Architekturformen und -materialien der Villa Wolff-Limper - die architekturbestimmenden Baumaterialien sind Naturstein im Sokkelbereich sowie helle Klinkerverblendung der Fassaden unter einem flach geneigten schiefergedeckten Dach - treten die Ansprüche an Wohnkultur und Komfort, z. T. durch technische Möglichkeiten verfeinert, besonders hervor.
Im Inneren des Hauses dient das Raumprogramm des eingeschossigen Baukörpers - der Tendenz "moderner" Wohnwünsche der Nachkriegszeit entsprechend ausgebreitet auf einer Ebene - mit allen seinen Wohn- und Gesellschafts-, seinen Personal- und Wirtschaftsbereichen der bestmöglichen Versorgung der Familie bis hin zum reibungslosen Ablauf umfangreicher Gesellschaften (Innere Organisation: Wohnbereich nach Süd/Südwesten; Wirtschaftsbereich nach Nord/Nordosten).
Gehobener Wohnanspruch und individuelles Repräsentationsbedürfnis bedingen sowohl den räumlich frei entfalteten, von einem Landschaftspark englischer Prägung umgebenen Einzelbau mit Terrassen und Kaminplatz (Wohn- und Gartenbereich auf gleicher Ebene), wie auch moderne haustechnische Anlagen (Schwimmbad, automatisch versenkbare großflächige Befensterung u.a.).
Der Park im Stil des englischen Landschaftsgartens wurde um die Mitte der 1960er Jahre geschaffen. Unter Einbeziehung wertvollen älteren Baumbestandes vom Randbereich der ehemaligen Sportanlage entwarf vermutlich Victor Calles in enger Zusammenarbeit mit der Gattin des Bauherrn einen auf das Villengebäude bezogenen Garten, der englischen Vorbildern entsprechend harmonisch-romantische - z.T. gerahmte - Blickachsen bildet, die sowohl innerhalb der Gesamtanlage von mehreren Standorten, als auch von den nach Südwesten orientierten Wohnbereichen mit raumhohen Fenstern erfahrbar sind (Baumbestand: Blutbuche, drei Urwald-Mammut Sequoia, Blauzedern, zwei Gingkobäume, grüne Eichen, Zaubernuß, Weiden, Nadelgehölze u.a.).
Zeittypische Gestaltungsmuster wie die entlang der Grundstücksgrenzen geschlossene Bepflanzung und lichte Ordnung im inneren Bereich, sowie asymmetrische und unregelmäßige Formationen bildende Pflanzengruppierungen (hierzu gehören ebenfalls Formationen, die sich bilden, wenn mehrere Bäume in eine Pflanzstelle gesetzt werden), Stauden-, Gehölz- und Blumeninseln im randlichen Bereich, Buschgruppen, Zierbeete, Rosenbeete, wie auch die parallel der Grundstücksgrenzen umlaufende Wegeführung, die das ausgedehnte, bisweilen in der Fläche modellierte und durch eine gerundete leicht geschwungene Linienführung gestaltete Rasengrün einfaßt, werden ergänzt durch eine flache und runde Brunnenschale in farbigem Mosaik mit Fontäne sowie durch einen 1983 durch Horst Victor Calles angelegten nierenförmigen Teich mit Sumpfbereich, Quelle, Bachlauf, Fontänen und Steingarten mit dekorativ plazierten Felsbrocken. Im näheren Bereich zu Wohnhaus, Terrasse und Kaminplatz bildet von Bruchsteinmauern und einer Natursteintreppe eingefaßtes Rasengrün ein wesentliches Gestaltungselement.
Die Funktion der Außenanlagen beruht im wesentlichen darauf, daß sie bei günstiger Witterung dem täglichen Leben und gesellschaftlichen Anlässen entsprechend genutzt werden.
Das freistehende Villengebäude ist im Gegensatz zu den Vorläufern seit dem 19. Jahrhundert auf den weitläufigen Park ausgerichtet. Die Plazierung des Baus nahe der nördlichen Grundstücksgrenze und damit einhergehend die Orientierung der Wohn- und Repräsentationsbereiche nach Süden/Südwesten sowie die Disposition des zweifach abgewinkelten asymmetrischen Gebäudegrundrisses ermöglichen ein vielfältiges und differenziertes Zusammenspiel von Natur und Architektur.
Das geschützt hinter Mauern (gelber Ziegel) gelegene Anwesen ist über die Sackgasse Eilendorfer Straße entlang kleinteiliger Bebauung mit Reiheneinfamilienhäusern erreichbar. Den nördlichen Abschluß der Straße bildet ein gerundeter Wendeplatz (Durchmesser 18 m), der unmittelbar an das Parkgrundstück heranreicht. Vorplatz, Einfriedungsmauer mit von Mauerpfeilern flankiertem Einfahrtstor und die sich am Rande des Parkgeländes anschließende Privatstraße in Nord-Süd-Erstreckung wurden 1960/61 ebenfalls von genanntem Architekturbüro ausgeführt.
Die repräsentative, innerhalb einer großen Parkanlage gelegene Villa der Nachkriegszeit knüpft an den Typus der seit dem 19. Jahrhundert entwickelten historischen Vorbilder des Unternehmerwohnsitzes an. Zeitgemäß-moderne Architekturformen, innenarchitektonische und raumorganisatorische Vorgaben sowie die haustechnischen Details prägen die Gestaltungssprache des Gesamtbaukörpers des der modernen Baukunst verpflichteten Gebäudes.
Die drei Architekten Koerfer, Menne und Mathow waren durch aufwendige Auftragsarbeiten für repräsentative Einfamilienhäuser im vornehmen Villenvorort Marienburg prädestiniert, Entwurf und Ausführung der Fabrikantenvilla Wolff-Limper zu übernehmen (z. B.: 1959-61: Tacitusstr. 1-1 b; 1962/63: Marienburger Str. 39; 1960: Parkstr. 55, Erweiterung). Kontakt zwischen der Unternehmerfamilie Wolff und Hanns Koerfer bestand bereits seit den frühen 1950er Jahren, in denen der Architekt Bauaufgaben für die Eigentümer der Sidol-Werke in Köln-Marienburg ausführte: 1950/51 Umbau einer Villa von 1924/25 für Otto Wolff (Vater des Bauherrn an der Eilendorfer Straße) in der Eugen-Langen-Str. 2 (Abriß 1988/89); 1952/53 Neubau einer herrschaftlichen eingeschossigen Villa für Käte Wolff (Witwe des Firmengründers Eugen Wolff) in der Kastanienallee 29.
Als Ideal des großbürgerlich-herrschaftlichen Hauses ist die Villa Eilendorfer Str. 5, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der prosperierenden industriellen Entwicklung der Nachkriegszeit und aufgrund spezieller örtlicher Bedingungen in Braunsfeld entstanden ist, ein historisches und kulturelles Denkmal der jüngeren Industriegeschichte.
Die Architekten haben mit dem Neubau der Villa Eilendorfer Str. 5 ein klar gegliedertes, in einfachen Architekturformen erscheinendes Wohngebäude geschaffen, das im Inneren komfortabel gestaltete und vom Zusammenspiel von Natur und Architektur belebte Wohn- und Repräsentationsbereiche eröffnet. Innerhalb des Spektrums der verschiedenen Architekturströmungen der Jahre des Wiederaufbaus ist das Objekt als einzigartiger, äußerst qualitätvoller Bau der Nachkriegsarchitektur von hohem Wert.
Die 1950er Jahre - das zu bewertende Objekt entstand am Übergang zur zweiten Wiederaufbauphase der 1960er Jahre, deren Gestaltungswillen in Nachfolge und Kontinuität des Wiederaufbaus nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs zu werten ist - sind als inzwischen abgeschlossene Periode des Bauschaffens und der Stadtgestaltung Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl von Bauwerken und Bau- und Denkmalplastik von hoher baukünstlerischer und städtebaulicher Qualität.
Das Villengebäude an der Eilendorfer Straße in Köln-Braunsfeld ist ein Dokument für das historische Bauschaffen der Mitte unseres Jahrhunderts. Die qualitätvolle Gestaltung des Baukörpers läßt das Bestreben der Bauherren in Einheit mit den bauausführenden Architekten nach einer zeitgemäßen Gestaltung der gebauten Umwelt erkennen. Die hier angesprochene Tendenz in der Architekturentwicklung ist an dem Gebäude von 1959/60, so wie es heute noch erscheint, deutlich nachvollziehbar.
Villa und Park Eilendorfer Str. 5 sind aufgrund ihrer qualitätvollen architektonischen und landschaftlichen Gestaltung herausragendes Zeugnis der Zeit des Wiederaufbaus.
Als bedeutende Schöpfung innerhalb des Spektrums industrieller Baukultur verdeutlichen sie die Ansprüche der großbürgerlichen Bauherren nach gehobener Gestaltung und individueller Repräsentation. Die Anlage ist Zeugnis der industriellen Entwicklung in Köln-Braunsfeld und vermittelt in Einheit mit dem angrenzenden, sich stetig bis in die 1970er Jahre ausweitenden Produktionsbetrieb wesentliche Erkenntnisse über mehrere Jahrzehnte der Entwicklung von Wirtschaftsarchitektur und Sozialgeschichte.
Als Dokument der modernen, vom internationalen Stil geprägten Baukunst nach dem Zweiten Weltkrieg ist das Gebäude in Einheit mit der umgebenden Parkanlage ein schützenswertes Denkmal im Ortsteil Braunsfeld und unverzichtbarer Bestandteil der städtisch geprägten Baukultur in Köln.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0