Wohnhaus
Nauheimer Straße 28 · Zollstock
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8174 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Nauheimer Straße 28, 50969 Köln |
| Baujahr | um 1928 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.10.1997 |
| Stadtteil | Zollstock |
Erbaut um 1928; Eigentümer: Heimstätten-Baugenossenschaft "Fortschritt"; Eckgebäude (Nauheimer Str./Kierberger Str.) in andere Wohnbebauung eingebunden; gestaffeltes Mehrfamilienwohnhaus (vier und sechs Geschosse) mit versetztem Grundriß; Dreispänner (insg. 16 Wohneinheiten); sehr flache, weit vorkragende Walmdächer; expressionistische Architektur; untere Gebäudezone mit Backstein mit Bänderung verkleidet, darüber verputzt; Betonung der Eckfenster (über Eck verkröpfte Fensterstürze und Sohlbänke; Backsteinverblendung); neue Kunststoffenster.
Fronten: Kierberger Str.: asymmetrische Kubatur durch vierachsigen, sechsgeschossigen Gebäudeteil mit östl. anschließendem, aus der Flucht zurückspringendem zweiachsigem, viergeschossigem Gebäudeteil; westl. anschließend andere Wohnbebauung; vertikale Gliederung durch symmetrische Fensterachsen (verschiedene Größen: kleine Fenster u. größere zwei- oder dreiteilige Fenster);
Nauheimer Str.: gleiches Fassadensystem wie Kierbergerstr.; profilierter, tief eingeschnittener Eingang mit flacher Überdachung; Loggien; nördl. anschließend Garagen;
Rückansicht: vertikale u. horizontale Gliederung durch Fensterachsen; sechsgeschossiger Gebäudeteil: Loggien; keine Eckbetonung der seitl. Fenster;
Im Inneren original erhalten: Eingangsbereich: schwarz weiße Bodenfliesen; Terrazzo- treppen; Holzgeländer (gedrehte Stäbe).
Als Zollstock 1888 zu Köln eingemeindet wurde, hatte der Vorort gerade 210 Einwohner und umfaßte etwa 20 Häuser. Die Bebauung, mit der um 1890 begonnen wurde (um 1900 war die Einwohnerzahl bereits auf 1000 angestiegen), erfolgte in den ersten Jahrzehnten nicht zusammenhängend, sondern in einzelnen Blocks. Erst um das Jahr 1910 sollte die Mitte Zollstocks nach einheitlichem Plan bebaut werden. Man legte die Theophanostr. und den gleichnamigen Platz an und in der gleichen Art der dort errichteten Gebäude sollte das umliegende Viertel erstehen. Der systematische Ausbau Zollstocks erfolgte nach dem Ersten Weltkrieg durch die Aktivitäten von Baugenossenschaften. Zeitgleich wurde das Straßennetz ausgebaut. So wurde u.a. 1920 die Kierberger Str. verlängert, um eine Verbindung nach Bayenthal zu schaffen. Nachdem zunächst der südliche Teil Zollstocks bebaut wurde, bemühte man sich um 1930 um den weiteren Ausbau des eigentlichen Kerngebietes zw. Höninger Weg und Vorgebirgsstr. Ein großes Wohngebiet entstand. Die Baumaßnahmen der Heimstätten-Baugenossenschaft "Fortschritt", die 32 Häuser in dem Viereck Vorgebirgsstr., Homburger, Nauheimer und Kierberger Str. sowie an der Neuenahrer Str. errichteten, stehen hiermit im Zusammenhang.
Die Nauheimer Str. 28 ist Zeugnis dieser Wohnungsbaumaßnahmen der 1920er/30er Jahre im Zuge der Siedlungsentwicklung Zollstocks zum Großstadtbezirk. Städtebaulich schließt die Nauheimer Str. 28 als Eckgebäude die Blockbebauung der etwas früher entstandenen, benachbarten Wohnbaugruppe (Kierberger Str. 22-24/Vorgebirgsstr. 145-165) zur Kierberger Str./ Nauheimer Str. ab. Mit dem versetzten Gebäudegrundriß und der Höhenstaffelung ist eine architektonisch gelungene Ecklösung gefunden worden. Ferner ist die Nauheimer Str. 28 als typisches Beispiel der expressionistischen Architektur (Backsteinsockel mit Backsteinbändern, über Eck verkröpfte Fensterstürze und Sohlbänke, Backsteineckverblendungen, weit vorkragende Walmdächer) ein unbedingt zu erhaltenes Baudenkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0