Wohnhaus

Geisselstraße 80 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8178
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Geisselstraße 80, 50823 Köln
Baujahr1887
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.10.1997
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut: 1887; Bauherr: Franz Zilkens (Grundstücksmakler, Bauunternehmer, Stadtverordneter, Bankdirektor); dreigeschossiges, in Blockrandbebauung eingebundenes, traufständiges Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoß (Giebel); Satteldach; gelb/rote Klinkerfassade; alle Fenster erneuert, Oberlichter mit Holzleisten verblendet; Hofbebauung: Werkstattgebäude über L-förmigem Grundriß;

Straßenfront: gleichmäßige Fassade; fünf Fensterachsen (hochrechteckige Fensteröffnungen mit Segmentbögen); Sockel (verklinkert) mit rundbogigen Kelleröffnungen; mittige Eingangsnische; Holztür mit Verglasung (Metallsprossen) und Oberlicht (Metallsprossen); Verzierung durch variierende Klinkermuster neben Fenstern und über Segmentbögen; verputzte, vorkragende Fenstersohlbänke mit Konsolen im Erd- und 1. Obergeschoß, im 2. Obergeschoß: Fensterbrüstung durch rötlichen Klinker verziert; horizontale Gliederung durch Traufgesims (Blendkonsolen, Deutsches Band) und Gurtgesims; etwas zurückgesetzter Giebel (Giebelschräge geflickt bzw. erneuert): zwei Rundbogenfenster, darüber Gesims, dann Rundfenster;

Hoffront: Putzfassade; 3 Fensterachsen; zweigeschossiger Vorbau vor der Mittelachse; über den äußeren Achsen: verputzte Dachaufbauten;

Werkstattgebäude: eingeschossig; gemauert; flaches Satteldach; große querrechteckige Fenster mit Metallsprossen;

Im Inneren original erhalten: Treppenhaus: Holzstufen (mit PVC verkleidet), Holzwangen, Metallgeländer mit Mipolamhandlauf (1950er Jahre);

Das südöstlich, solitär stehende Hofgebäude ist nicht Bestandteil des Denkmals.

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Geisselstraße (ehemals Johannstr.) diente ursprünglich der Verbindung von Venloer- und Vogelsanger Straße, wurde dann aber aufgrund der fortschreitenden Siedlungsentwicklung in den 1860er Jahren jenseits der Vogelsanger Straße weiter ausgebaut. Das Gebäude Geisselstraße 80 ist eins der wenigen erhaltenen Zeugnisse für die Erstbebauung dieses Straßenzuges. Die funktionale Durchmischung des Vorstadtkerns fand in dieser randlichen Lage eine Wiederholung. Gewerbebetriebe wechselten mit Wohnbauten. Darüberhinaus zeichnet sich das Gebäude durch mehrere Besonderheiten aus: Das mit fünf Achsen für eine Vorstadt überaus großdimensionierte Gebäude ließ Franz Zilkens als Einfamilienhaus für seine große Familie errichten. Zilkens, dessen rege Bauaktivität um 1890 einsetzte, gehörte zu den größten Grundbesitzern Ehrenfelds und prägte maßgeblich das nordöstliche Wohngebiet Ehrenfelds. Dieses frühe Privathaus von Zilkens besitzt eine für Ehrenfeld außerordentlich repräsentative Architektur (Giebel; 5 Achsen; reiche Klinkerverzierung (verschiedene Muster, reliefartiges Traufgesims); große Erdgeschoßhöhe durch Gurtgesims akzentuiert). Ferner ist das o.g. Objekt ein frühes Beispiel einer Klinkerfassade, denn dieses Fassadenmaterial war um diese Zeit in der Vorstadt noch nicht allgemein gebräuchlich.

Vom späteren Eigentümer Clemens Koch wurde dann im o.g. Objekt - wohl in den 1910er/20er Jahren - eine EdelmetallScheideanstalt eingerichtet, wobei das Wohngebäude zum Teil als Geschäftshaus genutzt und Werkstätten im Hof errichtet wurden. Im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört, wurden die Werkstätten, Teile der Hoffront und der zum Nachbargrundstück Nr. 82 liegenden Brandmauer bereits 1946 wieder aufgebaut. Aus den genannten Gründen ist die Geisselstr. 80 ein unbedingt zu erhaltendes Denkmal.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0