Bildstock

Hauptstraße 62 · Zündorf

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8243
Typ Kleindenkmal
BezeichnungBildstock
Adresse Hauptstraße 62, 51143 Köln
Baujahr1799
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.01.1998
Stadtteil Zündorf

Inschriftlich 1799 datierter Bildstock auf rechteckiger Grundfläche aus großen Grauwackeblöcken. Oben abgerundeter Abschlußstein, darauf bekrönendes griechisches Steinkreuz. Rechteckige, durch erneuertes Gitter mit oberem Giebelabschluß verschlossene Bildnische.

Inschrift des oberen Abschlußsteins:

IHS

1799

P.B. A.H.

Der Bildstock ist heute in der Hofmauer des Hauses Hauptstraße 62 neben der Toreinfahrt eingemauert; nach Aussagen der Eigentümer befand er sich früher an der Ecke zum ehemaligen Liburer Kirchweg (Olefsgasse).

Die Geschichte des seit 1975 zu Köln eingemeindeten Ortes Zündorf reicht bis in das frühe Mittelalter zurück. Besonders seit dem 13. Jh., als man den Hafen von Niederzündorf benutzte, um das Kölner Stapelrecht auf dem Landweg von Zündorf nach Mülheim zu umgehen, wuchsen Nieder- und Oberzündorf zu einem wichtigen Handelsort heran. Der im heutigen Kölner Stadtgebiet in diesem Umfang einmalig erhaltene alte Ortskern Zündorfs mit mittelalterlichem Wohnturm, Hofanlagen, Bürgerhäusern z.T. aus Fachwerk sowie den alten Kirchen gibt noch heute Zeugnis von seiner langen Geschichte als Handelsort.

Als wichtiger ehemaliger Flurweg mit einer Reihe von anliegenden Hofanlagen charakterisiert die Hauptstraße in besonderem Maße die ursprüngliche ländliche Gegend.

Menschen kennen seit Jahrhunderten den Brauch, Wegzeichen zu setzen. Anfangs war ihre Aufstellung durch das Schutzbedürfnis vor den unberechenbaren Naturgewalten motiviert, später entstanden Wegkreuze, Bildstöcke und Fußfallstationen zu Ehren Gottes oder zu Ehren Marias.

Nach den Aussagen der Eigentümer stand dieser Bildstock ursprünglich am Abzweig des ehemaligen Liburer Kirchweges von der Zündorfer Hauptstraße. Man kann vermuten, daß der Eigentümer des kleinen benachbarten Hofes hier eine Betsäule zu Ehren Christi errichtet hat, die in der vergitterten Nische ein Bild Christi enthielt. An der Abzweigung zum ehemaligen Liburer Kirchweg diente der Bildstock dem Gebet einzelner Passanten und u.U. auch vorüberziehender Prozessionen.

Bildstöcke sind genauso wie die in Zündorf mehrfach anzutreffenden Wegekreuze wichtige Kleindenkmäler die die Volksfrömmigkeit dokumentieren. Als Zeugnisse früherer dörflicher Lebensverhältnisse besitzen sie wesentlichen Aussagewert für die Ortsgeschichte. Ihre Erhaltung ist daher zwingend notwendig.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0