Wohnhaus
Rather Schulstraße 11 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8323 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Rather Schulstraße 11, 51107 Köln |
| Baujahr | 19. Jahrhundert |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.05.1998 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
Erbaut im 19. Jahrhundert; 1 1/2 geschossiges Fachwerkhaus auf rechteckigem Grundriß; giebelständig mit Satteldach (Dachdeckung erneuert); Hauseingang traufseitig hinter Windfang aus Fachwerk mit Pultdach, Anfang des 20. Jahrhunderts vorgesetzt; historische Haustür (verkleidet); rechteckige Fensteröffnungen, Fenster weitgehend erneuert, ein originales Fenster mit Sprossenteilung links neben dem Hauseingang, Fenster im Windfang aus dessen Bauzeit, Klappläden teilweise erneuert.
Im Inneren Grundrißstruktur erhalten (eine nachträgliche Ständerwand als Küchenabtrennung); Balkendecken (verkleidet); Holzdielenböden, teilweise Türzargen; Holztreppe ohne Geländer (mit Teppichbelag).
Die rückwärtig und rechwinklig anschließenden späteren Zubauten aus Backstein und Fachwerkimitation, sowie die nachträgliche Überbauung bis zur linken Grundstücksgrenze sind nicht Bestandteil des Denkmals.
Rath-Heumar wurde erst 1975 aus zwei dicht beieinander liegenden Ortschaften gebildet. Heumar, das sich südlich der Rösrather Straße entlang der Eiler Straße und einem ehemals westlich, hierzu parallel verlaufenden Straßenzug (Teilstück dieser einst durchgehenden Straße: Rather Schulstraße) entwickelte, ist bereits 1019 mit einer Kirche urkundlich erwähnt. Diese gehört vermutlich als Eigenkirche zum etwa 800 m westlich gelegenen Durchhäuserhof. 1698 zur Pfarrkirche ernannt, wurde sie vermutlich erst im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, auch Wallfahrtskirche. Einziger Überrest ist der sog. "Alte Turm". Das Patronat des Hl. Cornelius wurde für den Neubau des 19. Jhs. an der Eiler Straße übernommen. Die beiden am südlichen Ortsrand gelegenen Höfe, Durchhäuser Hof und Maarhäuser Hof, tauchen bereits in Urkunden des 12. Jhs. auf und heben sich als große Hofanlagen von der übrigen dörflichen Bebauung ab. Das Pfarrdorf Heumar wurde namengebend für die 1815 geschaffene Bürgermeisterei Heumar, deren Verwaltung großenteils in dem heranwachsenden Industrieort Porz untergebracht war.
Rath, dessen erste Erwähnung mit der Wasserburg Rath aus dem 15. Jh. stammt, war zunächst nur ein Weiler, bestehend aus mehreren Höfen, in der Umgebung der Burg: Lützerathstraße, Rösrather Straße und Gröppersgasse. Kirchlich gehörte Rath zunächst dem Kirchspiel Merheim an, seit 1833 der Pfarrei Heumar. Politisch war Rath seit 1815 der Bürgermeisterei Merheim zugeordnet und wurde mit dieser 1914 nach Köln eingemeindet.
Den relativ weiträumigen alten Ortskern Rath-Heumar kannzeichnen unregelmäßig gestreute Baudenkmäler verschiedenster Art, deren Zuordnung zur Straße stark differiert. So ragen ältere schlichte Fachwerkbauten über die Fluchtlinie hinaus, besonders an der Rather Schulstraße, wohingegen die großen Hofgüter Rather Burg oder Durchhäuser Hof abseits der Straße liegen.
Das kleine Fachwerkwohnhaus, das sich ehemals im Zusammenhang mit weiteren wirtschaftlich genutzten Gebäuden in der Form eines Kleingehöftes darstellte, ist für die Ortsgeschichte von besonderer Bedeutung, da es den ursprünglich ländlichen Charakter des frühen Dorfes Rath eindrucksvoll dokumentiert. Städtebaulich bedeutend ist das Haus als eines der wenigen erhaltenen Beispiele dieses Typs an der Rather Schulstraße, deren Bebauung sich daneben aus Backsteinhäusern des 19. Jahrhunderts, Massivbauten der Jahrhundertwende und "Neubauten" zusammensetzt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0