Wohnhaus
Vogelsanger Weg 57 · Junkersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8428 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Vogelsanger Weg 57, 50858 Köln |
| Baujahr | 1929 bis 1930 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.12.1999 |
| Stadtteil | Junkersdorf |
1929/30 errichtet, Architekt Willy Brandt (Fa. Josef u. Willy Brandt); 1946 nach Kriegsschaden weitgehend den Ursprungsplänen folgend wiederhergestellt.
Anderthalbgeschossiges, großzügiges Wohnhaus, von der Straße zurückliegend auf schmalem Gartenterrain, giebelständig, ausgebautes Satteldach; unterkellerter Massivbau, geschlemmt; Sockel backsteinsichtig, Garage im Kellergeschoss. Hauskörper durch vor- und rückspringende Bauteile sowie teilweise bis in die Dachzone hinaufreichende, flachgedeckte Vorbauten (Zwerchhäuser, Altane u.ä.) aufgelockert. Entsprechend im Innern abwechslungsreicher Grundriss mit springenden Wandfluchten bzw. Raumgrenzen.
Repräsentative Organisation des Erdgeschosses, Hauseingang über die nördliche Traufseite, links kleine Garderobe und WC, rechts Küche und ehem. Anrichte, kl. Stichflur mit seitlich angebundener, dreiläufiger Holztreppe mit zwei Winkelpodesten, oberer Lauf mit Auszug, über den Stichflur Zugang zum Speisezimmer mit Austritt zur ehem. Terrasse nach Westen (Wintergarten), nach Osten über eine zweiflügelige Schiebetür Zugang zum großzügigen Wohn- und Musikraum mit Eckfenster als erkerartigem Sonderplatz. Im Dachgeschoss Schlaf- und Sanitärräume, von zwei Räumen und dem Bad Austritt zu Balkonen, am Bad ehem. bezeichnet mit "Sonnen-Bad" (Bauakte). Spitzboden ausgebaut.
Das Baudenkmal Vogelsanger Weg 57 umfasst das Gebäude einschließlich der erhaltenen baufesten Ausstattung.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 u. 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW):
Das o.g. Objekt ist bedeutend für Städte und Siedlungen, weil es in vergleichsweise guter Erhaltung Anspruch und Wohnvorstellungen einer gehobenen Bauherrenschaft in Köln dokumentiert. Das festgelegte Raumprogramm (Aufteilung von Schlaf- und Wohnbereich nach Geschossen, Anordnung der Aufenthaltsräume: Speiseraum mit Terrasse, großzügige Öffnung zum Wohnzimmer) belegt diesen Anspruch ebenso wie die baufeste Ausstattung - hier 1946 weitgehend der ursprünglichen Ausstattung von 1929/30 nachempfunden -, die eine schlichte, handwerklich solide Gediegenheit widerspiegelt.
Die Nutzung und Erhaltung des o.g. Objekts liegt aus wissenschaftlichen - hier architekturgeschichtlichen - Gründen im öffentlichen Interesse, weil es als Werk des Kölner Architekten Willy Brandt (1881-1955) sein Bauschaffen um 1930 dokumentiert. Brandt, der als Unternehmer vorzüglich komplette, bis hin zur baufesten Ausstattung abgeschlossene Bauvorhaben in eigener Regie realisierte, war in den 1920er und -30er Jahren als Entwerfer anspruchsvoller Wohnbauten erfolgreich. Seine Lösungen sind durch eine Verbindung konservativ-gestalterischen Anspruchs mit den Forderungen seiner Klientel nach repräsentativ-funktionalen Grundrissen gekennzeichnet; zeittypische Elemente wurden dabei in den zumeist kompakten Bau integriert, ohne additiv zu erscheinen. Im Fall des Hauses Vogelsanger Weg 57 bildet ein konservativ schlichter Hauskörper unter Satteldach die Grundform, dem in Anlehnung an expressionistische Gestaltungsweisen kubische, modern wirkende Baukörper eingeschoben sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0