Wohnhaus
Riehler Gürtel 25 · Riehl
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8458 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Riehler Gürtel 25, 50735 Köln |
| Baujahr | um 1920 |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.03.2000 |
| Stadtteil | Riehl |
Erbaut um 1920, Mittelgebäude einer dreiteiligen, symmetrisch gegliederten Reihenhauszeile, auf rechteckiger Grundfläche, Bauherr: Besatzungsbauamt Köln, ehemaliger Besatzungsbau im Besitz der Deutschen Bau- und Grundstücks A.G. Berlin, ab 1925 im Besitz der Reichsvermögensverwaltung.
Fassade: 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach mit Fuß, vorkragende Traufkante, Unterseite in Holz (einheitliches Dach der Gebäudegruppe), 3 Achsen, Putzfassade, Gliederungen in zeitgenössischen Formen, historisierende Fassadendetails, Horizontalität durch Gesimse, Eingang links, dreistufige Treppe, rahmende Pilasterstellung mit Fugenschnitt, waagerechte Verdachung, originale Haustür, Glas, geschmiedetes Stahlgitter, Fenster mit geradem oberen Abschluß, alle straßenseitigen Fenster erneuert, Einscheibenfenster in Holz.
Rückseite: 4 Achsen, verputzt, am Erdgeschoß Austritt mit elfstufiger Gartentreppe, gemauerte und verputzte Brüstung, Antrittspfosten verputzt, Öffnungen mit geradem oberen Abschluß, zweiflügelige Gartentür in Holz erneuert, alle rückwärtigen Fenster erneuert, Einscheibenfenster in Holz, Kellertür und -fenster in Holz mit Sprossenteilung original.
Im Inneren: in Vestibul und Diele PVC-Bodenbelag, pilastergerahmte Tür zur Diele, verglast, Sprossenteilung, Stuckdekke der Diele erneuert, Holztreppe, Antrittspfosten und Handlauf in Holz (keine Geländerstäbe), Podest mit Holzdielenboden belegt, von der Obergeschoßdiele zum Dachgeschoß weitere Holztreppe, Stäbe und Handlauf in Holz, die Treppe abschirmendes Gitterwerk in Holz.
In den Wohnräumen: Erdgeschoßgrundriß in Teilen (Küchen) verändert, in einem Wohnraum Parkettboden, übrige Räume mit PVC-Bodenbelag, mehrere Gewände und eine Tür original erhalten, im Wohnraum Kachelofen mit weißen Fliesen, Obergeschoß: Böden erneuert, alle Türen und Gewände original, im straßenseitigen Raum originale Stuckdecke, Kehle und Deckenstuckprofile, im Dachgeschoß Holzdielenböden, originale Türen und Gewände.
Der straßenseitige Ziergarten (einheitliche Einfriedung der gesamten Gebäudegruppe) mit hüfthoher Einfriedung in Bruchsteinmauerwerk mit Deckplatte, Mauerpfeilern mit Deckplatte und aufgesetztem geschmiedeten Stahlgitter (Gartentor erneuert) aus geschmiedetem Stahl sowie der rückwärtige Ziergarten sind Bestandteil des Denkmals.
Politisch war Riehl im 19. Jahrhundert ein Teil der Bürgermeisterei Longerich und wurde 1888 nach Köln eingemeindet. In der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich mit der Anlage des Zoos 1859/60 und der Flora 1862/64 das damalige Kölner Vergnügungsviertel "Goldene Ecke" entwickelt. Die ältesten erhaltenen Wohnbauten Riehls an der Hittorf-, Stammheimer- und Boltensternstraße stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde im südlichen Teil Riehls der Botanische Garten angelegt, um dieses Grüngebiet entstand seit den 20er Jahren das vornehme Wohnviertel mit Villenbebauung Am Botanischen Garten. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GAG bebaute gleichzeitig die Freiflächen an Barbara- und Boltensternstraße mit großen Mietblöcken (Naumannviertel). Als jüngster Wohnbereich Riehls wurde in der Nachkriegszeit das Gelände zwischen Zoologischem Garten und Rhein erschlossen. Die Stammheimer Straße mit ihren ältesten Bauten im nördlichen Abschnitt, den späten Gründerzeitbauten und den repräsentativen Eingängen zum Botanischen Garten, zur Flora und zum Zoologischen Garten in ihrem südlichen Teil, veranschaulicht die städtebauliche Entwicklung des Vortortes Riehl.
An die für gehobene Ansprüche errichteten Mietwohnobjekte mit Vorgärten an der Stammheimer Straße nördlich des Riehler Gürtels schließen sich die durch Gartengrün und Baumbestand aufgelockerten, aufwendigen, zumeist zweigeschossigen und stilistisch einheitlichen Wohnbauten Mathias-Schleiden-, Theodor-Schwann-, Johannes-Müller-Straße und Am Botanischen Garten/Riehler Gürtel an, die jeweils - wie auch die Nrn. 23-27 - als Gruppenbauten kleinere Baueinheiten bilden. Das Wohnviertel weist die besonderen Vorzüge der Nähe zu Flora, Botanischem- und Zoologischem Garten und zum Citybereich auf. Die unmittelbare Umgebung prägen die Siedlungsbauten Ecke Riehler Gürtel/Esenbeckstraße in expressionistischen Formen der Zwischenkriegszeit, die Eckbereichsbebauung zur Pliniusstraße mit dem Kirchengebäude St. Engelbert aus den 30er Jahren und der siebenteilige Siedlungsbau Riehler Gürtel 52-64 von 1956/57.
Das Bauensemble (Riehler Gürtel 17-33) zeigt charakteristische Merkmale der Besatzungssiedlungen für hochrangige Militärs nach den Ersten Weltkrieg. Sowohl die gehobene Wohnlage mit umgebendem Grün, die Lage der Siedlung nach strategisch-militärischen Gesichtspunkten, d.h. in unmittelbarer Nähe zum nördlichen Rand des Neustadtgebietes und zu den Hauptverkehrsachsen (Gürtel, Amsterdamer- und Innere Kanalstraße), als auch die direkte Nähe zu den Besatzungsbauten für Militärs am Neusser Wall haben die Standortwahl bedingt. Das Gebäude Nr. 25 ist ein markantes Beispiel für die hohen Ansprüche genügende Baukultur repräsentativer Reihenbauten der 1920er Jahre. Die Gebäude wurden gleichzeitig errichtet und weisen eine gleichförmige, symmetrische Behandlung der Fassaden mit Betonung der außenstehenden Eckbauten auf (2:3:2 Achsen, der Eingang der Nr. 25 aus der Mitte gerückt). Die Gebäudegruppe erscheint als großkomponierte, gegliederte Einheit und weist individuelle Gestaltungsdetails einer traditionellen Moderne mit zeittypischen Baumerkmalen auf. Die optisch in der Horizontalen betonten Gebäude zeigen dekorative und repräsentative Formen, die gestaltbildend ineinandergreifen. Das in den 20er Jahren errichtete Wohngebäude zeigt in der Fassadengestaltung eine neoklassizistische Strömung mit reduzierten klaren Formen und Versatzstücken historisierender Fassadendekoration, die sich dem Vorrang der Architektur in der Gestaltung unterordnen (Schmuckformen: Symmetrische Gebäudegruppe, Hauseingang erscheint als Vorbau mit profilierter Verdachung und Pilasterstellung, Scharrur, profilierte Fassung der Öffnungen im Erdgeschoß, scharriert, Sohlbank- und Fenstersturzgesimse, Geschoßgesims mit Wölbung, profilierte Sohlbänke, vorkragende Traufkante, an der Rückfront bilden die beiden Eckhäuser der Reihe risalitartige Vorbauten, die Fassade des zurückgesetzten Mittelgbebäudes wird durch die vorgezogene Dachkante abgeschlossen). Die Dachlandschaft faßt die einheitlich behandelten Fassaden zusammen. Wesentlicher Bestandteil des ursprünglichen Erscheinungsbilds ist der eingefriedete große Vorgarten und der rückwärtige Gartenbereich. Die im Bauverband mit den Nachbarhäusern Riehler Gürtel 23/27 gestaltete Anlage fügt sich harmonisch in die gehobene Wohnhausarchitektur des Straßenzuges, dessen reich dekorierte Baukörper mit Risaliten, Erkern, Balkonen und Ziergiebeln in historisierenden und zeitgemäß modernen Formen und Varianten des Jugendstils dem Wohnviertel sein charakteristisches Gepräge geben. Aufgrund der weitgehenden Erhaltung großer Teile des Originalzustands, des Treppenhauses, der Interieurs und der Fassaden, die an großbürgerliche Wohn- und architektonische Hoheitsformen anknüpfende Stilformen offenbaren, ist das Gebäude für das Erscheinungsbild des Riehler Gürtels und als Dokument des Sozialstatus der bürgerlichen Bauherrenschaft zu Anfang des dritten Jahrzehnts unseres Jahrhunderts von hoher Bedeutung.
Das Wohnhaus Riehler Gürtel 25 ist als zeittypisches Dokument gebauter Architektur ein unverzichtbarer Bestandteil der Kölner Baukunst.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0