Wohn- u. Geschäftshaus
Siebachstraße 111 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8531 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Siebachstraße 111, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.04.2001 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1900 auf L-förmigem Grundriss, flaches Satteldach; Wiederherstellung nach Bombenschaden im Zweiten Weltkrieg (Vorderhaus und Anbau)
4 Geschosse, 3 Achse; historisierende Stuckfassade: Gurtgesims zwischen EG und 1. OG, im 1. OG Sohlbankgesims mit je einem darunter liegenden Relief (Rankenwerk und Köpfe) in jeder Achse; im 1. OG Fugenschnitt, im 2. OG Betonung der Mittelachse durch risalitartige flache Vorziehung und Fugenschnitt; im 3. OG durch pilasterartige, kannelierte Fenstergewände. Im 2. OG Sohlbankgesims auf 2 Konsolen in der (Mittelachse), Sohlbankgesims im 3. OG. In allen Geschossen segmentbogige Fensteröffnungen; im 1. OG Fenster bekrönt von Segmentbögen mit je einem Löwenkopf; im 2. OG horizontale Fensterüberdachung in der linken und rechten Achse mit je einer Muschelnische, in der Mittelachse Dreiecksgiebel mit einem Löwenkopf.
Alle Fensterrahmen modernisiert. Ausgebautes DG mit einer Gaube. Traufe mit Karniesgesims. EG verändert; Hauseingangstüre und Ladenfenster verändert.
Im Innern:
Im Vestibül farbige Bodenfliesen (floral gemustert) orig. erhalten sowie 2 Stuckkonsolen mit Köpfen. Treppenanlage: Holztreppe mit Holzgeländer, gedrechselten Stäben, Antrittspfosten und steinernen Podesten orig. erhalten. Treppenhaus verändert. Wohnungseingangstüren noch in Resten orig. erhalten.
Orig. hölzerne Kellertüre.
Rückseite:
Backsteinsichtig; Traufgesims mit Backsteinfries; modernisierte Fenster; backsteinsichtiger, dreiachsiger Anbau mit Pultdach; 2 Blindfenster in der rechten Achse, an der Stirnseite 2 Fensteröffnungen; alle Rahmen modernisiert.
Nicht zum Denkmal gehörig:
An den Anbau später angefügtes niedriges „Gartenhäuschen“.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NRW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes - als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet – zu einem bedeutenden Industriestandort. Südlich der Zentral-Eisenbahnwerkstätten entstand seit den 1860 Jahren das neue Arbeiterviertel „Sechzig“, als dessen östlichste Straße um 1870 die Siebachstraße angelegt wurde. Die das heutige Erscheinungsbild der schmalen Straße prägenden, mehrheitlich schlichten Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts stammen aber nicht aus der Frühzeit der „Sechzig“, sondern aus den 1880er und 1890er Jahren. In dem Abschnitt zwischen Wilhelm- und Wartburgstraße dominieren die viergeschossigen Gebäude der 1890er Jahre. Das Haus Nr. 111 ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Ensembles Nr. 107-119 dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite die aus den 1890er Jahren stammende, erhaltene Reihe der Häuser Nr. 94-98 korrespondiert.
Seine Erhaltung ist daher aus städtebaulichen, architekturgeschichtlichen und ortsgeschichtlichen Gründen notwendig.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0