Wohn- u. Geschäftshaus
Siebachstraße 59 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8542 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Siebachstraße 59, 50733 Köln |
| Baujahr | 1893 bis 1894 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.05.2001 |
| Stadtteil | Nippes |
Eckhaus zur Cranachstr. (alte Nummer: Siebachstraße 55), erbaut um 1893/1894 auf polygonalem Grundriss mit abgeschrägter Ecke.
4 Geschosse, 2:1:5 Achsen.
Ausgebautes DG mit 4 modernen Dachflächenfenstern.
Backsteinfassade mit historisierenden Stuckelementen: Fenstergewände, Fensterverdachungen (an der abgeschrägten Ecke und in der Mittelachse zur Cranachstraße im 1. u. 2. OG Dreiecksgiebel, sonst horizontal, immer auf Konsolen; Betonung der Flanken des Hauses und der abgeschrägten Ecke durch markante Quaderungen, durchlaufende Sohlbankgesimse im 1. u. 2. OG; im 3. OG markante Sohlbänke.
EG rustiziert, Putzsockel; moderne Rollläden vor den Fenstern. Ladenbereich (Fenster, Türen, Räume) verändert; im Ladenteil zur Siebachstraße original erhalten auffällige, große Stuckrosette an der Decke.
Alle Fensterrahmen modernisiert, mit Oberlichten.
Im Innern:
Im Vestibül erhalten die originalen Bodenfliesen. Treppenanlage: originale Holztreppe mit Antrittspfosten, hölzernem Handlauf, gedrechselten Stäben. Wohnungseingangstüren teilweise original erhalten.
Rückseite:
Verputzt; modernisierte Fenster.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes – mit der Bürgermeisterei Longerich nach Köln eingemeindet 1888 - zu einem bedeutenden Industriestandort. Südlich der Zentral-Eisenbahnwerkstätten entstand seit den 1860er Jahren das neue Arbeiterviertel „Sechzig", als dessen östlichste Straße um 1870 die Siebachstraße angelegt wurde. Die das heutige Erscheinungsbild der schmalen Straße prägenden Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts stammen aber fast alle nicht aus der Frühzeit des „Sechzig“, sondern aus den 1880er und 1890er Jahren. So entstanden in den Jahren 1887/88 auf der rechten Straßenseite zwischen Cranach- und Steinberger- bzw. zwischen Steinberger- und Wilhelm-Straße die zweigeschossigen Dreifensterhäuser Nr. 56-64 und 76-82, deren erste Bewohner - überwiegend Handwerker, Arbeiter, kleine Angestellte und Beamte, zu jeweils zwei bis drei Parteien pro Haus - direkt oder indirekt von den Zentral-Eisenbahnwerkstätten lebten.
Die Kreuzung mit der Cranachstraße (angelegt 1891/92 zunächst als Verbindung nur zwischen August- u. Siebachstr, also westlich der Eisenbahn heute Neusser und Merheimer Straße miteinander verbindend) dominieren die beiden miteinander korrespondierenden viergeschossigen Eckhäuser Nr. 59 und 61 aus den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Als unverzichtbares Zeugnis der auffälligen Eckbebauung nach dem Durchstich der Cranachstraße zur Mehrheimer Straße ist der Erhalt des Hauses Nr. 59 aus städtebau-, architektur- und ortsgeschichtlichen Gründen notwendig.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0