Wohn- u. Geschäftshaus
Unter Kahlenhausen 43 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8654 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Unter Kahlenhausen 43, 50668 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.03.2004 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Erbaut um 1900, 2 Achsen, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoss als Staffelgeschoss aufgestockt, Klinkerfassade mit dezentem Stuck in Formen der Neorenaissance;
EG: schlanke, dekorierte gusseiserne Stützen als Rahmen von Schaufenster und Hauseingang unterhalb breitem Stockgesims mit Fläche für Werbeaufschrift, vorkragendes Sohlbankgesims zum 1. OG. Das große Schaufenster ehem. mit Sprossen, heute hinter Holzverschalung. Haustür (Holz mit Füllung) ehem. mit Oberlicht.
Fenster im 1. und 3. OG mit Segmentbogen, im 2. OG hochrechteckig, im 1. OG und 2. OG mit vorkragender Verdachung, 2. OG mit Schmuckreliefs oberhalb der Fenster, Fenster im 3. OG original, sonst vereinfacht erneuert.
Horizontale Gliederung in den Obergeschossen durch Putzbänder in Höhe der Fensterbänke und unterhalb der Stürze. Unterhalb des vorkragenden Daches Putzfelder; Dach verändert durch Aufbau mit Staffelgeschoss.
(Rückfassade backsteinsichtig, 2 Achsen, Öffnungen verändert, Fenster erneuert. Im Inneren Grundriss verändert, Treppenhaus u.a. in Folge von erheblichen Kriegsschäden erneuert, keine originale Innenausstattung).
Am alten Straßenzug Unter Kahlenhausen hatte die Patrizierfamilie von Kessel, ursprünglich „de caldario“, den Gutshof Kaldenhausen.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts war der Bereich Konrad-Adenauer-Ufer/ Thürmchenswall/ Dagobertstraße der nördlichen Altstadt noch nicht vollständig bebaut. Als dann um 1900 die Lücken geschlossen wurden, wurde die Kleinteiligkeit der Parzellenstruktur beibehalten. Ein typisches Beispiel für die Bebauung einer solchen Restparzelle ist das Wohn- und Geschäftshaus Unter Kahlenhausen 43.
In dem Ladenlokal Unter Kahlenhausen 43 ist bereits seit seiner Erbauung eine Metzgerei nachgewiesen, lt. Grevens Adressbuch ab 1901 die Metzgerei W. Ziebahl, ab 1910 die Metzgerei Peter Schmitz und später dann auch die Metzgerei J. Mermagen, wie die Werbeaufschrift dokumentiert.
Dieses Wohn- und Geschäftshaus ist Teil der in Resten erhaltenen ursprünglichen Bebauung der Straße mit den Häusern Unter Kahlenhausen 25, 27, 29, 31-33, 40, 42 und 44. Diese und weitere in der Nachbarschaft stehende Objekte in den angrenzenden Seitenstraßen sind Teil des städtebaulichen Ensembles von hauptsächlich 4 – 4 ½ -geschossigen Häusern mit historistischen Fassaden.
Im Vergleich zu den übrigen genannten Bauten ist die Nr. 43 jedoch mit auffallend dezenterem Dekor versehen und auch nur 2-achsig statt der in dem Umfeld üblichen 3-4 Achsen. Dies ist auch als Hinweis darauf zu verstehen, dass die Bewohner der übrigen Häuser in diesem Wohnviertel wohl im Vergleich wohlhabender waren als die Handwerkerschaft bzw. der Familienbetrieb, dem die Metzgerei gehörte.
Aufgrund der Erhaltung wesentlicher Teile der straßenseitigen Fassade mit Stuckdekor ist das Gebäude Unter Kahlenhausen 43 für das Erscheinungsbild des Bereiches Altstadt/Nord und als Dokument sowohl des Sozialstatus seiner Bewohner sowie der frühen Ladenbauten von Bedeutung. Als Zeugnis für die reiche Kölner Stadtarchitektur zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist es daher aus städtebaulichen, künstlerischen und architekturgeschichtlichen Gründen zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0