Adolf-Grimme-Allee
Benannt nach Adolf Grimme (1889–1963), Bildungsreformer, sozialdemokratischem Politiker und langjährigem Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR). Grimme war von 1930 bis 1932 letzter preußischer Kultusminister der Weimarer Republik; 1942 wurde er von der Gestapo wegen seiner Verbindungen zur Roten Kapelle verhaftet. Nach Kriegsende baute er zunächst als Kultusminister Niedersachsens (1946–1948) das Schulsystem neu auf; ab 1948 leitete er bis 1956 den NWDR — den Vorläufer von WDR und NDR. Grimme prägte die Idee eines qualitätsvollen, demokratischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks; nach ihm benannt ist seit 1973 das Marler Grimme-Institut sowie der berühmte Grimme-Preis, die wichtigste deutsche Auszeichnung für Fernsehqualität. Die Adolf-Grimme-Allee in Ossendorf trägt diese rundfunkhistorische Erinnerung in einen Stadtteil, in dem mit dem Coloneum heute zentrale TV-Produktionsstätten Deutschlands liegen.
Quellen: