Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026

An der Fuhr

Länge
400 m
Hausnummern
50997: ungerade 1–5, gerade 2–4
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Stadtteil
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Diese riesige Wohnanlage aus den 60er Jahren entwickelte sich zu einem sozialen Brennpunkt. Noch zur Zeit der noch selbständigen Gemeinde Rodenkirchen-Rondorf wurde in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem noch recht dörflichen Meschenich auf der grünen Wiese eine riesige Hochhaussiedlung errichtet. Nach den damaligen Vorstellungen, sollte durch die Verdichtung eine Zersiedlung der Landschaft entsprechend den schlechten Vorbildern aus Amerika vermieden werden. Außerdem versprach man sich von ebendieser Verdichtung eine Verbesserung der sozialen Kontakte und die Vermeidung von Vereinsamung und Vereinzelung der Bewohner. Da sich diese Ideen nicht verwirklichten und viele Bewohner, wenn sie die Möglichkeit hatten, möglichst schnell wieder wegzogen, verfielen die Mieten. In einer Abwärtsspirale zogen daher mehr und mehr sozial schwache, finanziell schlechter gestellte Bewohner dorthin, außerdem wurden mehr und mehr Familien aus sozialen Randgruppen in die freien Wohnungen eingewiesen.

Ein weiteres Problem ist die denkbar schlechte Infrastruktur. Die Verbindung zur Stadt ist nur über eine Buslinie möglich, das kleine, dörfliche Meschenich war mit der Versorgung der vielen Neubewohner überfordert und wurde mit der Bewältigung der sich daraus ergebenden Probleme allein gelassen.

Auch eine Änderung des Namens von Kölnberg in An der Fuhr sowie eine stringentere Verwaltung brachten bis heute keine grundlegende Verbesserung der Situation.


Alter Flurname. Fuhr ist im Rheinischen die Bezeichnung für eine Furt — eine flache Stelle in einem Wasserlauf, an der Mensch und Vieh den Bach überqueren konnten, bevor Brücken gebaut wurden. Solche Furt-Flurnamen sind Zeugen einer Zeit, in der die meisten Bäche noch offen flossen und das Überqueren des Wassers eine alltägliche Herausforderung war.

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