Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026

Andreaestr.

Länge
360 m
Hausnummern
51063: ungerade 1–29, gerade 2–38
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Stadtteil
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Der Namensgeber Christoph Andrea war einer der Profiteure der Mülheimer Toleranz gegenüber Protestanten. 1714 siedelte er von Köln auf die andere Rheinseite über, da ihm so Schwierigkeiten aufgrund seines Glaubens erspart blieben und ihm zudem Steuerfreiheit gewäht wurde. So begründete er eine Erfolgsgeschichte als Unternehmer, die seine Nachkommen bis ins 20. Jahrhundert geschickt weiterzuführen wußten. Auch engagierte sich die Familie Andrea immer wieder für die Gemeinde Mülheim.

Die Straße verbindet die Bach- mit der Papageienstraße.

Benannt nach Christoph Andreä (1735–1804) und der gleichnamigen Mülheimer Industriellen-Dynastie. Die Andreäs waren eine ursprünglich Kölner Kaufmannsfamilie, die wegen ihres protestantischen Glaubens 1714 ins liberalere Mülheim auswanderte — die Reichsstadt Köln duldete Protestanten zwar als Händler, ließ sie aber nicht in die Zünfte aufnehmen. Christoph Andreä der Jüngere gründete 1763 in Mülheim eine Samt- und Seidenmanufaktur, die ab 1773 in einem großen Neubau an der Wallstraße arbeitete (siehe Wallstr.) — auf den ehemaligen Weinbergen der evangelischen Gemeinde. Unter dem Schutz eines kurfürstlichen Manufakturmonopols stieg sie binnen weniger Jahrzehnte zu einer der größten Manufakturen des Rheinlands auf: am Ende des 18. Jahrhunderts beschäftigte Andreä etwa 1.500 Webmeister im Verlagssystem (Heimarbeit), seine Samte und Seiden waren reichsweit bekannt. Andreä gilt als eine der bedeutendsten Unternehmerpersönlichkeiten des Rheinlands vor der Industriellen Revolution. Die Familie blieb über Generationen in Mülheim und prägte das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Bergischen Stadt; Paul von Andreä (1865–1932) wurde 1909 in den preußischen Adelsstand erhoben.

Quellen:

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