Boltensternstr.
| Stadtteil | Niehl |
|---|---|
| Stadtbezirk | 5 – Nippes |
| Postleitzahl | 50735 |
| Hausnummern | 50735: ungerade 157–351, gerade 96–350 |
| Straßenschlüssel | 00505 |
Die Boltensternstr. verläuft von der Riehler Str. in Riehl bis zur Kreuzung Boltensternstr., Amsterdamer Str., Industriestr und Niehler Damm in Niehl.
Der Straßenname erinnert an einen Major aus der Zeit der Befreiungskriege gegen Napoleon. Als die Franzosen Mülheim geräumt hatten, überquerte am 3. Januar 1814 von dort aus ein preußisches Korps unter Major Ferdinand von Boltenstern den Rhein. Die viel zu schwache Truppe wurde jedoch von französischer Infantrie und Artillerie zurückgeworfen. Beim Rückzug wurde Boltenstern im Fluss angeschossen, so dass er ertrank.
Heute noch ist die Boltensternstraße eine Verbindungsstraße zum Kölner Norden. Sie wird als B 9 bezeichnet. Diese B 9 kommt in Niehl dann auf die alte Römer Straße, die weiter über die Neußer Land Straße nach Norden führt. Heute, 2007, sind auf der Boltensternstraße viele Firmen angesiedelt. So auch der Super Markt "Kaufland" und das Autohaus Beckmann. Auch die Einfahrt zum Hafen in Niehl ist hier angebunden über das Tor 2.
Die Boltensternstraße ist die Verlängerung der Rheinuferstraße in Richtung Niehler Hafen und benannt nach Friedrich von Boltenstern (1820–1900), preußischem General. Ab 1906 entstand entlang der Straße die als Kasernenstadt Boltensternstraße bekannte militärische Anlage. Die ehemalige Schiffsschraubenfabrik Ostermann — einer der führenden deutschen Hersteller von Schiffsschrauben mit Stückgewichten bis 20 Tonnen — hatte hier ihren ersten Fabrikstandort.
Auf der ehemaligen Kasernenfläche entstand zwischen 1927 und 1929 die Naumannsiedlung: eine architektonisch herausragende Wohnanlage der GAG für Arbeiter der nahen Ford-Werke, der Rheinischen Kabelwerke und weiterer Industriebetriebe, geplant von einem Architektenkonsortium um Manfred Faber, Hans Heinz Lüttgen, Otto Scheib und Fritz Fuß. Die Siedlung mit 450 Wohnungen und 11 Gewerbeeinheiten — geprägt von kubischen Formen, Eckbetonungen und expressionistischen Backsteinakzenten — wurde von 2008 bis 2020 aufwendig saniert.