Görlinger-Zentrum
Benannt nach Robert Görlinger (1888–1954), SPD-Politiker und erstem sozialdemokratischen Oberbürgermeister Kölns nach dem Krieg. Geboren in Ensheim in der Pfalz, kam Görlinger 1905 als 17-Jähriger nach Köln, arbeitete in einer Fahrradfabrik und engagierte sich in den Gewerkschaften. 1909 trat er in die SPD ein, ab 1925 war er Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion und damit politischer Hauptgegner des CDU-Oberbürgermeisters Konrad Adenauer; 1929 trat er sogar als Gegen-Kandidat zur OB-Wahl an. In der NS-Zeit floh Görlinger nach Frankreich, wurde nach der deutschen Besetzung verhaftet und überlebte das KZ Sachsenhausen. Von 15. November 1948 bis 9. Dezember 1949 sowie 23. November 1950 bis 8. November 1951 war er Oberbürgermeister Kölns. Das ab 1967 durch die GAG erbaute Görlinger-Zentrum — Versorgungs-, Geschäfts- und Wohnzentrum der Großsiedlung Bocklemünd-Mengenich — wurde nach ihm benannt; mit über 3.000 Wohnungen war das Quartier in den 1970er Jahren der „kinderreichste Stadtteil ganz Nordrhein-Westfalens".