Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026

Marion-Dönhoff-Weg

Länge
276 m
Hausnummern
51109: ungerade 1–11, gerade 2–20
Fotografien
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Stadtteil
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Benannt nach Marion Hedda Ilse Gräfin Dönhoff (2. Dezember 1909 auf Schloss Friedrichstein in Ostpreußen – 11. März 2002 auf Schloss Crottorf im Westerwald), Journalistin, Publizistin und langjährige Herausgeberin der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT. Aufgewachsen als jüngste von sieben Geschwistern in einer ostpreußischen Adelsfamilie, studierte sie in Frankfurt und Basel Volkswirtschaft (Promotion 1935 als erste Frau bei Edgar Salin). In Ostpreußen verwaltete sie ab 1936 die Familiengüter und stand in Verbindung mit dem Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke; nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde sie verhört, ihr Cousin Heinrich von Lehndorff hingerichtet. Im Januar 1945 floh sie zu Pferd vor der Roten Armee 1.200 Kilometer von Ostpreußen nach Westen. Ab 1946 war sie Redakteurin bei der frisch gegründeten ZEIT in Hamburg, ab 1955 Leiterin des Politik-Ressorts, 1968–1972 Chefredakteurin, ab 1973 Mit-Herausgeberin. Sie prägte den liberalen Flügel der westdeutschen Presse, plädierte schon in den 1960er-Jahren für eine Aussöhnung mit Polen und die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie und erhielt 1971 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Benennung 2004 ergänzte das Brücker Frauen-Quartier um eine der einflussreichsten deutschen Publizistinnen des 20. Jahrhunderts.

Quellen: