Viehtrift
Lokaler Straßenname mit Bezug auf eine Viehtrift – im rheinischen Sprachgebrauch jener gemeinschaftliche Triebweg, auf dem die Bauern ihr Vieh (vor allem Rinder, Schafe und Ziegen) von den Höfen auf die Allmende-Weiden austrieben. Solche Viehtriften waren im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zentrale Bestandteile der dorflichen Infrastruktur: oft 5-10 m breit, mit Hecken, Steinwällen oder Lehmwällen seitlich begrenzt, und unbefestigt. Mit der Auflösung der Allmenden im Zuge der Bauernbefreiung und Markenteilungen des 19. Jahrhunderts und dem Übergang zur intensiven Landwirtschaft mit Stallhaltung verloren die Viehtriften ihre Funktion; ihre Verläufe sind aber oft noch in den heutigen Strassennetzen zu erkennen. Die Viehtrift in Lind ist mit über 95 Hausnummern eine der längsten Straßen des Stadtteils.
Quellen: