Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026

Wilhelm-Marx-Str.

Länge
214 m
Hausnummern
51067: ungerade 1–5, gerade 2–26
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Stadtteil
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Benannt nach Wilhelm Marx (1863–1946), Reichskanzler der Weimarer Republik — und einem der wenigen Reichskanzler, die aus Köln stammten und auf dem Melaten-Friedhof begraben sind. Marx wurde in Köln in einer katholischen Beamtenfamilie geboren, durchlief die juristische Karriere zum Senatspräsidenten am Berliner Kammergericht und trat über die Zentrumspartei in die Politik ein. Er war vier Mal Reichskanzler (1923–1925 und 1926–1928) — die längste Gesamtamtszeit aller Weimarer Kanzler. In seiner Amtszeit fielen die Annahme des Dawes-Plans 1924 (Reparations-Neuregelung), die Stabilisierung der Reichsmark und der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund 1926. 1925 trat er erfolglos gegen Hindenburg bei der Reichspräsidentenwahl an. Marx überlebte die NS-Zeit als kritischer Privatmann in Bonn und starb 1946 — die Wilhelm-Marx-Str. ist damit doppelt bemerkenswert: sie ehrt einen Kölner Reichskanzler, was sonst nur Konrad Adenauer (Bundeskanzler ab 1949) vergleichbar zukam.

Quellen: