Hofanlage

Berrischstraße 184 · Roggendorf/Thenhoven

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0480
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungHofanlage
Adresse Berrischstraße 184, 50769 Köln
Baujahr1770
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.07.1980
Stadtteil Roggendorf/Thenhoven

Der - mit mittelalterlichen Vorläufern - spätestens aus dem 18. Jahrhundert stammende Thieveshof ist ein bedeutendes Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist die große, geschlossene Hofanlage am Beginn des Straßendorfs als Dokument (groß)bäuerlicher Lebens-, Siedlungs- und Wirtschaftsstrukturen in dem ursprünglich eigenständigen, 1922 dann an Köln gekommenen Gemeinwesen. War der ehemalige Ortskern durch kleinere Höfe (Schwelmenhof) und Hausmannshäuser als kleinbäuerlich charakterisiert, so ist der Ortsrand durch mächtige Großhöfe (u.a. Wichems-, Bach-, Gilleshof) mit angrenzenden Arbeiterhäusern als schon fast unternehmerisch-effektiv wirtschaftend hervorgehoben.

Architekturgeschichtlich bedeutsam ist der - in mehrfacher Hinsicht nutzungsbedingt modernisierte - geschlossene, vierflügelige Hof wegen zweier, datierter Gebäude: Scheune des Jahres 1770, Herrenhaus des Jahres 1829. Die roten Backsteingebäude zum Hofinneren und innen weitgehend verändert: Vielfach verlegte Stall- und Scheunentore und Fenster, in mehreren Bereichen Preußische Kappen auf älteren Gußeisenstützen, stillgelegte, modernisierte Stalltechnik und erneuerte Satteldächer mit neuen Aufbauten. Das zweigeschossige, sechsachsige Herrenhaus an der repräsentativen Außenfassade weiß verputzt; an den kleinen, rechteckigen Fenstern Läden, Sprossenfenster der Altausstattung (zum Teil auch nach 1945) und die originale, klassizistische Haustüre im Steinrahmen, großer Garten mit älterem Baumbestand und kleinem Fachwerkhaus. Straßengiebel dreiachsig, verputzt, in Mauerankern verschiedene Initialen (u.a. E. B. für Elisabeth Bollig, Hofbesitz bis 1937). Im Inneren die alten Kölner Decken, über teilweise verändertem Grundriß; Türen, Treppe und Fenster zum Hof überwiegend erneuert (Reste von zweiläufiger Freitreppe). Nach außen bietet der Hof das im wesentlichen unveränderte Erscheinungsbild des frühen 19. Jahrhunderts; charakteristisch wirken zur Berrischstraße die beiden großen, geschweiften Scheunengiebel, zwischen die eine weitere Scheune und das Hoftor gespannt sind.

Von städtebaulicher Bedeutung ist die erhaltene, historische Situation an der Kreuzung von Berrischstraße und gebogener Further Straße: Erhaltene Arbeiterhäuser des Thieveshofes (Further Str. 99) und, gegenüberliegend, mehrere Kleingehöfte (Nr. 104); an der Ecke ein Bildstock des 18. Jahrhunderts.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0